Schumacher hat aus seiner Sicht das maximal Mögliche erreicht und Mazepin hinter sich gelassen, und das deutlich: Mit 1:32.449 Minuten war er über acht Zehntelsekunden schneller als der zweite Haas-Fahrer. Das ergab aber nur den vorletzten Platz im Qualifying, fast zwei Sekunden hinter der Spitze.
Auf den nächsten Vordermann fehlten ebenfalls schon knapp vier Zehntel. An ein Weiterkommen war also nicht zu denken für Haas, das somit die beiden letzten Plätze in der Startaufstellung einnimmt.
Formel-1-Neuling Schumacher kann sich damit arrangieren. Er sei "im Endeffekt recht happy mit dem Resultat", sagte er bei "Sky". "Im Endeffekt wussten wir, dass nicht viel nach vorne geht. Dennoch waren wir recht nahe an unserem Target dran. Von daher müssen wir uns jetzt komplett auf morgen konzentrieren und versuchen, einfach die Erfahrung zu sammeln."
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Er sei "insgesamt zufrieden", meinte Schumacher weiter, auch wenn seine entscheidende Runde nicht ganz optimal verlaufen sei. Sie habe nur "zu 95 Prozent" gepasst, erklärte der Formel-2-Champion von 2020. "Ich hatte einen kleinen Moment, wo ich denke, dass ich hätte besser sein können. Ich persönlich kann mich auf jeden Fall noch steigern. Ich freue mich einfach darauf, bald wieder in ein Qualifying gehen zu können."

Steiner zufrieden mit Schumacher und Mazepin

Mit den bisherigen Fortschritten zeigt sich Teamchef Steiner aber schon jetzt zufrieden. Seine beiden Formel-1-Rookies hätten sich achtbar geschlagen, sagte er bei "Sky": "Im dritten Training hat man gesehen, dass sie sich im Vergleich zum ersten und zweiten Training gesteigert haben." Das entspreche der Erwartungshaltung.
"Im Qualifying", sagte Steiner weiter, "war es schwierig. Beide Autos wurden an der Waage angehalten. Im ersten Quali ist das das Letzte, was du brauchst. Da ist man sowieso schon angespannt, und dann wirst du da unten noch gestoppt. Das ist immer schwierig, aber sie haben sich beide ordentlich durchgearbeitet. Jetzt haben sie es hinter sich, sind da auch schon mal durch gewesen. Das wird ihnen in Zukunft sicher helfen."
Im Gegensatz zu Schumacher aber kam Mazepin nicht unbeschadet über die Runden: Gleich zweimal drehte sich der Haas-Fahrer, aber einmal nicht selbstverschuldet, wie Teamchef Steiner erklärt: Der Pflichtbesuch bei der Waage habe den Fehler verursacht.
"Beim Starten des Motors hat sich nicht alles resettet. Deshalb ist bei der ersten Bremsung die ganze Bremskraft nach hinten gegangen. Dann hat er sich gedreht, auf seiner letzten schnellen Runde. Das nehmen wir an", meinte Steiner. "Wir müssen es noch checken, aber ich glaube, das ist der Fall."
Es habe sich vermutlich um ein "Set-up-Problem" gehandelt, so der Teamchef weiter. "Wenn man den Motor anlässt, muss man ein Prozedere durchgehen. Da muss etwas falsch gelaufen sein."

Mick Schumacher schlug in Bahrain im Qualifying seinen Haas-Teamkollegen Nikita Mazepin

Fotocredit: Getty Images

Schumacher: "MSC" kurze Zeit auf Rang eins

Sonst hätten seine Fahrer vieles richtig gemacht: "Ich glaube, das Resultat hätte ein bisschen besser sein können. Wenn und aber hilft uns nichts mehr, wir sind okay damit. Wir wussten, dass ein schwieriges Jahr vor uns liegt. Da muss man durch."
Letzteres sei auch die Aufgabe für das Rennen, nämlich "durchkommen", meinte Steiner. "So viele Runden wie möglich machen. Da lernt man am meisten. Das ist das Wichtigste."
Schumacher selbst gibt ebenfalls an, "weiterhin lernen" zu wollen. In seinen Worten: "Es ist natürlich mein erstes Rennen. Das heißt, ich werde das erste Mal unter Rennbedingungen fahren. Das heißt, mit anderen Autos vorne. Das heißt, wir können bis 20 Prozent Downforce verlieren, was natürlich eine Riesenmenge ist. Von daher: Einfach die Erfahrung sammeln und dann aufbauen über das Jahr."
Dabei stand Schumacher schon heute einmal ganz oben, nämlich gleich zu Beginn in Q1, mit seiner ersten schnellen Runde. Da schien sein Kürzel MSC einmal kurz auf P1 der Zeitenliste auf. "Ich habe es auch gesehen", sagte Schumacher. "Leider hat es nicht allzu lange gehalten. Dennoch: Schöner Moment, sage ich mal."
Wohl auch deshalb geht der Formel-1-Neuling positiv gestimmt zu Bett: "Ich bin mir sicher, ich schlafe heute Nacht wie ein Baby."

