Verstappen fügte an: "Ich hätte die fünf Sekunden locker herausgeholt". Der Niederländer ging davon aus, dass er eine Fünf-Sekunden-Strafe von der Rennleitung bekommen hätte, wenn er Hamilton nicht wieder vorbeigelassen hätte, da er beim Überholen mit allen vier Rädern die Strecke verließ.
Allerdings machte ihm sein Team klar, dass die Rennleitung auch durchaus eine härtere Strafe hätte aussprechen können. Im Anschluss schaffte Verstappen es nicht mehr, an Hamilton vorbeizukommen. "Es ist natürlich schade, aber man muss es auch positiv sehen. Wir können wirklich mit ihnen kämpfen, und ich denke, das ist ein toller Start ins Jahr", meinte Verstappen im Interview nach Rennende.
Bei "Sky" schilderte er noch einmal die Siutuation aus der 53. Runde: "Man hat mir über Funk gesagt: 'Lass ihn wieder vorbei.' Das habe ich gemacht. Danach hatte ich keinen Grip mehr auf den Reifen. Es ist natürlich immer schwierig, jemandem zu folgen. Auch mit dem Wind war das nicht einfach. Meine Reifen waren etwas frischer als die von Lewis. Am Ende war der Unterschied bei der Rundenzeit nicht mehr so groß."
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Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko hat sich bei "ServusTV" zum Platztausch geäußert. "Er war noch nicht mal wieder auf der Strecke zurück, da kam schon die Ansage: Wir müssen Hamilton vorbeilassen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir es nicht gemacht hätten. Max ist der Meinung, es wäre die sportlichere Lösung gewesen."
Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner war mit Blick auf die Track-Limit-Situation nicht glücklich: "Wir brauchen Konstanz. Man kann nicht sagen, dass es im Rennen okay ist, sie zu überfahren, aber dass man dort nicht überholen darf. Es sollte schwarz oder weiß sein - und nicht grau."

Wolff hofft auf weitere enge Duelle zwischen Mercedes und Red Bull

Sieger Hamilton zeigte sich dagegen überaus zufrieden: "Wow, was für ein schwieriges Rennen war das? Max saß mir im Genick. Mir ist es gerade noch so gelungen, ihn auf Distanz zu halten. Es war eines der härtesten Rennen, die ich seit einiger Zeit hatte."
Mercedes-Teamchef Toto Wolff analysierte den Zweikampf zwischen Hamilton und Verstappen am "Sky"-Mikrofon: "Plötzlich musste man Track-Limits einhalten, wo es vorher geheißen hat 'nein'. Das hat Max schlussendlich das Rennen gekostet. Ich denke, der entscheidende Punkt war: Beim Überholmanöver war er dran und ist dann genauso weit drüber wie wir vorher. Mir wurde am Funk erklärt von Rennleiter Michael Masi: Wenn man einen Vorteil gewinnt, dann ist es nicht okay. Ich denke, er hatte einen Vorteil."
Wolff fügte an: "Aber genau das wollen wir die nächsten 22 Rennen, enge Duelle um den Sieg. So macht das Spaß. Nicht nur, weil wir gewonnen haben oder Erster und Dritter geworden sind, sondern auch, weil die Formel 1 diesen Kampf braucht."
Valtteri Bottas (Mercedes) konnte nicht mit dem Duo an der Spitze mithalten und wurde am Ende Dritter. "Bei der Strategie waren wir auf der defensiven Seite anstatt zu attackieren. Das hat mich überrascht, denn das ist eigentlich nicht normal. Es war nicht ideal, und dann hatte ich auch noch den langsamen Boxenstopp. Dadurch hatte ich keine Chance mehr. Zumindest war die Pace teilweise gut. Aber es ist enttäuschend."
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