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Kimi Antonelli warnt Mercedes nach Sieg von Lando Norris in Zandvoort: "Eindeutig nicht mehr das schnellste Auto"
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Publiziert 24/08/2026 um 16:34 GMT+2 Uhr
Lando Norris hat Mercedes zweimal in Folge geschlagen: Kimi Antonelli sieht McLaren jetzt vorn, doch der Weltmeister hält die Aussagen der Konkurrenz für übertrieben. Das nächste Rennen in Monza könnte mehr Klarheiten geben und neue Einblicke verschaffen. Dennoch ist der Abstand von Antonelli auf Norris mit 83 Punkten auf den Briten immer noch mehr als komfortabel.
Die Zahlen zu Norris' Zandvoort-Coup: Pole Position nur der Anfang
Quelle: Perform
54 von 72 Runden lang sah es beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort so aus, als würde Kimi Antonelli seinen siebten Sieg der Formel-1-Saison 2026 einfahren. Doch am Ende setzte sich nicht Mercedes, sondern McLaren-Pilot Lando Norris durch - nach dessen Triumph in Ungarn vor der Sommerpause zum zweiten Mal hintereinander.
Mercedes diktierte in Zandvoort den F1-Sprint (mit George Russell), und angesichts der Erwartungshaltung, dass der Papierform nach am McLaren die Reifen schneller abbauen müssten, hätte zu Rennmitte am Sonntagnachmittag wohl kaum jemand mit Norris gerechnet.
Aber die jüngsten McLaren-Updates scheinen zu greifen, und Zandvoort ist womöglich ein Indikator dafür, dass das Weltmeisterteam des Vorjahres zumindest bei kurvenreicheren Streckenprofilen wieder zu alter Stärke finden kann.
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Antonelli befürchtete aus Mercedes-Sicht: "Wir haben eindeutig nicht mehr das schnellste Auto in der Startaufstellung. Wir sind wahrscheinlich nur noch Zweiter oder Dritter", sagte er - und knüpfte einen in diesem Kontext wichtigen Satz an: "Zumindest in diesem Rennen."
Ist Mercedes wirklich nicht mehr die Nummer 1?
Es gibt im Fahrerlager der Formel 1 wenig Zweifel dran, dass Mercedes auf die komplette Saison gesehen das durchschnittlich beste Gesamtpaket hat. Aber Budapest und Zandvoort haben bewiesen, dass deswegen nicht jeder Grand Prix ein Selbstläufer für die "Silberpfeile" sein muss.
"McLaren", sagte Antonelli, "hat einen riesigen Schritt gemacht. Besonders seit dem Upgradepaket, das sie in Ungarn gebracht haben." Und Russell legte nach: "Die Strecken mit hohem Reifenverschleiß liegen McLaren, und vor allem Lando.
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Lando Norris Kimi Antonelli Zandvoort
Fotocredit: AFP
Er ist ein Spezialist für solche Bedingungen. War auch letztes Jahr so. Monza könnte eine andere Geschichte sein. Aber ich denke, sie sind im Moment das Team, das es zu schlagen gilt."
Norris legt solche Aussagen nicht auf die Goldwaage. Seiner Einschätzung nach versuchte Mercedes, die Erwartungshaltung zu managen und den Druck in Richtung McLaren zu verschieben: "Sie können schlecht über sich selbst sagen, dass sie das Team sind, das es zu schlagen gilt, oder? Wenn sie heute geschlagen wurden, dann sind sie logischerweise das Team, das es zu schlagen gilt. Das stimmt also so nicht."
Der amtierende Weltmeister formulierte seine Einschätzung nuancierter: "Wir haben jetzt sicherlich ein Auto, das dazu in der Lage ist, sie zu schlagen. Aber nehmen wir den Sprint und dann das Qualifying: Wir haben gestern nicht gewonnen, und viel haben wir danach nicht umgebaut. Aber ich habe mein Fahren verbessert, und heute haben wir das Blatt gewendet."
