Deutschland und die Formel 1, diese Verbindung hat ein wenig gelitten in den vergangenen Jahren. Aber am Sonntag, in der Wüste von Bahrain, schließt sich ein ziemlich großer Kreis. "30 Jahre ist es her", sagt Mick Schumacher, "dass mein Vater sein erstes Rennen gefahren ist. Und jetzt starte ich meins. Das fühlt sich unglaublich an."
Wenn die Saison mit dem Rennen am Persischen Golf (Sonntag, 17:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) beginnt, gibt der Sohn von Michael Schumacher sein Debüt, der Sohn des Rekordweltmeisters. Das ist für den 22-Jährigen eine große Sache, für den deutschen Motorsport ebenfalls - und auch für die gesamte Königsklasse.
Denn die erzählt gerne emotionale Geschichten, und viel mehr als die Ankunft des nächsten Schumachers geht nicht. Der Name allein sorge "für viel Aufmerksamkeit, davon profitiert die ganze Serie", sagt Formel-1-Chef Stefano Domenicali.
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Und sieht zugleich den immensen Druck, der daraus entsteht: "Man muss Mick die Chance geben, sich in Ruhe zu entwickeln." Vieles wird auf Schumacher einprasseln in den kommenden Wochen, ein normales Debüt ist das nicht.

Vettel: "Bin für Mick das, was Michael für mich war"

Immerhin, ein ziemlich prominenter Mensch im Fahrerlager hat bereits seine Unterstützung zugesagt. Sebastian Vettel war noch jünger, als er 2007 in der Formel 1 begann, Michael Schumacher wurde eine Art Mentor für ihn. Und jetzt? "Bin ich für Mick das, was Michael für mich war", sagt Vettel: "Ich versuche ihm zu helfen, wann immer es möglich ist."
Dabei werde es nicht um Anbremspunkte, Fahrlinien und Reifendruck gehen, "fahren kann Mick schon". Dinge neben der Rennstrecke seien ebenso wichtig, so Vettel zuletzt bei "Sport 1": "Und so wie Michael mir da Tipps gegeben hat, so werde ich das auch tun, wenn Mick mich fragt."
Vettel und Schumacher also zusammen in der Formel 1, das ist so ziemlich das Beste, was der Königsklasse mit Blick auf den einst so stabilen deutschen Markt passieren konnte. Denn dieser bröckelt. Einen deutschen Grand Prix wird es im 23 Rennen umfassenden Rekordkalender Stand jetzt nicht geben, zudem hat sich "RTL" nach drei Jahrzehnten weitgehend zurückgezogen, nur vier Rennen laufen im Free-TV. Da könnten prominente deutsche Piloten als Hingucker helfen.

Vettel will es sich nochmal beweisen und mit Aston Martin zurück in die Erfolgsspur

Und während die Welt auf die ersten Runden, die ersten Rennen und das erste Jahr Mick Schumachers beim kleinen Haas-Rennstall schauen wird, ist aus sportlicher Sicht vor allem Vettels Saison interessant. Der viermalige Weltmeister hat sich nach erfolglosen Jahren bei Ferrari gegen ein Karriereende entschieden, weil ein neues Projekt reizt: Aston Martin will sich als Werksteam etablieren - und möglichst bald auch um den Titel fahren.
Theoretisch ist das möglich, weil die Großen wie Mercedes, Red Bull und Ferrari durch die Einführung der Budgetgrenze ab sofort eingebremst werden und ab der kommenden Saison ein ganz neues Reglement greift. "Wir haben die Chance gleichzuziehen", sagt Vettel, der vor allem sich selbst aber noch etwas beweisen möchte: "Ich war im vergangenen Jahr oft nicht mit mir zufrieden. Größtes Ziel ist es, das wieder hinzubekommen."
Auch für Mick Schumacher lohnt vor allem der Blick auf die eigene Leistung. Denn schon vor dem Start in Bahrain scheint klar, dass das Haas-Team erneut um die hinteren Plätze fahren wird. Auch hier hofft man auf die Regel-Revolution 2022. Und auf einen dann schon gereiften Mick Schumacher.
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(SID)

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