Vettel im Aston Martin im Pech

Für Sebastian Vettel verlief das erste Qualifying für Aston Martin absolut nicht nach Maß. Am Ende stand für den Heppenheimer nur der unbefriedigende 18. Platz.
Der viermalige Weltmeister hatte auf seinem entscheidenden Versuch Pech mit gelben Flaggen und erwischte sowohl in Kurve 1 (Nikita Mazepin) als auch in Kurve 8 (Carlos Sainz) eine Gefahrensituation. "Das hat uns heute natürlich hart getroffen, aber es ist nun so", sagte ein zerknirschter Vettel nach seinem frühen Aus bei "Sky".
Vor dem entscheidenden Versuch lag Vettel noch auf Rang 13, doch während sich die Konkurrenz verbessern konnte, wurde dem Deutschen das verwehrt. "Das Aufwärmen im letzten Sektor war chaotisch. Ich hatte nicht einmal mehr eine Sekunde, als ich über die Linie gefahren bin, und dann zwei gelbe Flaggen. Da konnten wir nicht viel tun."
"Wir hätten einfach besser aufpassen müssen, und uns besser positionieren sollen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer", so Vettel weiter, dem am Ende rund vier Zehntelsekunden auf den Cut fehlten.

Sebastian Vettel (Aston Martin) im Qualifying in Bahrain

Fotocredit: Getty Images

Vettel sieht die Situation gelassen

Dass diese durchaus drin gewesen wären, davon ist er überzeugt: "Ich hatte nach dem ersten Run noch eine Menge Luft, weil ich dort einen Fehler in Kurve 11 gemacht habe", erklärte er. Die ersten Minisektoren geben ihm Recht: Dort fuhr er in den Sektoren zwei und drei von 23 die absolute Bestzeit - und im ersten Sektor persönliche Bestzeit.
Aber: Das spricht zumindest dagegen, dass ihn der Dreher von Mazepin Zeit gekostet hat. Trotzdem reichte es mit den Zwischenfällen nicht für eine Verbesserung.
Dennoch geht der viermalige Weltmeister gelassen mit der Situation um: "Wenn ich jetzt Panik schieben würde, das würde ja nicht helfen", winkte er ab. "Natürlich bin ich angefressen, weil ich weiß, dass es nicht unser Fehler war. Aber wir müssen es jetzt hinnehmen und alles tun, um uns auf morgen vorzubereiten."
Das frühe Aus hat die Aufgabe für den Sonntag natürlich nicht leicht gemacht. "Wir sind weit weg, auch weit weg hinter den Punkten", ärgerte er sich, weiß aber, dass ihm ein "langes Rennen" bevorsteht.

Vettel: Stroll zeigt Potenzial von Aston Martin

Trotzdem kann Vettel auch Positives aus der Qualifikation mitnehmen, denn Teamkollege Lance Stroll konnte mit seinem Einzug in die Top 10 das Potenzial des AMR21 zeigen. "Das Auto war auf jeden Fall besser als in den Trainingssessions", ist auch sein eigener Eindruck. "Hat sich direkt sehr gut angefühlt, leider konnten wir das nicht zeigen."
Generell sei er aber immer noch nicht ganz zufrieden mit seinem Fahrzeug. "Wir lernen noch", sagte er. "Wir versuchen noch, das Auto weiter zu verstehen. Dass wir so weit hinten starten, macht es natürlich schwierig, aber es ist, wie es ist."
Für Vettel ist es der schlechteste Startplatz seit dem Deutschland-Grand-Prix 2019, als er aufgrund eines technischen Defekts keine Zeit fahren konnte.
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(Motorsport-Total.com)

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