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Ferrari: Teamchef Mattia Binotto kontert Kritik von Sebastian Vettel
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Publiziert 09/08/2020 um 22:59 GMT+2 Uhr
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nahm Stellung zur Kritik von Sebastian Vettel und schilderte, wie er die strittigen Situationen in Silverstone erlebt hatte. "Sein Rennen wurde beim Start beeinträchtigt. Ich glaube, das war der Knackpunkt, nicht die gewählte Strategie", konterte der 50-Jährige die Vorwürfe des Heppenheimers. Vettel hatte Ferrari für die Boxenstopp-Strategie scharf attackiert.
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Vorneweg bei seinen Äußerungen bei "Sky" sagte Binotto, man dürfe keinen Bruch in die Beziehung zwischen Ferrari und Vettel hineininterpretieren. "Ich glaube nicht, dass Sebastian das Vertrauen in unser Team verloren hat. Er macht gerade eine schwierige Zeit durch", erklärte der Teamchef.
Vettel habe zuletzt "kein Vertrauen" ins Auto gehabt. Ferrari werde nun "alles" tun, um dem viermaligen Formel-1-Weltmeister dieses Vertrauen wieder zu geben. Und Binotto sagte dabei auch: "Wenn ein Chassiswechsel Seb Vertrauen schenken kann, dann werden wir es tun."
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Binotto: Vettels Dreher war der Knackpunkt
Eben dies hatte der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg bei "RTL" als Sofortmaßnahme vorgeschlagen. Er riet Vettel, bei Ferrari "auf den Tisch zu hauen" und das Ersatzchassis zu fordern, "weil irgendwo ist was falsch am Auto", so sagte Rosberg.
Er zeigte Verständnis für Vettels Frust. "Er weiß: Ich kann es ja. Also irgendwas muss [im Team] was falsch sein, wenn ich eine halbe Sekunde pro Runde langsamer bin und irgendwo hinten im Feld rumfahre, wenn mein Teamkollege Vierter wird." Es sei eine "schwierige Situation" für alle Beteiligten.
Vettel, so meinte Binotto, habe sich beim 70-Jahr-Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone aber selbst ein Bein gestellt. Der Dreher in der Startrunde habe das Rennen umso mehr zu einer Herausforderung gemacht. "Sein Rennen wurde beim Start beeinträchtigt", sagte Binotto. "Ich glaube, das war der Knackpunkt, nicht die gewählte Strategie."
Ferrari-Teamchef verteidigt Reifentaktik
Über die Reifentaktik, für die Vettel Ferrari mehrfach scharf kritisiert hatte, gäbe es "nicht viel" zu sagen, so der Ferrari-Teamchef weiter. "Vielleicht haben wir die ideale Entscheidung ein paar Runden vorgezogen, weshalb er eine Position an Räikkönen verloren hat, von der wir aber wussten, dass er sie ohne Zeitverlust wiederkriegen würde."
Außerdem, das erwähnte Binotto ausdrücklich, habe Ferrari mit dem Vettel-Stopp dessen Teamkollegen Charles Leclerc einen Gefallen getan. Leclerc war nach seinem früheren Stopp hinter Vettel aufgelaufen. Dass Vettel zur Box beordert wurde, habe "Charles ein Comeback ermöglicht", sagte Binotto.
Aus seiner Sicht sei es "die richtige Entscheidung für das Team" gewesen. "Wir glauben nicht, dass wir Sebastian benachteiligt haben. Er hat Kimi ja sofort wieder überholt."
Rosberg springt Binotto bei
Vettels Kritik aber beschränkte sich nicht nur auf den Zeitpunkt des Boxenstopps in Runde 22, sondern richtete sich auch gegen die Reifenwahl im zweiten und dritten Stint. Darauf ging Binotto gar nicht ein, auch nicht auf die Vehemenz der Vettel-Äußerungen.
Rosberg aber griff die deutlichen Worte Vettels in seiner Analyse auf und meinte: "Das ist jetzt nicht unbedingt eine gute Sache, wenn der Fahrer im Rennen so die Schuld dem Team gibt. Als Fahrer kannst du es nicht beurteilen. Du weißt ja gar nicht, was da alles noch in der Strategie mitspielt. Kann man nicht wirklich wissen."
Das alles zeigte aber, "wie angespannt die Situation zwischen ihm und dem Team" sei, so Rosberg.
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