Formel 1: Audi stellt in Berlin sein erstes Formel-1-Auto vor - und hat einen höchst ambitionierten Plan

Am Dienstag stellt Audi in Berlin den Look seines ersten Formel-1-Autos vor. Damit beginnt eine Reise ins Ungewisse - die Ziele des deutschen Herstellers sind aber riesig. Schon in vier Jahren, zur Saison 2030, will man um die Weltmeisterschaft mitfahren. Dabei ist das ein höchst ambitionierter Zeitplan, auch der übernommene Zeitplan gehörte in der vergangenen Dekade zu den Hinterherfahrern.

Am Dienstag wird in Berlin der Audi-Bolide für die Formel 1 vorgestellt

Fotocredit: Getty Images

Eigentlich sind Frühstarts ja verboten in der Formel 1, in diesem Fall ging aber alles mit rechten Dingen zu. Das Jahr 2026 war gerade erst neun Tage alt, da raste ein Audi in schwarzer Tarnfarbe über den Circuit de Barcelona-Catalunya.
Kein anderes Team ging derart früh aus der Garage, und es war auch davon abgesehen ein ziemlich besonderer Moment: Erstmals überhaupt bewegte sich ein Formel-1-Bolide mit den vier Ringen auf einer Rennstrecke.
Das Debüt des weltberühmten deutschen Herstellers rückt also sichtbar näher. Am 8. März werden Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto in Australien zum ersten Mal für Audi in der Startaufstellung stehen, und schon in dieser Woche geht das Team den nächsten großen Schritt:
Am Dienstag wird in Berlin die Lackierung enthüllt. Die maximalen Ziele sind ohnehin schon längst formuliert. "Wir wollen ab 2030 um die Weltmeisterschaft kämpfen", sagt Audi-CEO Gernot Döllner.

Audi geht mit Hülkenberg und Bortoleto an den Start

Das ist vier Jahre entfernt, in der Formel 1 ist es dennoch ein höchst ambitionierter Zeitplan - denn zu Beginn wird Audi erst einmal hinten in der Startaufstellung erwartet, das hat verschiedene Gründe. Für den Einstieg in die Königsklasse wurde das Schweizer Sauber-Team übernommen.
Das hat zwar einige Tradition, gehört aber seit mehr als zehn Jahren auch regelmäßig zu den Hinterherfahrern. Ein kleiner Rennstall wird also gerade aufgerüstet zum potenziellen WM-Kandidaten, personell und infrastrukturell ist das eine riesige Aufgabe.
Und angetrieben wird das Auto von einer Power Unit, die in gewisser Weise blind entwickelt wurde. Audi entschied sich für den ganzheitlichen Ansatz, das Auto und auch der Antrieb werden von Beginn an im eigenen Haus entwickelt.
Das soll langfristig einen Wettbewerbsvorteil bringen, kurzfristig ist es aber eine Herausforderung. Für den Motor gebe es "jede Menge Simulationen, aber wir haben keine Rückmeldung von der Strecke, null", sagte Stefan Dreyer, Audis Technik-Chef im Motorenwerk in Neuburg, noch im vergangenen November.

Audi in der Formel 1: Vom Herausforderer zum Weltmeister?

Zwar müssen auch die anderen Hersteller einen Hybrid-Antrieb für das neue Reglement bauen. Der Elektro-Anteil an der Leistung steigt auf beinahe 50 Prozent - der Verbrennungsmotor allerdings bleibt in weiten Teilen identisch, Mercedes, Ferrari und Co. kennen ihr Aggregat daher viel besser.
In diesem Sinne war die extrem frühe Ausfahrt am 9. Januar vor allem ein erster Funktionstest, Audi will möglichst wenig ausgebremst werden, wenn es schon bald mit den richtigen Testfahrten losgeht.
Vom 26. bis zum 30. Januar dürfen die Teams in Barcelona noch einmal hinter verschlossenen Türen auf die Strecke, im Februar (11. bis 13. und 18. bis 20.) wird dann noch zweimal in Bahrain getestet.
Man werde dann "eine steile Lernkurve" brauchen, sagt Dreyer mit Blick auf die hohen Ziele, im PR-Sprech formuliert Audi den Plan so: "Challenger, Competitor, Champion". Vom Herausforderer zum Weltmeister also. Möglichst in vier Jahren.
(SID)
picture

Verstappen vor ungewisser Saison: "Wollen konkurrenzfähig sein"

Quelle: SID


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung