GP von Austin: Fernando Alonso darf siebten Platz behalten - bizarrer Regel-Streit zwischen Alpine und Haas

Bizarres Regel-Chaos in der Formel 1: Nachdem der Protest von Alpine gegen den Protest von Haas in erster Instanz abgelehnt worden war, wurde Alpine in zweiter Instanz nun doch Recht gegeben. Fernando Alonso darf damit seinen siebten Platz beim Grand Prix der USA behalten. Während der Entscheidungsfindung stellte sich heraus, dass Haas' ursprüngliche Beschwerde ungültig war.

Fernando Alonso darf seinen siebten Platz behalten

Fotocredit: Getty Images

Zunächst hatten die FIA-Rennkommissare den Protest des Alpine-Teams mit dem Ziel, einen Protest des Haas-Teams gegen Alonso in Austin als unzulässig zu erklären, in erster Instanz abgewiesen.
Das wurde am Donnerstagabend beim Grand Prix von Mexiko entschieden.
Damit blieb die Entscheidung der Kommissare nach dem Rennen in Austin vorerst bestehen. Die Kommissare hatten Fernando Alonso mit einer Stop-&-Go-Strafe belegt, weil er nach seinem Unfall mit Lance Stroll ohne rechten Rückspiegel unterwegs war. Weil diese erst nach Rennende ausgesprochen wurde, wurde sie in 30 Sekunden Addition auf die Rennzeit umgewandelt.
Doch damit war das letzte Wort noch nicht gesprochen. Alpine machte in einem letzten Versuch, die Entscheidung der Kommissare anzufechten, vom sogenannten "Right of Review" Gebrauch. Dafür musste Alpine Beweise vorlegen, die "signifikant" und "neu" sind. Ein Videomeeting, um diese Beweise zu präsentieren, wurde auf den späten Donnerstagabend angesetzt.

Haas wurde von der Rennleitung falsch informiert

In den FIA-Dokumenten zu dem Fall finden sich einige spannende Details. Etwa die Begründung der FIA dafür, dass der Haas-Protest in Austin zugelassen wurde, obwohl er um 24 Minuten zu spät eingereicht wurde. Die Rennleitung rund um Niels Wittich hatte das amerikanische Team nämlich informiert, dass es für den Protest eine Stunde lang Zeit habe.
Das war eine Fehlinformation. Tatsächlich sieht Artikel 13.3.5 des Sportgesetzbuchs vor, dass ein Protest maximal 30 Minuten nach Veröffentlichung des provisorischen Rennergebnisses durch die FIA eingereicht werden muss.
Alpine, im Meeting vertreten durch Teamchef Otmar Szafnauer, den Technischen Direktor Pat Fry und Sportdirektor Alan Permane, argumentierte, dass es für Haas keineswegs unmöglich gewesen sei, den Protest rechtzeitig einzureichen, schließlich sei das Büro der Kommissare nur ein paar hundert Meter von der Haas-Box entfernt.
Man hätte handschriftlich innerhalb der 30 Minuten einen Protest einlegen können, meint Alpine. Kurios: Um den Begriff "unmöglich" zu definieren, kramte die Alpine-Seite sogar ein Oxford-Wörterbuch hervor.
picture

Otmar Szafnauer und Alpine haben sich erfolgreich durchgesetzt

Fotocredit: Getty Images

Alpine setzt sich in bizarrem Streit durch

Letztendlich wurde der Alpine-Protest gegen den Haas-Protest mit fast bizarrer Begründung abgewiesen. Erstens: Gegen eine Entscheidung der Kommissare kann laut FIA-Statuten kein Protest eingelegt werden. Der formell korrekte Weg, den Alpine hätte gehen müssen, wäre also kein Protest gegen einen anderen Protest gewesen, sondern das Internationale Berufungsgericht der FIA anzurufen.
Und zweitens: Alpine hat, genau wie Haas in Austin, den Protest nicht fristgerecht eingereicht, nämlich erst 1:08 Stunden nach der Entscheidung der Kommissare. Aber: Alpine argumentierte, dass "das Team erst um 20:53 Uhr am Tag des Rennens erfuhr, dass der ursprüngliche Protest 24 Minuten nach der üblichen 30-Minuten-Frist eingereicht worden war."
Da der Protest somit zulässig war, fand am Donnerstagabend in Mexiko eine weitere Anhörung statt, bei der festgestellt wurde, dass Haas innerhalb der 30-Minuten-Frist einen handschriftlichen Protest hätte einreichen können - was bedeutet, dass es nicht unmöglich war, die Anforderungen des Reglements zu erfüllen.
Das bedeutet, dass der ursprüngliche Protest nicht zulässig und damit ungültig war, was wiederum bedeutet, dass Alonso den siebten Platz zurück erhält.
picture

Norris: WM-Titel für McLaren "in den nächsten Jahren" möglich

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung