Sein Geheimnis für die verwegene Hatz durch die Straßen von Baku? Sebastian Vettel musste grinsen. "Schnell fahren, keinen Unfall bauen", so etwa lasse es sich zusammenfassen. Der ehemalige Weltmeister hat gute Laune in diesen Tagen, und dazu gibt auch der Sport endlich mal wieder Anlass: Zuletzt in Monaco war Vettel erstmals seit der Ankunft bei Aston Martin wieder mehr Rennfahrer als Hinterherfahrer. Und nun geht es auf eine Strecke, die immer gut zu ihm war.
In Baku nämlich wurde Vettel bei jedem der bislang vier Anläufe mindestens Vierter - das schreit doch geradezu nach dem nächsten erfolgreichen Sonntag (14:00 Uhr). Schon in Monaco wurde er schließlich zum Fahrer des Tages gewählt, mit Rang fünf holte er seine ersten Punkte für Aston Martin.
Doch Vettel selbst tritt auf die Bremse. Baku sei "auch ein Stadtkurs", sagte er, hat damit aber schon die größte Ähnlichkeit zu Monaco herausgestellt: "Es wird eine völlig andere Herausforderung."
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Zwar funktionierte der Aston Martin auf den langsamen Kurven in Monte Carlo tatsächlich besser als in den Wochen zuvor, und solche Abschnitte gibt es ja auch in Baku. Allerdings folgt dann die längste Vollgaspassage der Formel 1. Die 2,2 Kilometer aus der Altstadt bis zur Kurve nach Start und Ziel machen das Setup zu einem Spagat. Im kurvenreichen Sektor braucht es viel Anpressdruck, auf der Geraden möglichst wenig Luftwiderstand.

Baku GP: Aston Martin verringert Rückstand

Ob der bislang so schwierige AMR21 dieser Herausforderung gewachsen ist, muss sich zeigen. Die Probleme mit fehlendem Anpressdruck am Unterboden scheint das Team mittlerweile minimiert zu haben, das legt der gute Auftritt in Monaco nahe. Allerdings spielten dort auch die gelungene Strategie und die sehr enge Strecke eine große Rolle für den Erfolg: Die teilweise schnellere Konkurrenz kam in wichtigen Phasen des Rennens nicht an Vettel vorbei.
"In Baku kann man überholen", gab der 33-Jährige zu bedenken, dort wird es also mehr brauchen als ein starkes Qualifying und eine gute Taktik. Man ist allerdings zuversichtlich bei Aston Martin, dass der Rückstand auf Teams wie Ferrari und McLaren sich spürbar verringert.
"Seit Jahresbeginn haben wir das Auto intensiv entwickelt", sagte Performance-Direktor Tom McCullough dem Magazin "Motor Sport": "Und wir sehen in unseren Daten, dass wir in jedem Rennen näher an die Kämpfe im Mittelfeld herangekommen sind."

Sebastian Vettel fuhr in Monaco auf einen starken fünften Platz

Fotocredit: Getty Images

Baku GP: Vettel hat Spaß an der Arbeit

Für Vettel mag ein fünfter Rang in Monaco auf den ersten Blick nicht zu den Höhepunkten der Karriere zählen, "es fühlt sich aber besser an als ein sechster, siebter oder zehnter Platz", sagte der Hesse: "Und wir haben als Team jeden Stein umgedreht, um dorthin zu kommen. Das macht großen Spaß."
Und es ist wichtig für die Außenwahrnehmung. Denn auch fachkundige Beobachter hatten angesichts seiner Leistungen in den vergangenen Monaten schon Schlimmes befürchtet. "Ich gebe zu, dass ich zuletzt an Sebastian gezweifelt habe", meinte etwa Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn: "Er war am Ende bei Ferrari und auch zu Beginn bei Aston Martin etwas farblos."
In Monaco aber, so Brawn, habe Vettel "definitiv sein Mojo wiedergefunden". Das wird er auch in Baku brauchen.

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