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Formel 1 in Österreich: Gelbe Randsteine gefährlich? Das sagen Hamilton, Rosberg, Marko, Kvyat & Co.
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Publiziert 02/07/2016 um 18:45 GMT+2 Uhr
Die äußeren, gelben Randsteine auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg erhitzen die Gemüter beim Großen Preis von Österreich. Nach mehreren Aufhängungsbrüchen am Freitag und Samstag - und anderem war WM-Spitzenreiter Nico Rosberg betroffen - üben Piloten und Verantwortliche scharfe Kritik. Wurde die Strecke nicht nur verschlimmbessert, sondern auch gefährlich gemacht? Und warum ändert niemand etwas?
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Die Organisatoren des Grand Prix von Österreich auf dem Red-Bull-Ring erhalten jedes Jahr viel Lob für ihr Event. Zur Saison 2016 hat man die Anlage mit einem neuen Asphalt versehen, der den Piloten aufgrund des hohen Griplevels eine Menge Freude bereitet - und die Rundenzeiten purzeln lässt.
Weniger lustig empfinden viele Fahrer die neuen, gelb lackierten Randsteine, die an etlichen Stellen am Kurvenausgang als äußerster Rand der Strecke installiert wurden.
"Ich kann nicht für die anderen sprechen, aber meiner Ansicht nach sind diese gelben Randsteine sehr gefährlich", mahnt Lewis Hamilton, der zur Pole Position raste. In Anbetracht mehrerer Zwischenfälle - Max Verstappen am Freitag, Nico Rosberg, Sergio Pérez und Daniil Kvyat am Samstag - betont der Weltmeister:
Er sei sicher, dass sich Rennleiter Charlie Whiting und die FIA der Sache annehmen, "da kann man definitiv etwas verbessern. Die Idee ist gut, denn wir sollten auf der Strecke bleiben, aber vielleicht ist da eine andere Lösung notwendig."
Kvyat schimpft: "Eine dumme Lösung!"
Zustimmung erhält Hamilton von Unfallopfer Kvyat: "Ich denke, dass wir uns die Kerbs anschauen müssen. Wenn du da drauf bist, hast du keine Kontrolle mehr. Diese Kerbs sind nicht die richtige Lösung. Es ist sogar eine dumme Lösung!"
Im vergangenen Jahr seien die Randsteine "völlig okay" gewesen, findet der Toro-Rosso-Pilot. "Es war so, dass hinter dem Randstein der Kunstrasen kam, das war der perfekte Kompromiss. Aber man will hier immer alles noch ein wenig weiter verbessern…"
Nach Diskussionen in der Fahrerbesprechung stand am Freitagabend fest: Die als "Baguettes" bezeichneten Randsteine bleiben, die Piloten müssen sich von der Streckenbegrenzung fernhalten, um Beschädigungen an ihrem Auto zu vermeiden.
Red-Bull-Berater Marko ledert gegen Befürworter
Ein Beschluss, der Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko die Zornesröte ins Gesicht treibt. "Eine völlig unsinnige Einrichtung, die da getätigt wurde", schimpft der Österreicher im ORF.
Wen Marko genau meinte, ließ er offen. Am Rande des Grands Prix in Aserbaidschan hatten sich unter anderem McLaren-Pilot Jenson Button und WM-Leader Rosberg kritisch über den Baku City Circuit geäußert. Nach den Freien Trainings am Freitag verteidigte Rosberg die Veränderungen am Red-Bull-Ring als "ziemlich cool".
"…dann haben sie auch für den Grand Prix ein Problem"
Am Samstagvormittag wurde der Mercedes-Star dann aber selbst Opfer der Randsteine: Im 3. Freien Training brach ihm beim Beschleunigen auf den Randsteinen der Querlenker der Hinterradaufhängung; Rosberg crashte, musste in der Folge das Getriebe wechseln und in der Startaufstellung um fünf Plätze nach hinten.
"Man hat gesehen, dass wir eine extreme Belastung auf die obere Aufhängung haben, und die ist dann am Ausgang bei Volllast über dem Randstein gebrochen", bestätigt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Obwohl Rosberg die "Baguettes" unmittelbar vor seinem Unfall nicht berührte, gingen die Diskussionen munter weiter.
Ex-Formel-1-Pilot und GPDA-Präsident Alex Wurz gilt als sehr technikversiert. "Es könnte sein, dass es wegen der neuen Randsteine Frequenzen gibt, die dem Material schaden", sagt der Österreicher, "und dann haben sie auch für den Grand Prix ein Problem".
Mercedes reagiert auf Rosberg-Unfall
Sprich: Beim Überfahren der Randsteine beginnen die Teile, in einer gewissen Frequenz zu schwingen. Wenn es dabei zu Frequenzüberlagerungen kommt, können Brüche auftreten. War es hingegen ein reiner Materialfehler, also das gebrochene Teil in der Fertigung schadhaft, muss sich Mercedes keine Sorgen machen.
"Jetzt werden sie sicher neue Teile einbauen, die noch keine Kilometer draufhaben, um hier einen Ermüdungsbruch auszuschließen", prophezeite Wurz vor dem Qualifying.
Er glaubte zudem, dass die Fahrer nun davor gewarnt sind, zu aggressiv über die Randsteine zu fahren: "Das kann natürlich eine Gefahr darstellen. Bis man weiß, was es wirklich ist, muss man vorsichtig sein." Waren die Silberpfeile tatsächlich: Bei Hamilton wurde die Radaufhängung noch einmal verstärkt.
Nur Räikkönen sieht's mal wieder nüchtern…
Kritisch äußert sich Ex-Pilot Gerhard Berger, der ebenfalls fordert, die Randsteine zu entfernen: "Weg damit, die sind überflüssig. Ich mag die überhaupt nicht. Ich mag aber auch nicht solche Kurven, die endlose Asphalt-Auslaufzonen haben. Ich bin Hardcore-Motorsport - ich würde am liebsten eine Mauer dort sehen (lacht)! Dann kostet jeder Fehler die Radaufhängung oder tut weh!"
Marko sagt: "Es ist sicher ein Thema, das man intensiv untersuchen muss. Es ergibt keinen Sinn, wenn man Auslaufzonen en masse hat, und das dann künstlich über die Randsteine einschränkt."
Nur Ferraris Kimi Räikkönen reagiert auf seine gewohnt nüchtern-unterhaltsame Art:
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