GP von Ungarn: Ferrari-Pilot Lewis Hamilton findet Überholmanöver in der Formel 1 2026 "nicht mehr so befriedigend"

Die Formel 1 hat sich in diesem Jahr verändert - vor allem, was die Zweikämpfe auf der Strecke betrifft. Wo die Piloten ihre Attacken früher geduldig vorbereiten mussten, um sich mit einem präzisen Bremsmanöver in die Kurve hinein vorbeizuschieben, scheint das Überholen 2026 deutlich einfacher geworden zu sein. Nun äußerte sich Ferrari-Pilot Lewis Hamilton zu Überholmanövern.

Ferrari-Pilot Lewis Hamilton äußert seine Meinung zu Überholmanövern in der aktuellen Saison

Fotocredit: Getty Images

Oft schießen die Fahrer aufgrund eines unterschiedlichen Energiehaushalts oder mithilfe des Overtake-Modus' bereits auf den Geraden aneinander vorbei. Und das sorgt bei vielen Piloten für Frust. "Es ist definitiv nicht mehr so befriedigend wie früher", stellt Hamilton klar.
"Es geht vor allem darum zu verstehen, wie viel Batterieleistung man zur Verfügung hat", ergänzt der 41 Jahre alte Ferrari-Pilot mit Blick auf das unbeliebte Jojo-Racing. "Wenn man sie für ein Überholmanöver nutzt, hat der andere die Power, einen kurz darauf selbst zu überholen."
Auf vielen Strecken "sieht man Überholmanöver mitten auf der Geraden bei reduzierter Leistung", betont der Brite. Solche Manöver, die in den ersten Saisonrennen teilweise sogar "aus Versehen" passierten, hinterlassen bei den Fahrern kaum ein Erfolgserlebnis.
Klassische Überholmanöver bleiben dagegen weiterhin schwierig, obwohl das neue Formel-1-Reglement in dieser Hinsicht eigentlich für Besserung sorgen sollte. "Auf wahrscheinlich der Hälfte der Strecken kann man immer noch nicht überholen, wenn man direkt hinter jemandem fährt", sagt Hamilton.

Hamilton sieht Auswirkungen neuer Regelung kritisch

"Dann gibt es aber auch diese wirklich guten Strecken, auf denen es cool ist", ergänzt der siebenfache Weltmeister. Denn längst nicht jedes Überholmanöver sei unbefriedigend, "zum Beispiel, wenn vieles beim Anbremsen entschieden wird, so wie es sein sollte."
Oscar Piastri bringt das Grundproblem der neuen Regeln schließlich auf den Punkt: "Das Traurige ist, dass man heute nur schwer unterscheiden kann, was ein großartiges Überholmanöver ist und was einfach dadurch erleichtert wurde, dass man 400 PS mehr hat als der Vordermann", sagt der McLaren-Pilot.
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Ferrari-Pilot Lewis Hamilton äußert seine Meinung zu Überholmanövern in der aktuellen Saison

Fotocredit: Getty Images

"Manchmal ist es ziemlich offensichtlich, aber an Orten wie Österreich konnte man ein wirklich gutes Überholmanöver zeigen", erklärt der Australier. "Der Leistungsvorteil war nicht übermäßig groß. Man brachte sich in eine gute Position - und man konnte diese Position auch aus ziemlicher Distanz erreichen -, aber einfach war es sicher nicht."
In Silverstone seien Überholmanöver dagegen eher eine "Glückssache" gewesen. "Die Konzentration, die man in den ersten Runden allein dafür brauchte, um keine Kollisionen zu verursachen, war extrem hoch", berichtet Piastri über die Startphase in Silverstone.

Piastri findet Überholmanöver "schwierig zu beurteilen"

"Es ist einfach sehr schwierig: Man versucht, den Boost-Knopf zu nutzen und abzuschätzen, ob man die Batterie jetzt einsetzen sollte oder später - besonders auf Strecken wie Silverstone, wo es vier oder fünf verschiedene Geraden gibt, auf denen man sie nutzen kann."
Der McLaren-Pilot vertritt deshalb eine ähnliche Ansicht wie Hamilton. "Manche Überholmanöver sind nach wie vor sehr beeindruckend", lobt der 25-Jährige und ergänzt: "Andere sind es eindeutig nicht, weil sie einfach nur auf der Geraden stattfinden."
"Ich glaube, für uns ist es schwierig geworden zu beurteilen, was ein gutes Überholmanöver ist und was nicht - auch wegen dieser Unberechenbarkeit und der Tatsache, dass sich das Überholen von Strecke zu Strecke so stark unterscheidet."
"Früher hat man einfach überholt, ohne dass das groß hinterfragt wurde", meint Piastri, aber "heute sagt man sich: 'Okay, dieses Manöver war einfacher, weil wir auf dieser speziellen Strecke mit ihren jeweiligen Energieeigenschaften unterwegs sind.' Die ganze Sache ist also einfach etwas komplizierter."
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Quelle: Perform


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