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Russell-Disqualifikation in Spa: Mercedes erklärt, wie das Auto beim Großen Preis von Spa zu leicht werden konnte
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Publiziert 31/07/2024 um 17:51 GMT+2 Uhr
Wie konnte es sein, dass der Bolide von George Russell beim Großen Preis von Belgien zu leicht war? Sein Rennstall Mercedes geht davon aus, dass mehrere Gründe dazu beigetragen haben, dass das Autoin Spa am Ende des Rennens unter dem Gewichtsminimum lag. Laut dem Einsatzleiter des Mercedes-Teams seie beide Silberpfeile mit dem gleichen Gewicht gestartet, Russell habe dann mehr verloren.
George Russell wurde der Sieg in Spa aberkannt.
Fotocredit: Getty Images
Zu hundert Prozent ist man sich bei Mercedes noch immer nicht sicher, warum das Auto von George Russell am Ende des Formel-1-Rennens in Spa 1,5 Kilogramm zu leicht war - und dem Briten deshalb der Sieg in Spa aberkannt wurde.
"Im Moment versuchen wir zu verstehen, was genau passiert ist. Dazu müssen wir vor allem die Gewichte der verschiedenen Komponenten ermitteln", sagte Andrew Shovlin, der Einsatzleiter des Mercedes-Teams, am Mittwoch.
Bei Mercedes geht man nicht davon aus, dass nur ein Faktor zur Disqualifikation beigetragen hat. Shovlin erklärt: "Das Auto kann während des Rennens ziemlich viel Gewicht verlieren."
"Man hat Reifenverschleiß, Plankenverschleiß, Bremsenverschleiß, Ölverbrauch. Auch der Fahrer selbst kann eine Menge Gewicht verlieren. Und in diesem speziellen Rennen hat George ziemlich viel Gewicht verloren", berichtet Shovlin.
Beide Mercedes zu Rennbeginn gleich schwer
Der Fahrer zählt mit zum Mindestgewicht von 798 Kilogramm, das das Russell-Auto am Sonntag unterschritten hat. Bei Mercedes geht man davon aus, dass eine Kombination mehrerer Dinge zum Regelverstoß geführt hat.
"Die Autos sind mit dem gleichen Gewicht ins Rennen gegangen", sagt Shovlin. "Lewis [Hamilton] und George wurden beide nach dem Qualifying gewogen. Die Autos lagen innerhalb von 500 Gramm."
Im Verlauf des Sonntags ging diese Spanne auseinander: Hamiltons Auto lag am Ende des Rennens über dem Mindestgewicht - anders als bei Russell.
Shovlins Vermutung: "George war der Einzige, der das Problem hatte, und das liegt unter anderem daran, dass der Reifenverschleiß viel höher war." Zudem sehe es so aus, "als hätten wir mehr Material auf der Planke verloren."
Wie verlor das Auto in 44 Runden 1,5 Kilogramm?
Russell war am Sonntag der einzige Spitzenfahrer, der das Rennen mit nur einem Boxenstopp beendete. Alle anderen Piloten stoppten öfter. Der zweite und letzte Stint des Briten auf den harten Reifen dauerte satte 34 Runden.
Pirelli-Sportchef Mario Isola erklärte nach dem Rennen am Sonntag bereits: "Wenn man bedenkt, dass er 1,5 Kilogramm Untergewicht hatte, könnte es möglich sein, diese 1,5 Kilogramm auf vier Reifen zu bringen."
Das bedeutet: Der Gummiabrieb könnte bei 400 Gramm pro Reifen liegen, insgesamt also bei etwa 1,5 Kilogramm. Diese Zahl hält Isola für möglich. Zudem wies laut Shovlin die Planke am Unterboden einen höheren Verschleiß auf.
Bei keinem Auto wurde nach dem Rennen der Verschleiß der Holzplatte überprüft. 2023 wurden in Austin etwa Lewis Hamilton und Charles Leclerc disqualifiziert, weil ihre Bodenplatten zu stark abgenutzt waren.
Wie groß war Russells Vorteil wirklich?
"Was die Pace zu Beginn des Rennens angeht, so ist [der Vorteil] gleich Null, weil Georges Auto und Lewis' Auto mit dem gleichen Gewicht ins Rennen gingen", sagte Shovlin.
Erst im Laufe des Rennens ergab sich also ein Vorteil. Shovlin dazu: "Da Georges Auto während des Rennens schneller an Gewicht verlor als das von Lewis, gibt es natürlich einen entsprechenden Gewinn, aber es geht um Hundertstelsekunden pro Runde."
"[Der Vorteil] wird sehr klein sein, denn wenn man über Mengen spricht, wie ein oder zwei Kilo, machen sie nicht viel Rundenzeit aus", beteuert er. Zudem ist unklar, ab welchem Zeitpunkt Russells Auto wirklich zu leicht war.
Shovlin kündigte an, alle Prozesse zu analysieren. Man wolle auf keinen Fall, dass das nochmal passiert.
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Quelle: Perform
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