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Daniel Ricciardo hat Red-Bull-Cockpit von Sergio Pérez im Visier - Nachfolge von Nyck de Vries nur der Anfang
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Publiziert 12/07/2023 um 12:21 GMT+2 Uhr
Beim Grand Prix in Ungarn (21. bis 23. Juli) kehrt mit Daniel Ricciardo ein alter Bekannter auf den Asphalt zurück. Der Australier ersetzt den bei AlphaTauri gescheiterten Nyck de Vries und soll dem gebeutelten Red-Bull-Schwesterteam zu einem versöhnlichen Saisonabschluss verhelfen. Dass Ricciardo diese Aussicht nicht reichen wird, ist offensichtlich - sitzt er Sergio Pérez doch tief im Nacken.
Daniel Ricciardo sitzt Ende Juli wieder im Cockpit von AlphaTauri
Fotocredit: Getty Images
Die Entlassung von Nyck de Vries nach nur zehn Formel-1-Rennen für AlphaTauri scheint selbst für Red-Bull-Verhältnisse ziemlich hart zu sein. Aber die Verpflichtung von Daniel Ricciardo deutet darauf hin, dass mehrere Faktoren im Spiel sind.
Jedes andere Team, das seinen Rookie-Fahrer nach weniger als einer halben Saison entlassen hätte, hätte in der Formel 1 für großes Aufsehen gesorgt.
Dass der Rauswurf von de Vries aus Red Bulls zweitem Team AlphaTauri aber fast schon mit einem Gefühl der Unvermeidlichkeit aufgenommen wurde, spricht Bände über die notorische Geduldslosigkeit des Unternehmens, wenn einer seiner Fahrer nicht liefert.
Es gibt genügend Beispiele dafür, dass Red Bull seine Youngster an die kurze Leine nimmt. Daniil Kvyat hielt es in der Saison 2016 nur vier Rennen bei Red Bull aus, bevor er mit Max Verstappen von Toro Rosso ausgetauscht wurde.
Verstappen: Ausnahme einer Lichtgestalt
In diesem Fall wurde der Tausch von Red Bull damit gerechtfertigt, dass der Niederländer gleich das nächste Rennen gewann und zu einem dominanten Faktor in der Formel 1 wurde. Pierre Gasly und Alexander Albon hatten hingegen vielleicht mehr Grund, sich zu ärgern als Kvyat.
Gaslys Beförderung von Toro Rosso zu Red Bull dauerte 2019 nur zwölf Rennen, bevor er nach Faenza zurückgeschickt wurde. Auch sein Ersatzmann Alexander Albon hatte Schwierigkeiten, sich in dem um Verstappen aufgebauten Team und Auto zurechtzufinden und wurde nach anderthalb Saisons komplett fallen gelassen.
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Max Verstappen (Red Bull)
Fotocredit: Getty Images
Dennoch erscheint der Rauswurf von de Vries noch einmal besonders hart. Nach einem holprigen Start in seine Formel-1-Karriere hatte der Niederländer langsam aber sicher den Rückstand auf Teamkollege Yuki Tsunoda aufgeholt, während er mit dem leistungsschwachen AT04 von AlphaTauri ein schlechtes Blatt in der Hand hatte.
Ricciardo kommt zurück - aber warum jetzt?
Wenn Red Bull weiß, dass sie de Vries ein schlechtes Auto gegeben haben und es keinen Nachschub an Red-Bull-Junioren à la Verstappen zu geben scheint, die ihn ersetzen könnten, warum dann jetzt der Wechsel?
Zum einen hatte Red Bull gehofft, dass de Vries aufgrund seiner großen Erfahrung sofort in der Formel 1 erfolgreich sein würde. Während Tsunoda bei seinem Debüt in der Saison 2021 noch sehr unerfahren war, da er erst zwei Jahre zuvor aus Japan nach Europa gekommen war, konnte de Vries einen beeindruckenden Lebenslauf vorweisen.
