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Formel 1 - Daniel Ricciardo hat sich mit Königsklassen-Aus abgefunden: "Nicht ewig um zehnte Plätze kämpfen"
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Update 25/09/2024 um 10:26 GMT+2 Uhr
Daniel Ricciardo hat sich nach dem Großen Preis von Singapur vielsagend über sein offenbar beschlossenes Aus bei den Racing Bulls geäußert. Der Australier zeigte sich dankbar für seine Karriere in der Formel 1 und erklärte, dass er kein Cockpit für einen Nachwuchsfahrer blockieren wolle. Zuletzt hatten sich die Zeichen vermehrt, dass der 35-Jährige bei der Red-Bull-Tochter keine Zukunft mehr hat.
Daniel Ricciardo am Rande des Grand Prix in Singapur
Fotocredit: Getty Images
Auch wenn es noch nicht offiziell ist, hat Daniel Ricciardo in Singapur mit großer Wahrscheinlichkeit sein letztes Formel-1-Rennen bestritten. Und sollte es tatsächlich das Ende seiner Karriere gewesen sein, dann hätte der Australier selbst auch kein Problem damit.
"Manchmal muss man das große Ganze sehen", erklärte der 35-Jährige und sagte: "Ich habe immer gesagt: 'Ich will nicht nur ein Typ sein, der hier in der Startaufstellung steht und ab und zu um einen Punkt kämpft.'" Doch genau das sei 2024 das Szenario gewesen.
"In diesem Jahr wollte ich versuchen, gut genug zu sein, um wieder bei Red Bull zu fahren und wieder um Siege zu kämpfen und zu sehen, ob ich es noch drauf habe", erinnerte er. Doch der Plan, sich durch gute Leistungen wieder für das Cockpit neben Max Verstappen zu empfehlen, ging nicht auf.
In der Weltmeisterschaft sammelte Racing-Bulls-Teamkollege Yuki Tsunoda (22 Punkte) fast doppelt so viele Zähler wie Ricciardo (12), und auch dem Australier selbst ist klar, dass Red Bull so keinen Grund hat, ihn noch einmal ins A-Team zurückzuholen.
"Um was kämpfe ich hier sonst noch?"
"Und dann stellt sich die Frage: Um was kämpfe ich hier sonst noch? Was erfüllt mich sonst noch? Ich bin selbst ein junger Fahrer gewesen, und es kommt der Punkt, an dem ich nicht nur Platz wegnehmen möchte", so der achtmalige Grand-Prix-Sieger.
Natürlich müsse man in der Formel 1 auch manchmal egoistisch sein, meinte Ricciardo, aber ohne realistische Aussicht auf ein Red-Bull-Comeback habe er kein klares Ziel mehr gehabt. Und aus diesem Grund habe er auch seinen "Frieden" mit der Situation geschlossen.
"Wenn man das Gefühl des Gewinnens erlebt hat, kann man nicht ewig um zehnte Plätze kämpfen", führte er bei "Sky" aus und betonte: "Es war ein Traum, in die Formel 1 zu kommen, ganz zu schweigen davon, dass ich über ein Jahrzehnt hier sein und um Siege kämpfen konnte."
"Ich bin stolz auf meine Karriere", stellte er daher klar: "Natürlich habe ich versucht, Weltmeister zu werden. Ich habe versucht, der Beste in einer Sache auf der Welt zu werden. Ich denke, das ist eine große Aufgabe, die wir von uns selbst verlangen, und offensichtlich schaffen es einige, andere nicht."
RIcciardo: Will nicht zu selbstkritisch sein
Er wolle daher nicht zu selbstkritisch sein: "Ich bin zufrieden mit der Leistung, die ich erbracht habe, und es gibt keine Traurigkeit oder ein Gefühl des Bedauerns oder was hätte sein können. Ich denke, ich habe mein Bestes gegeben."
Einen weiteren Anlauf, seine Karriere noch einmal ins Rollen zu bringen, wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Denn während er sich nach seinem Aus bei McLaren Ende 2022 zunächst als Red-Bull-Ersatzfahrer über Wasser hielt, schließt er so ein Szenario für 2025 aus.
2023 habe die Ersatzrolle für ihn "eine Menge Sinn ergeben", weil er so einen Fuß in der Tür behalten habe. Doch nachdem sein Plan, über die Racing Bulls zu Red Bull zurückzukehren, scheiterte, sieht er keinen Grund dafür, noch einmal als Ersatzfahrer anzuheuern.
"Ich werde meine Karriere nicht neu starten", erklärte er: "Ich bin 35 Jahre alt und habe immer noch das Tempo gezeigt, das ich über die Jahre hatte. Aber es ist offensichtlich, dass es für mich schwieriger war, es jedes Wochenende zu zeigen."
Ricciardo: Keine Ahnung wie es weitergeht
"Vielleicht hat das auch etwas mit dem Alter zu tun. Ich denke, dass es mir mit 25 definitiv leichter fiel als mit 35. Aber vielleicht nimmt auch einfach der Wettbewerb zu", so Ricciardo und erinnerte daran, dass die jungen Fahrer heute dank Simulator und Co. sehr gut vorbereitet in die Formel 1 kämen.
Zudem sei es ihm wichtig gewesen, den Sport mit "guten Erinnerungen" zu verlassen. Er habe nicht in eine Situation kommen wollen, in der er bei jedem Rennen in Q1 ausscheidet. "Das macht natürlich keinen Spaß", sagte der Australier.
Doch wie geht es nun weiter? "Ich weiß es nicht", gestand Ricciardo, der sich, sofern Singapur erwartungsgemäß sein letztes Rennen für die die Racing Bulls gewesen sein sollte, anschließend erst einmal Zeit lassen will, um darüber nachzudenken, was als nächsten kommt.
Er sei auf jeden Fall "dankbar" für seine Karriere, betonte Ricciardo. Es klingt alles sehr danach, dass er nie wieder an einem Grand Prix teilnehmen wird.
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