Norris: "Mercedes hat die bessere Allround-Performance"
"Wir haben meiner Meinung nach ein ähnlich starkes Auto wie Mercedes, aber sie haben die bessere Allround-Performance als wir. Unsere Stärke liegt spezifisch in den schnellen Kurven. Heute habe ich in Kurve 7 und 8 die Zeit gewonnen. Aber wenn mir gestern im Qualifying ein Fehler passiert, bin ich in der Startaufstellung Dritter, Vierter oder Fünfter. Dann gewinnen wir nicht, und dann macht niemand solche Aussagen. Ich glaube, die Leute sagen das jetzt, weil ich halt so einen guten Job mache", sagte Norris.
Von der WM träumt der Titelverteidiger ohnehin nicht. Er denke von Rennen zu Rennen, leiert er fast gebetsmühlenartig runter und blockt so Fragen nach seinen Chancen, 2026 erneut Weltmeister zu werden, ab.
Ein realistischer Blick auf die Dinge: Norris liegt aktuell an vierter Position der Fahrerwertung, mit 83 Punkten Rückstand auf Antonelli.
Selbst wenn er, wie zuletzt in Budapest und Zandvoort, weiterhin neun Punkte pro Rennwochenende aufholen würde, würde er erst nach Katar die Gesamtführung übernehmen. Und dass die Grands Prix im Nahen Osten wirklich stattfinden werden, kann heute noch niemand mit Sicherheit garantieren.
Mercedes: Größeres Update erst für Malaysia geplant
Zumal McLaren gerade von den frischen Budapest- und Zandvoort-Updates profitiert, wohingegen Mercedes die nächsten größeren Ausbaustufen Stand heute erst für Anfang Oktober plant, also nach Monza, Madrid und Baku.
Antonelli sagte dazu: "Ich habe Vertrauen ins Team. Sie arbeiten am nächsten Paket, das kommen soll, und sie wollen sicherstellen, dass alles funktioniert, wenn wir es ans Auto packen." Momentan befinde man sich daher in einer schwierigeren Phase der Saison, "aber wenn das Paket dann kommt, hoffe ich, dass wir wieder die Oberhand gewinnen".
Bis dahin zehrt Mercedes von jenem Vorsprung, den sich das Team - trotz diverser Zuverlässigkeitsprobleme - vor der Sommerpause aufgebaut hat. Und die Powerstrecke in Monza wird vermutlich ein anderes Kräfteverhältnis liefern als Budapest und Zandvoort: "Ich glaube, dass wir dort etwas konkurrenzfähiger sein sollten", vermutete Russell. "Aber ich glaube, dass Ferrari ein Motorenupdate plant - und die Wahrheit ist: So genau wissen wir es nicht."
Für den ehemaligen Mercedes-Fahrer Nico Rosberg, Formel-1-Weltmeister von 2016, steht fest: "Mercedes wird sich über diese Pace von McLaren gerade Sorgen machen. Die sind jetzt das Team, das es zu schlagen gilt, und sie entwickeln ihr Auto auch schneller als alle anderen. Es könnte für Mercedes ein wirklich hartes Saisonende werden."
Antonelli vor Heimspiel in Monza
Zumindest phasenweise war Norris in Zandvoort beeindruckend schnell. Nach seinem Boxenstopp in Runde 48 kam der amtierende Champion mit 5,8 Sekunden Rückstand auf Antonelli auf die Strecke zurück.
Schon in Runde 51 hatte er den Abstand erstmals auf weniger als eine Sekunde zugefahren. Es war jener Abschnitt im Rennen, als Antonelli anfing, über seinen harten Reifen zu meckern.
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Kimi Antonelli 2025 in Monza
Fotocredit: Getty Images
"Landos Pace auf den harten Reifen war richtig gut", analysierte Rosberg bei "Sky Sports F1". "Er war sieben, acht Zehntel schneller als George, unter vergleichbaren Bedingungen. Er ist regelrecht geflogen. Der Speed war unglaublich."
Für Russell könnte Monza übrigens eine gute Chance sein, ein paar von den 59 Punkten wegzuknabbern, die ihn nach zwölf von 23 geplanten Grands Prix von Antonelli trennen. Denn Antonelli wird bei seinem Heimrennen mit neuer Powerunit antreten - und wird daher in der Startaufstellung nach hinten rücken.
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