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Hammer in der Formel 1: McLaren vor Rückkehr zu Mercedes!

Hammer in der Formel 1: McLaren vor Rückkehr zu Mercedes!

27/09/2019 um 20:32Aktualisiert 27/09/2019 um 20:50

Das McLaren-Team steht unmittelbar vor einer Rückkehr zum langjährigen Motorenhersteller Mercedes. Entsprechende Gerüchte kursieren in Branchenkreisen seit Monaten; am Rande des Grand Prix von Russland in Sotschi verdichten sich diese aber. Demnach könnte eine offizielle Bekanntgabe unmittelbar bevorstehen.

Am Freitag wurde im Paddock ein Treffen zwischen McLaren-Boss Zak Brown und Cyril Abiteboul, dem Chef des aktuellen Motorenherstellers von McLaren, Renault, beobachtet. Praktisch gleichzeitig wurde ein Mercedes-Sprecher bei McLaren gesehen. Ein klares Indiz dafür, dass etwas im Busch ist - auch wenn sich die beteiligten Parteien nicht offiziell dazu äußern wollen.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl und sein Technischer Direktor James Key treiben aktuell die Weiterentwicklung des einstigen Erfolgsrennstalls konsequent voran. Eine von Seidls ersten Amtshandlungen war der Projektbeginn eines neuen Windkanals für die Fabrik in Woking. Außerdem wurde das Kapitel Fernando Alonso in der Formel 1 zugeschlagen.

Offiziell hatte Seidl bisher keine Signale abgegeben, wonach ein Wechsel des Motorenherstellers unmittelbar bevorstehen könnte. Erst kürzlich sagte er, der Fokus liege "auf der Architektur des Renault-Motors. Das wird auch die Basis für alles sein, was wir ab November im Hinblick auf 2021 unternehmen."

Seidl: Zufrieden mit der Renault-Partnerschaft

"Ein Grund dafür, dass wir solche Leistungen zeigen, ist der Schritt, den Renault in Sachen Performance gemacht hat. Ich bin zufrieden mit dieser Beziehung - und auch darüber, wie offen und transparent sie gelebt wird", so der Deutsche.

Seidl ist bei Mercedes übrigens kein gänzlich Unbekannter. Bevor er von Porsche zu McLaren wechselte, war er auch bei Mercedes im Gespräch - in leitender Funktion, mit der langfristigen Idee, eines Tages in die Fußstapfen von Toto Wolff zu treten. In Stuttgart schätzt man ihn. Möglich, dass das eine Zusammenarbeit begünstigen würde.

McLaren fuhr bereits zwischen 1995 und 2014 mit Mercedes-Power in der Formel 1. Mika Häkkinen (1998 und 1999) sowie Lewis Hamilton (2008) wurden auf McLaren-Mercedes Weltmeister. Die von Zigarettensponsor West gebrandeten Silberpfeile waren ab 1997 Sinnbild einer Erfolgsära in der Motorsport-Geschichte von Mercedes.

Noch bürokratische Hindernisse zu überwinden

Noch sind aber nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Mercedes hat erst kürzlich den Motorenliefervertrag mit Williams bis Ende 2025 verlängert. Jener mit Racing Point ist dem Vernehmen nach ebenfalls langfristig ausgelegt. McLaren wäre folgerichtig das vierte Mercedes-Team in der Formel 1.

Das ist aber laut FIA-Reglement streng genommen untersagt. In Artikel 8.3 des Sportlichen Reglements ist festgelegt, dass ein Motorenhersteller maximal drei Teams ausstatten darf. Eine Zusammenarbeit mit einem vierten Team ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der FIA möglich.

Der Wechsel von Renault zu Mercedes würde - wenn überhaupt - frühestens 2021 stattfinden, also zeitgleich mit der Einführung eines reformierten Formel-1-Reglements. Bis Ende 2020 ist McLaren vertraglich an Renault gebunden.

Sollte der Deal durchgehen, hätte das möglicherweise Einfluss auf die Machtverhältnisse der großen Hersteller in der Formel 1. Mercedes wäre dann mit insgesamt vier Teams am breitesten aufgestellt. Ferrari hätte weiterhin drei Teams, Honda zwei und Renault nur noch eins.

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