Nach Titeln in der Formel 2 und der Formel E war der damals 27-Jährige auch Test- und Simulatorfahrer bei Mercedes. Marko und AlphaTauri hofften, dass seine große Erfahrung der Entwicklung des Autos zugute kommen und de Vries' Lernkurve verkürzen würde. Das erklärt zum Teil, warum Markos Geduldsfaden noch dünner war als sonst.
Ricciardo blickt über seinen Tellerrand hinaus
Dass sich Red Bull für den 34-jährigen Ricciardo und gegen seinen Super-Formula-Schützling Liam Lawson entschied, lässt aber auch auf andere Faktoren schließen.
Denn obwohl Ricciardo nach seinem schmerzhaften Abschied von McLaren und der anschließenden Pause eindeutig das Feuer für ein Comeback verspürte, ist es unwahrscheinlich, dass der achtfache Grand-Prix-Sieger mitten in der Saison einer Rückkehr zum angeschlagenen AlphaTauri-Team zugestimmt hätte, wenn er nicht einen größeren Preis im Auge gehabt hätte.
Die Rückkehr des Australiers wurde nach einem angeblich beeindruckenden Pirelli-Test in Silverstone am Dienstag bei seinem ersten Einsatz im Red Bull RB19 bestätigt, wobei Red Bull ausdrücklich erklärte, dass er nach Faenza "ausgeliehen" sei.
AlphaTauri ist vielleicht keine schlechte langfristige Perspektive für Ricciardo, da sich das Team unter dem neuen CEO Peter Bayer und Teamchef Laurent Mekies von einem reinen Nachwuchsteam wegbewegt. Aber es fällt schwer, Ricciardos Rückkehr nach Faenza, dem Team, für das er 2012 und 2013 fuhr, nicht als Vorsprechen für einen Platz bei Red Bull zu sehen.
Der Pérez-Faktor - Druck steigt enorm
Verstappens Teamkollege Sergio Pérez startete gut in die ersten Rennen der Saison 2023, doch seine Form ließ nach, nachdem Verstappen ihn beim Grand Prix von Miami im Mai von weit hinten überholt hatte. Nachfolgende Fehler führten dazu, dass Pérez bei fünf Rennen in Folge das Q3 verpasste, was Verstappen sechs Siege in Folge und einen Vorsprung von 99 Punkten einbrachte.
Während das Fehlen eines konstanten zweitschnellsten Teams es Pérez ermöglichte, Zweiter in der Weltmeisterschaft zu bleiben, ist klar, dass die Aussichten auf die Konstrukteursmeisterschaft nicht so rosig gewesen wären, wenn Red Bull nicht den Vorteil gehabt hätte, den es jetzt mit dem dominanten RB19 hat.
Wenn das Team ernsthafte Konkurrenz bekommt, braucht Red Bull wieder einen zweiten Fahrer, der Verstappens Siege mit regelmäßigen Podestplätzen ergänzen kann. Schließlich hat man aus diesem Grund Gasly und Albon entlassen und den Mexikaner überhaupt erst verpflichtet.
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Sergio Pérez bietet Max Verstappen die Stirn
Fotocredit: Getty Images
Vielleicht wurde Tsunoda nicht als glaubwürdiger Herausforderer für Pérez' Platz ab 2024 wahrgenommen, aber Ricciardos überraschende Rückkehr könnte als Möglichkeit gesehen werden, Pérez zu zeigen, dass er sich verbessern muss, sonst ...
Sollte der Ricciardo-Versuch scheitern, könnte dies immer noch den Weg für Lawson ebnen, der nach einem ordentlichen Winter der Vorbereitung zum Zug kommen könnte. Ohne ihn im AT04 zu verheizen und vielleicht mit einem Super-Formula-Titel in der Tasche.
Es gibt wenig Zweifel daran, dass Ricciardo das erste Szenario vor Augen hat. Pérez hat nun zwölf Rennen Zeit, um zu verhindern, dass es auch Red Bull so geht.
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Quelle: Perform
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