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Hamilton gewinnt Chaosrennen - Grosjean übersteht Horrorcrash
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Publiziert 29/11/2020 um 18:15 GMT+1 Uhr
Der frischgebackene Rekordweltmeister Lewis Hamilton hat seine Erfolgsserie in der Formel 1 fortgesetzt und auch den Großen Preis von Bahrain gewonnen. Im 15. Saisonlauf, der vom schweren Feuerunfall des Franzosen Romain Grosjean überschattet wurde, setzte sich der Mercedes-Pilot aus England vor den Red-Bull-Fahrern Max Verstappen (Niederlande) und Alexander Albon (Thailand) durch.
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Das Feuerwerk in der Wüstennacht von Bahrain wirkte angesichts des Flammenunfalls von Romain Grosjean doch ziemlich unangebracht. Der frischgebackene Formel-1-Rekordweltweltmeister Lewis Hamilton bewies mehr Pietät und verzichtete nach seinem nächsten souveränen Sieg auf große Jubelarien.
Der Horrorcrash von Haas-Pilot Grosjean, den der Franzose wie durch ein Wunder mit leichten Verletzungen überstand, legte einen Schatten über den 95. Grand-Prix-Erfolg des Mercedes-Stars.
"Zum Glück hat der Cockpitschutz funktioniert. Zum Glück hat die Leitplanke ihm nicht den Kopf abgeschnitten", kommentierte Hamilton das Inferno, das Erinnerungen an den Nürburgring-Unfall Niki Laudas und andere Tragödien der Formel-1-Historie weckte: "Es ist erschreckend zu sehen, wie das Auto in zwei Teile gerissen wurde. Das zeigt, wie gefährlich dieser Sport ist und wie bedeutend die Sicherheitsstandards sind."
Wie durch ein Wunder rettete sich Grosjean nach 27 Sekunden (!) selbständig aus einem brennenden Wrack, der einmal sein Rennwagen gewesen war. Sein Haas-Ferrari war in zwei Teile zerborsten, das Chassis steckte in der Leitplanke fest, ein Vorderrad kullerte in die Wüstenlandschaft von Sakhir.
Romain Grosjean crasht mit Daniil Kvyat
Das Unglaubliche: Grosjean selbst blieb in Monocoque und feuerfester Kleidung relativ gut geschützt und kam mit vergleichsweise leichten Blessuren und einem großen Schrecken davon.
In der ersten Runde des Rennens, das Hamilton vor dem Red-Bull-Duo Max Verstappen und Alex Albon gewann und in dem Ferrari-Pilot Sebastian Vettel auf Rang 13 keine Rolle spielte, war es passiert.
Im hinteren Teil des Feldes ging es wild und unübersichtlich zu. Der von Position 19 gestartete Grosjean zog hart nach rechts und übersah wohl den AlphaTauri von Daniil Kwjat. Die Räder der Boliden berührten sich - danach war Grosjean nur noch Passagier und schoss in die Streckenbegrenzung.
Mithilfe der Streckenposten verließ der 34-Jährige sichtlich benommen die brennende Unfallstelle und wurde per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht, wo er über Nacht bleibt. Er erlitt lediglich Verbrennungen an beiden Handrücken und blieb von Brüchen verschont, teilte sein Rennstall am Sonntagabend mit.
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Grosjean entkommt Flammenhölle: Diese Bilder schocken die Formel 1
Quelle: Eurosport
Grosjean entkommt Inferno: "Es ist ein Wunder"
Bei Instagram meldete sich Grosjean in einer Videobotschaft wenig später selbst zu Wort: "Vor ein paar Jahren war ich nicht für den Halo (Cockpitschutz in der Formel 1; d. Red.), aber ich denke, er ist das Beste, was der Formel 1 passiert ist. Ohne ihn könnte ich jetzt nicht zu euch sprechen. Also danke."
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Grosjean sendet Videobotschaft - und bedankt sich bei Halo
Quelle: SNTV
85 Minuten dauerten die Reparaturarbeiten. Die zerstörte und in weiten Teilen verkohlte Leitplanke an der Unfallstelle wurde durch eine Mauer ersetzt. Pole-Setter Hamilton, seit zwei Wochen siebenmaliger Weltmeister, zog beim Restart davon. Während sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland) nach einem Reifenschaden weit zurückfiel, konnte dem Briten nur Verstappen folgen.
Vettel kämpfte nach dem überraschenden dritten Platz beim Chaosrennen von Istanbul diesmal wieder - wie so oft in dieser Saison - mit stumpfen Waffen. Auf der motorlastigen Strecke von Sakhir ging der viermalige Weltmeister in seinem SF1000 regelrecht ein. "Das Auto ist unfahrbar", meckerte der Heppenheimer im Boxenfunk.
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Lewis Hamilton vor nächstem Rekord
Der 33-Jährige ist bald erlöst: Nur noch zwei Rennen stehen aus, ehe er im neuen Jahr bei Aston Martin (noch Racing Point) einen Neustart unternimmt. In der kommenden Woche wird allerdings auf einem noch schnelleren Streckenlayout in Bahrain gefahren - Ferrari dürfte dann gänzlich auf verlorenem Posten stehen.
Hamilton dagegen jagt weiter Bestmarken für die Ewigkeit. In der Vergangenheit ließ er nach seinen Titelgewinnen die Saison oft ein wenig austrudeln. Doch dieses Mal steht noch ein Rekord auf dem Spiel: Hamilton visiert die Marke von 13 Saisonsiegen an, die nur Michael Schumacher (2004/in 18 Rennen) und Vettel (2013/in 19) erreicht haben.
Hierzu muss er "nur" noch in der kommenden Woche erneut in Bahrain und am 13. Dezember beim Saisonfinale in Abu Dhabi gewinnen. Die Corona-Notsaison 2020 umfasst nur 17 Läufe.
(SID)
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