Weltmeister Max Verstappen feiert Teamkollege Sergio Pérez für Manöver gegen Lewis Hamilton

Max Verstappen hat sich im letzten WM-Rennen in Abu Dhabi zum neuen Weltmeister gekürt. In der letzten Runde überholte der Niederländer Konkurrent Lewis Hamilton, der das ganze Rennen über geführt hatte. Eine entscheidende Rolle im Rennablauf spielte auch Red-Bull-Teamkollege Sergio Pérez, der Hamilton mehr als eine Runde in Schach hielt und Verstappen so die Aufholjagd ermöglichte.

Sergio Pérez und Max Verstappen

Fotocredit: Getty Images

Alles lief beim spannendsten WM-Kampf der Geschichte in der Formel 1 auf die letzte Runde hinaus. Nach dem Crash von Nicholas Latifi kurz vor Rennende lauerte Max Verstappen dank der Safety-Car-Phase mit frisch aufgezogenen Reifen unmittelbar hinter Lewis Hamilton. Und tatsächlich gelang es dem Niederländer noch, kurz vor der Ziellinie an Hamilton vorbeizuziehen und sich zum Weltmeister zu krönen.
Dass Verstappen überhaupt noch einmal in diese Position gelangen konnte, hatte er neben dem unfreiwilligen Unfallverursacher Latifi einer Person besonders zu verdanken: seinem Teamkollegen Sergio Pérez.
Der Mexikaner hatte mit einer herausragenden Verteidigungsfahrt gegen Hamilton in Runde 18 dafür gesorgt, dass Verstappen einen Rückstand von acht Sekunden zwischenzeitlich fast vollständig aufholen konnte. Weil sich der Abstand dadurch bis Rennende in Grenzen hielt, hatte Hamilton keine Zeit, sich in der Safety-Car-Phase neue Reifen zu holen.
"Ich denke ohne Checo wurde ich nicht hier sitzen", erklärte auch Verstappen: "Denn dann hätte Mercedes genügend Abstand gehabt, um bei einem VSC oder einem Safety Car an die Box zu fahren." Am Ende opferte Pérez sogar einen möglichen Podestplatz für Verstappens Titel.

Pérez bietet Hamilton auf alten Reifen Paroli

Nach dem verkorksten Start von Verstappen hatte Hamilton mit dem Bonus des besseren Reifens die besten Karten, zum WM-Titel zu fahren. Der Vorsprung des Briten betrug nach 18 Runden bereits acht Sekunden auf Verstappen. Kurz nach dem ersten Reifenwechsel fuhr Hamilton dann auf Pérez auf, der noch auf alten Reifen unterwegs war.
Der Geschwindigkeitsunterschied war enorm, doch bei Red Bull hoffte man, dass Pérez dem siebenfachen Weltmeister ein wenig Zeit abknöpfen könnte. Tatsächlich gelang dem Mexikaner noch viel mehr als das.
Zunächst sah es danach aus, als ließe sich Hamilton nicht lange aufhalten. Vor Kurve sechs setzte er mit DRS zum Überholmanöver an, doch Pérez konterte und schob sich wieder vor Hamilton. Anschließend gelang es dem 31-Jährigen, Hamilton für den Rest der Runde in Schach zu halten. Bis dieser schließlich doch überholen konnte, war Verstappen fast schon wieder dran und Hamiltons taktischer Vorteil war dahin. "Checo ist eine Legende", funkte ein begeisterter Verstappen noch während des Rennens durch.
"Ich wusste, dass Lewis das Rennen im Grunde unter Kontrolle hatte, er hatte das Fenster für das virtuelle Safety-Car und das Safety-Car ziemlich weit offen. Er hätte zu diesem Zeitpunkt tun können, was er wollte", analysierte auch Pérez.

Pérez opfert Podiumsplatz

Doch damit noch nicht genug: Am Ende opferte Red Bull sogar einen möglichen Podiumsplatz von Pérez, um Verstappen die besten Chancen auf den Titel zu geben. Während der Safety-Car-Phase stellte der Mexikaner auf Rang drei liegend seinen Boliden in der Box ab.
Grund dafür war, dass Pérez' Motor bei hoher Laufleistung ein gewisses Risiko für einen Ausfall darstellte. "Er hatte einen sinkenden Öldruck und das wollten wir nicht riskieren. [...] Weil bleibt er stehen, ist das Safety-Car ganz draußen und das hätte Max sämtliche Chancen genommen", erklärte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko.
So blieb Pérez in der Box und konnte von dort aus den Titelgewinn seines Teamkollegen, zu dem auch er seinen Beitrag geleistet hatte, bejubeln.
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Quelle: SID

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