Mercedes und Red Bull wittern Regelverstoß nach Ferrari-Leistung in Austin

Nach der schwachen Leistung von Ferrari in Austin wittert die Konkurrenz Betrug bei den vorherigen Rennen. Ferrari fehlte beim US-Grand/Prix vor allem die Speed. Ungewöhlich, denn zuvor waren die Roten die Schnellsten auf den Geraden. "Wenn jemand etwas gemacht hätte, was durch die technische Richtlinie klargestellt wurde, dann wäre das ein Foulspiel gewesen", sagte Mercedes-Boss Toto Wolff.

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Ferrari hatte seit der Sommerpause alle Qualifyings dominiert, teilweise mit überragenden Topspeeds. Ausgerechnet im ersten Qualifying nach der Reaktion der FIA, ausgelöst durch eine technische Anfrage des Red-Bull-Teams am 22. Oktober, reichte es aber plötzlich nicht mehr für die Pole-Position.
Bei Mercedes war das nach Austin ebenfalls Thema: "Die GPS-Messungen sehen ganz anders aus als in den letzten Rennen", wunderte sich Teamchef Toto Wolff.

Red Bull und Mercedes glauben Ferrari-Trick durchschaut zu haben

Christian Horner, dessen Red-Bull-Team die technische Richtlinie mit der Nummer 35 getriggert hatte, gibt sich zum Thema bedeckt: "Nur Ferrari kann das erklären", sagte er, von einem Journalisten auf den Leistungseinbruch in Austin angesprochen. Sein Schützling Max Verstappen ging in die Vollen und nahm das Wort "Betrug" in den Mund.
Red Bull und Mercedes glauben, dass sie entschlüsselt haben, wie Ferrari bis zu 50 PS mehr Extra-Power abgerufen hat. Die Benzindurchflussmenge wird vom FIA-Sensor nicht permanent, sondern in bestimmten Abständen gemessen. Die Konkurrenz geht davon aus, dass Ferrari zwischen diesen Messpunkten mehr Benzin eingespritzt hat als erlaubt (im Schnitt 100 Kilogramm pro Stunde).

Ferrari liefert Erklärungen für schwache Performance

Ferrari wehrt sich jedoch gegen die Betrugsvorwürfe seitens der Konkurrenz. Teamchef Mattia Binotto lieferte gleich eine Erklärung mit:
Im Qualifying war Ferrari nah dran an Mercedes. Sebastian Vettel fehlten nur zwölf Tausendstel auf Pole-Mann Valtteri Bottas. Im Rennen hatte Scuderia aber keine Chance. Charles Leclerc wurde nur Vierter. Vettel schied mit einer gebrochenen Radaufhängung früh aus.

Protest der Konkurrenz scheint unwahrscheinlich

Für die FIA ist der Fall vorerst erledigt. Die technische Richtlinie hat möglicherweise ein Schlupfloch gestopft, Ferrari kann 2019 ohnehin nicht mehr Weltmeister werden, und für Red Bull und Mercedes steht im Vordergrund, dass die Problematik im Hinblick auf 2020 geregelt ist. Ein offizieller Protest in Brasilien oder Abu Dhabi gilt daher als unwahrscheinlich.
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