Im Gespräch mit der spanischen Nachrichtenagentur "EFE" rekapitulierte der 39-Jährige: "Wir waren zweimal Weltmeister, viermal Vizeweltmeister und dreimal davon mit weniger als drei oder einem Punkt Unterschied. Abgesehen von den zwei Titeln haben wir noch fünf oder sechs Jahre lang bis zum letzten Rennen um die WM gekämpft."
"Und in diesem letzten Rennen, vielleicht in Runde 20, Runde 40 oder Runde 50, waren wir virtuelle Weltmeisterschaftsführende. Darauf bin ich stolz", sagte Alonso.
Dass es am Ende mit einem oder zwei weiteren Titeln dann doch nicht klappte, hatte verschiedene Gründe: "Mal lag es an dem Auto, das in dem Jahr dominant war, oder es waren die Umstände oder einfach nur fehlendes Glück. Aber wir haben nie aufgegeben und kämpfen immer noch darum, wieder vorne dabei zu sein."
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Ein Jahr, in dem Alonso den Titel nur um einen Punkt verpasste, war 2007. Der Spanier war zu McLaren gewechselt und gehörte zu den WM-Favoriten, bekam es aber mit einem überraschend starken Teamkollegen in Form von Lewis Hamilton zu tun.

Internes Duell mit Rookie Hamilton

Das teaminterne Duell mit dem damaligen Formel-1-Rookie zog sich durch die komplette Saison und verlief nicht ohne Reibereien. So blieb Alonso im Qualifying zum Grand Prix von Ungarn ungewöhnlich lange an der Box, sodass Hamilton warten musste und schließlich keine gezeitete Runde mehr fahren konnte.
Zuvor verließ sich Hamilton wohl nicht an die verabredete Reihenfolge beim Verlassen der Boxengasse. Alonso sicherte sich zunächst die Poleposition, verlor diese wegen einer Strafversetzung für grobe Unsportlichkeit aber wieder.
Heute auf den Vorfall in der Box angesprochen, gab sich der Spanier ahnungslos: "Da war nichts. Ich wechselte die Reifen und hatte fast keine Zeit mehr. Ich bin mit nur einer Sekunde Puffer über die Ziellinie gefahren." Niemand weiß, was ohne die Strafe passiert wäre. Fakt ist: Hamilton gewann das Rennen, Alonso wurde Vierter.
Rückblickend sagte der 39-Jährige: "Bei einer Weltmeisterschaft erlebt man immer Höhen und Tiefen. Die WM 2007 wurde durch einen Punkt entschieden - und dieser Punkt ging an vielen Stellen verloren. Aber darüber denkt man nicht mehr nach."

Alonso: "Es ist besser, das zu nehmen, was man bekommt"

"Wenn man an die Vergangenheit denkt, kann man auch daran denken, dass man in den Weltmeisterschaften, die man gewonnen hat, einmal Glück hatte. Räikkönen ist in zwei oder drei Rennen, in denen er in Führung lag, der Motor kaputt gegangen. 2006 ging Michael in Suzuka im vorletzten Rennen der Motor kaputt."
"Wenn man also anfängt zu rechnen, hätte man vielleicht die nicht gewonnen, die man gewonnen hat; und vielleicht hätte man die gewonnen, die man nicht gewonnen hat. Es ist also besser, das zu nehmen, was man bekommt und es zu genießen."
Böses Blut gebe es zwischen ihm und Hamilton daher nicht. "Außerdem ist nichts mit Hamilton passiert. Es war mehr mit dem Team, mit dem wir unsere Differenzen hatten", stellt Alonso klar. "Es herrschte immer Respekt zwischen uns. Selbst auf der Rennstrecke. Wir haben immer versucht, hart zu kämpfen, aber mit Respekt."
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