Vettel ohne Punkte bei Ferrari-Abschied - Verstappen siegt in Abu Dhabi vor Mercedes

Sebastian Vettel hat bei seinem Ferrari-Abschied die Punkteränge verpasst. Der viermalige Weltmeister kam beim Saisonabschluss 2020 in Abu Dhabi nur als 14. ins Ziel. Den Sieg schnappte sich nach einer fehlerfreien Leistung Polesetter Max Verstappen (Red Bull), der das Mercedes-Duo Valtteri Bottas und Weltmeister Lewis Hamilton auf die Plätze zwei und drei verwies.

Sebastian Vettel (Ferrari) in Abu Dhabi

Fotocredit: Getty Images

Verstappen entzaubert Mercedes, Vettel verlässt Ferrari ohne Happy End: Beim Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi hat Red-Bull-Star Max Verstappen die Schwächephase des Silberpfeil-Duos ausgenutzt und Hoffnungen auf einen etwas offeneren Titelkampf im kommenden Jahr geschürt. Der 23-Jährige verwies bei seinem Start-Ziel-Sieg den zuletzt angezählten Valtteri Bottas und den gerade von seiner Corona-Infektion genesenen Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf die Plätze.
"Ich habe es sehr genossen da draußen. Wenn man vorne startet, kann man die Geschwindigkeit besser kontrollieren, das macht das Leben einfacher", sagte Verstappen über seine ungewohnte Rolle.
Vettel, der vor zehn Jahren im Red Bull an gleicher Stelle seinen ersten von vier WM-Titeln gefeiert hatte, verabschiedete sich mit Rang 14 nach sechs Jahren von der Scuderia. Ein Ergebnis, das ins Bild passt am Ende einer desaströsen Saison für den Heppenheimer und den italienischen Nationalrennstall.
"Der Abschied fällt nach so vielen Jahren immer schwer", sagte Vettel bei "Sky", "dieses Jahr und dieses letzte Rennen sprechen nicht wirklich für die Zeit, die wir zusammen hatten. Das ist einerseits traurig, aber ich freue mich auf das, was jetzt kommt." Vettel wechselt im kommenden Jahr zu Aston Martin.
Als WM-13. schnitt Vettel so schlecht ab wie seit seiner (halben) Debütsaison 2007 nicht mehr. Ferrari beendete die Konstrukteursmeisterschaft auf Rang sechs, zuletzt war der erfolgreichste Rennstall der Formel-1-Geschichte 1980 tiefer klassiert.

Verstappen feiert Start-Ziel-Sieg in Abu Dhabi

Verstappen fügte Mercedes die erste Niederlage auf dem Yas Marina Circuit seit Beginn der Hybridära 2014 zu. Bei Flutlicht und vor den Augen Mick Schumachers, der letztmals als "Fan" an der Strecke war, genügte der zehnte Formel-1-Erfolg dem Niederländer allerdings nicht, um Bottas (Finnland) noch vom zweiten Rang in der Weltmeisterschaft zu verdrängen.
Hamilton hatte in der Vorwoche in Bahrain wegen seiner Coronainfektion aussetzen müssen. Erst am Donnerstag erhielt er grünes Licht für seinen Start beim Nachtevent in Abu Dhabi. Der 35-jährige Brite zeigte sich in guter Form, erreichte aber nicht die Dominanz, mit der er sich bereits im viertletzten Saisonrennen seinen siebten Titel gesichert hatte.
Nach einem unspektakulären Start ohne wesentliche Positionswechsel gewann das Rennen in der elften Runde an Dynamik: Der Racing Point von Sakhir-Überraschungssieger Sergio Pérez, der für 2021 noch ohne Cockpit ist, rollte wegen eines Defekts aus.
Die Rennleitung rief das virtuelle Safety Car aus, fast alle Teams nahmen früher als ursprünglich geplant ihren Reifenwechsel vor. "Das wird ein langer Weg bis ins Ziel", mäkelte Hamilton im Boxenfunk: "Meiner Meinung nach ist das keine gute Strategie."
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Max Verstappen (Red Bull) in Abu Dhabi

Fotocredit: Getty Images

Ferrari verabschiedet Vettel

Der auf der härtesten Reifenmischung gestartete Vettel blieb als einer der wenigen Fahrer draußen und rückte von seinem indiskutablen 13. Startplatz allerdings nur zwischenzeitlich in die Punkteränge vor. Nach der 35. von 55 Runden kam er zum Wechsel auf Medium-Pneus und musste sich von Rang 15 wieder nach vorne kämpfen.
"Ich freue mich darauf, die karierte Flagge zu sehen. Die Saison war so schlecht, dass ich wirklich froh bin, dass sie jetzt vorbei ist", hatte Vettel vor dem letzten Rennen der mit 161 Tagen kürzesten Saison seit fast 60 Jahren gesagt: "Aber wenn ich zurückblicke auf all die Jahre, denke ich, dass wir eine großartige Zeit zusammen hatten. Vor allem werde ich die Jungs in der Garage vermissen."
Das gesamte Wochenende bei Ferrari stand unter dem Motto "Grazie Seb". Die Ferrari-Mitarbeiter bildeten ein Spalier und applaudierten, als Vettel zum letzten Mal aus der Garage der Roten fuhr.
Im neuen Jahr wagt der 33-Jährige einen Neustart bei Aston Martin. Zweiter Deutscher im Fahrerfeld wird dann Mick Schumacher im Haas sein, der am Freitag in Abu Dhabi für sein künftiges Team sein Formel-1-Trainingsdebüt gab. Am Dienstag darf der 21-jährige Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher beim Nachwuchsfahrertest in Abu Dhabi weitere Erfahrungen sammeln.
(SID)
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Sein Papa ließ ihm die Wahl: So schaffte es Mick Schumacher in die Formel 1

Quelle: Eurosport

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