GP der Niederlande - Lewis Hamilton überzieht eigenes Ferrari-Team mit Sarkasmus: "Tolle Art, Zeit zu verschwenden"

Eurosport bei Google

Bei Ferrari hängt der Haussegen nach dem GP der Niederlande in Zandvoort mal wieder schief. Lewis Hamilton ist mit seinem Team hart ins Gericht gegangen und hat es aufgefordert, mehr wie Mercedes zu sein. Hintergrund ist eine verpasste Stallorder gegen Teamkollege Charles Leclerc, die den siebenmaligen Weltmeister aus Großbritannien eine Menge Zeit kostete. Am Ende landete Hamilton auf Rang vier.

Die Zahlen zu Norris' Zandvoort-Coup: Pole Position nur der Anfang

Quelle: Perform

Lewis Hamilton war im zweiten Stint auf harte Reifen gegangen und lag auf Rang fünf, als er auf den deutlich langsameren Leclerc auf Medium-Reifen aufschloss und sich vom Team erhoffte, vorbeigelassen zu werden - das passierte jedoch nicht.
"Tolle Art, Zeit zu verschwenden, Jungs. Gute Arbeit", funkte Hamilton sarkastisch, während sich Leclerc weigerte, den von Ferrari angestrebten nächsten Boxenstopp einzulegen.
"Was soll das?", fragte er beim Team nach der Anweisung zum Boxenstopp. "Das zerstört mein Rennen. Ich bin doch erst zwei Runden nach Russell reingekommen."
Leclerc blieb zunächst auf der Strecke, während Hamilton weiter genervt monierte, dass er hinter ihm Zeit verliert, bevor der Monegasse in Runde 43 doch gegen seinen Willen zum Reifenwechsel abbog.

Hamilton sauer: Schaut, wie Mercedes es macht

Nach dem Rennen war Hamilton entsprechend angesäuert: "Ich will gewinnen. Ich will gewinnen", betonte er bei "Sky" auf seine Kommentare angesprochen. "Ich bin hier, um zu gewinnen. Und es ist schwierig, wenn du nach vorne schaust und die beiden Mercedes-Fahrer siehst: Sie bekommen den Call, und es ist erledigt, sie setzen es sofort um."
picture

Ferrari-Star Lewis Hamilton beim GP der Niederlande

Fotocredit: Getty Images

Was Hamilton damit meinte: Bei Mercedes hatte Russell wenige Runden vor dem Ende eine Anweisung seines Teams erhalten, seinen Teamkollegen Kimi Antonelli auf besseren Reifen vorbeizulassen, obwohl beide gegeneinander um die WM kämpfen und Antonelli eigentlich kaum eine Chance hatte, Lando Norris vorne den Sieg noch streitig zu machen.
"Sie lassen Kimi vorbei und lassen ihn sein Rennen fahren. Ich war auf einer anderen Strategie, und hier läuft das nicht genauso", beschwerte sich Hamilton, der punktgleich mit Russell auf Rang zwei der WM liegt. "Das ist ein bisschen schwierig, aber wir müssen es jetzt so hinnehmen. Wir besprechen das intern, und wenn ich gleich zurückgehe, werde ich mit ihnen darüber sprechen."

Hamilton: "Jeden einzelnen Punkt mitnehmen"

Auch wenn es für ihn in dem Fall nicht um den Sieg ging, ärgert ihn das: "Um Meisterschaften zu gewinnen, muss man jeden einzelnen Punkt mitnehmen", betonte er. "Die letzten paar Rennen waren mit Strafen und dem ganzen Zeug schon schwierig, und heute habe ich mehrere Sekunden hinter Charles verloren - was am Ende, wie ich finde, letztlich den Unterschied ausgemacht hätte."
Denn Hamilton verpasste am Ende als Vierter den Sprung auf das Podium gegen Russell denkbar knapp um weniger als eine Sekunde.

Leclerc: "Ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, warum ..."

Charles Leclerc war derweil mit seinem eigenen Rennen beschäftigt. Er sah sich zu der Zeit in einem Duell mit Russell, der wenige Runden vor dem Ferrari-Piloten zu seinem ersten Boxenstopp gekommen war und harte Reifen aufgezogen hatte. Der Brite lag knapp vor Leclerc, als er in Runde 40 zum Boxenstopp abbog.
Leclerc sah darin seine Chance, länger draußen zu bleiben, um ein Reifendelta aufzubauen, von daher war er über den Call in Richtung Boxengasse alles andere als glücklich. "Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, warum wir so knapp nach Georges Boxenstopp reinkommen mussten", erläuterte er bei "Sky". Denn sei "im Grunde die Zusage, hinter George zu landen".
picture

Charles Leclerc beim GP der Niederlande

Fotocredit: Getty Images

"Bei zwei oder drei Runden Unterschied gab es für mich nicht mehr viel, was ich hätte tun können, und ich hatte das Gefühl, dass in meinen Reifen noch etwas drin war", führte er aus. "Natürlich waren Lewis und ich zu diesem Zeitpunkt auf unterschiedlichen Strategien, aber ich hielt es für richtig, etwas länger auf der Strecke zu bleiben."
Leclerc sagte, dass er kein Problem damit gehabt hätte, Hamilton vorbeizulassen und noch ein paar Runden länger draußen zu bleiben, allerdings habe er von Ferrari bezüglich seines Teamkollegen "keinerlei Nachrichten" bekommen. "Ich habe mich auf meine Pace konzentriert und versucht, das Beste aus meinem Rennen zu machen."

Vasseur erklärt: Darum gab es keine Ansage an Leclerc

Teamchef Frédéric Vasseur erklärt, dass man Leclerc zum betreffenden Zeitpunkt schlichtweg keine Ansage machen konnte, Hamilton vorbeizulassen.
"Als Lewis wieder auf Charles aufschloss, hatten wir eigentlich erwartet, dass er an die Box kommt", sagte er. Doch weil er im Verkehr wieder auf die Strecke gekommen wäre, bat man Leclerc kurzfristig, noch eine weitere Runde draußen zu bleiben.
picture

Ferrari: Frédéric Vasseur mit Lewis Hamilton

Fotocredit: Getty Images

Dass es nach dem Ärger am Funk zu erneuten Spannungen im Team kommt, darüber macht sich Vasseur aber keine Sorgen: "Beim Debriefing kommen alle wieder zusammen und bekommen ein klares Bild vom Rennen", winkte er ab.
"Charles war an einem Punkt ein wenig frustriert wegen der Reifenmischung. Ich glaube, heute waren alle bezüglich der Reifenmischungen etwas ratlos. Norris hat beim ersten Start auf Mediums begonnen und ist dann auf Softs gewechselt. Die Unterschiede zwischen den drei Mischungen waren heute sehr gering."
picture

Wechselgerüchte ausgeräumt: Verstappen verlängert bei Red Bull

Quelle: Perform


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung