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Ferrari: Ex-Fahrer giftet gegen Scuderia und fordert nach desolater Saisonhälfte den Rauswurf der Strategen
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Publiziert 15/08/2022 um 15:53 GMT+2 Uhr
Ferrari gab trotz des schnellsten Autos auf dem Asphalt in der ersten Hälfte der Saison eine desolate Figur ab. Die Scuderia stellte sich mit peinlichen Strategiefehlern regelmäßig ein Bein und schien seinen Starfahrer Charles Leclerc im Stich zu lassen. "Die Strategen gehören gefeuert", lautet das ehrliche Fazit des ehemaligen Rennfahrers Marc Surer, der bei Ferrari alte Tugenden vergisst.
Mattia Binotto und Charles Leclerc
Fotocredit: Getty Images
Noch vor einigen Monaten hatte Charles Leclerc eine komfortable Führung in der Fahrer-WM, die aber nun ein Rückstand von 80 Punkten auf WM-Leader Max Verstappen geworden ist.
Der Monegasse stand trotz des mitunter schnellsten Autos in den vergangenen acht Rennen nur ein einziges Mal auf dem Podest.
Die Gründe für die schlechten Ergebnisse waren eigene Fehler wie in Frankreich und fehlende Zuverlässigkeit wie in Baku und Spanien, aber auch Strategiefehler von Ferrari wie in Monaco, Silverstone und zuletzt in Ungarn.
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"Da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln, dass sie es einfach immer wieder schaffen, eine falsche Entscheidung zu treffen", erklärte Surer bei "Formel1.de". "Die Leute von der Strategie würde ich alle feuern!"
Schwache Ausreden: Surer nimmt Binotto in die Pflicht
Surer kritisierte unter anderem die Entscheidung in Frankreich, Carlos Sainz nach seinem gelungenen Manöver gegen Sergio Perez an die Box zu holen, obwohl der Spanier seiner Meinung nach noch intakte Reifen hatte.
Auch die Entscheidung in Budapest, dem führenden Leclerc harte Reifen zu geben und ihm damit Steine in den Weg zu legen, stieß Surer sauer auf. "Also wie man so viel falsch machen kann, es ist unglaublich", so der Schweizer weiter.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hatte sein Team nach dem Rennen in Ungarn noch verteidigt und gemeint, das Auto sei ohnehin zu langsam gewesen.
Für Surer war dies bislang die "schwächste" Ausrede des italienischen Rennstalls: "Wenn du die falschen Reifen drauf machst, dann ist es wirklich zu langsam."
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Max Verstappen kassiert Charles Leclerc
Fotocredit: Getty Images
Ferrari muss unangenehme Wahrheiten akzeptieren
Der Schweizer nahm auch den Teamchef in die Pflicht, der nicht immer nur versuchen sollte, seine Mannschaft zu decken. "Einer müsste von ganz oben etwas sagen: 'Was machen die eigentlich? Wir haben das schnellste Auto im Feld.'"
Die früheren Ferrari-Präsidenten Enzo Ferrari, Luca di Montezemolo oder Sergio Marchionne hätten in so einer Situation sicherlich klare Kante gezeigt und waren dafür bekannt, auch einmal die unangenehme Wahrheit auszusprechen und so das Team unter Druck zu setzen. Eine derartige Führung sieht Surer aktuell unter John Elkann nicht.
Dabei wäre es laut ihm "dringend nötig", dass von oben eingegriffen wird. "Einer, den man auch vor der Kamera hatte und der dann auch eine Ansage gemacht hat, der fehlt jetzt", sagte er. "Und das ist vielleicht der Fall, weswegen es jetzt so dahinplätschert."
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