Max Verstappen hat beim Texas-Rodeo mit Lewis Hamilton die Kontrolle über das spannende Titelrennen der Formel 1 behalten und dem Weltmeister eine schmerzhafte Niederlage zugefügt. Der Red-Bull-Star gewann am Sonntag den Großen Preis der USA in der Hamilton-Hochburg Austin hauchdünn vor seinem Rivalen und baute seinen Vorsprung in der Fahrerwertung aus. "Unglaublich, wir haben es geschafft!", funkte Verstappen nach der Zieldurchfahrt an die Box.
Verstappen, der seinen insgesamt 18. Grand-Prix-Erfolg in der Königsklasse feierte, liegt nach 17 von 22 Rennen zwölf Punkte vor Mercedes-Pilot Hamilton. Für Verstappen war es in der laufenden Saison bereits der achte Triumph. Das Podium komplettierte Sergio Perez (Mexiko) im zweiten Red Bull.
Sebastian Vettel, der wegen einer Motorenstrafe von Position 18 ins Rennen gestartet war, zeigte eine gute Leistung und kämpfte sich im Aston Martin auf den zehnten Rang vor. Vettel fuhr damit erstmals seit Belgien wieder in die Punkte. Mick Schumacher erlebte im unterlegenen Haas einen weiteren Einsatz am Ende des Feldes. Der 22-Jährige musste sich mit dem 16. Rang zufriedengeben. Schumacher gewann aber wieder das teaminterne Duell mit dem Russen Nikita Mazepin.
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Verstappen auf Pole, Hamilton auf Startplatz zwei - brisanter hätte das Qualifying-Ergebnis nicht ausfallen können. Erstmals seit dem denkwürdigen Zusammenstoß von Monza würden die Rivalen auf der Strecke direkt aufeinandertreffen - und das schon im steilen Anstieg zur ersten Kurve. In Russland (Verstappen) und der Türkei (Hamilton) waren die beiden Top-Piloten zuletzt wegen Motorenstrafen in der Startaufstellung zurückversetzt worden.

Hamilton kassiert Verstappen am Start

Verstappen, der Hamilton nach einem Rad-an-Rad-Duell im ersten Turn im Freitagstraining einen "dummen Idioten" genannt und ihm den Mittelfinger gezeigt hatte, reagierte genervt auf Fragen zum möglichen Konfliktpotenzial der Konstellation. "Ich weiß nicht, warum wir immer wieder darüber sprechen müssen", sagte er auch mit Blick auf den Monza-Crash.

Lewis Hamilton gegen Max Verstappen in Turn 1

Fotocredit: Getty Images

Die Fans auf den ausverkauften Rängen wurden nicht enttäuscht. Verstappen erwischte auf der sauberen Rennlinie einen schlechteren Start als Hamilton. Der Niederländer fuhr die Ellbogen aus, drängte den Briten zur Seite, hatte am Eingang zur ersten Kurve aber zu viel Vorsprung eingebüßt. Hamilton schob sich innen vorbei und parierte die umgehenden Konter Verstappens.
Davonziehen konnte der Titelverteidiger aber nicht - im Gegenteil. Verstappen lauerte im DRS-Fenster auf eine Überholchance und setzte Hamilton konsequent unter Druck. "Er ist im Moment schneller als ich", funkte ein merklich gestresster Hamilton an die Box. Der etwas höhere Top-Speed des Mercedes auf der Geraden kam ihm aber zugute.

Verstappen überholt Hamilton beim Boxenstopp

Verstappen biss sich die Zähne aus - und reagierte mit einem Undercut. Der 24-Jährige fuhr bereits in der elften Runde erstmals an die Box. Die Taktik ging auf. Auf frischen Reifen fuhr Verstappen deutlich bessere Zeiten als Hamilton, der erst drei Runden später reagierte und mit über sechs Sekunden Rückstand auf Verstappen auf die Strecke zurückkehrte.
Doch der Vorsprung schmolz. Hamilton nahm seinem Kontrahenten auf harten Reifen Runde für Runde Zeit ab und näherte sich so der Möglichkeit für eine Undercut-Revanche. Red Bull reagierte in der 30. Runde mit dem zweiten Reifenwechsel bei Verstappen. Hamilton tauschte erst acht Runden danach zum letzten Mal und holte mit frischeren Pneus zur späten Aufholjagd aus.
In der letzten Runde war Hamilton im DRS-Fenster, eine Attacke konnte er nicht mehr starten.

Wie lief das Rennen für die beiden Deutschen?

Nach dem Qualifying und der Gridstrafe war schon klar, dass es für Vettel ein schwieriger Rennsonntag werden könnte. Tatsächlich fuhr er lange Stints, doch die Spekulation, dass er es unter Umständen sogar mit einem Boxenstopp probieren könnte, erwies sich als Unsinn. Letztendlich wurde der Aston-Martin-Pilot Zehnter.
Mick Schumacher lieferte ein solides Rennen ab und schlug seinen Teamkollegen Nikita Mazepin haushoch. Das hatte jedoch einen Grund. Masepin klagte am Boxenfunk über Schmerzen im Fuß. Offenbar wegen einer Hitzeentwicklung im Cockpit.
Der Haas war erwartungsgemäß das mit deutlichem Abstand langsamste Auto im Feld. So war es für Schumacher letztendlich ein recht einsamer Rennsonntag ohne echte Gegner.
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