GP von Belgien: Fernando Alonso und Aston Martin auf der Suche nach Performance - vom Angstgegner zum Schatten

Fünf Podestplätze in den ersten sechs Rennen ließen Aston Martin um Fernando Alonso und Lance Stroll kurzerhand aus dem Niemandsland der Konstrukteurswertung zum scheinbaren Angstgegner von Red Bull aufsteigen. Mittlerweile sind Alonso und Co. im Kampf ums Podest wieder chancenlos. Beim britischen Rennstall will man von einer etwaigen Krise aber nichts wissen und verweist auf die Konkurrenz.

Fernando Alonso und Aston Martin erlebten einen Performance-Absturz

Fotocredit: Getty Images

Im ersten Saisondrittel sorgte Aston Martin für eine Überraschung: Fernando Alonso fuhr in den ersten sechs Rennen insgesamt fünfmal auf das Podium. Die Mannschaft, die im vergangenen Jahr noch den siebten Platz in der Gesamtwertung belegte, wurde zum Angstgegner für Red Bull.
Und nun? Seit dem Spanien-GP geht es für Aston Martin steil bergab, nur in Kanada fuhr Alonso noch einmal auf das Podium.
In Ungarn kam der Spanier nicht über die neunte Position hinaus - das schlechteste Ergebnis der bisherigen Saison. Und das, obwohl Aston Martin vor dem Rennen noch zuversichtlich war, den Performance-Absturz stoppen zu können. Das Team glaubte, dass der AMR23 dank seines hohen Abtriebs und dem mechanischen Grip konkurrenzfähig sein würde. Ein Irrtum.
In der Fahrerwertung liegt Alonso zwar noch auf dem dritten Platz, allerdings beträgt der Vorsprung auf Lewis Hamilton nur noch sechs Zähler. Bei den Konstrukteuren ist Aston Martin bereits hinter Mercedes zurückgefallen. Sollte sich die Leistung nicht bessern, könnte auch Ferrari profitieren und vorbeiziehen.

Aston Martins Konkurrenz trumpft auf

Nichtsdestotrotz übertrifft Aston Martin die Erwartungen im Vergleich zur letzten Saison noch immer, was sich nicht nur auf den phänomenalen Saisonstart, sondern auch die hohe Konstanz zurückführen lässt: In den bisherigen elf Rennen konnte das Team immer punkten. Damit dieser Aufwärtstrend nach der Sommerpause fortgesetzt werden kann, muss Aston Martin nach Lösungen suchen - und welche finden.
"Es ist schwierig für uns, ein bisschen besser zu verstehen, was das Auto jetzt im Vergleich zum Saisonbeginn macht, wie viele Upgrades wir im Vergleich zu unseren Hauptkonkurrenten gebracht haben, und dann die neuen Reifen am besten zu verstehen", brachte Alonso die Problematik auf den Punkt. "Sie [die Reifen] sind für alle gleich, also müssen wir einfach einen besseren Job machen."
Die verantwortlichen Ingenieure, Techniker und Teamchef Mike Krack betonen jedoch, dass sich Aston Martin keineswegs verschlechtert habe.
Performance-Direktor Tom McCullough bestätigte, dass es "keine großen Veränderungen" bei der Leistung gibt. Stattdessen habe sich die Konkurrenzsituation im Starterfeld verändert.
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Fernando Alonso (Aston Martin)

Fotocredit: Getty Images

Krack: "Abstand zur Spitze nicht größer"

Die Vermutung, dass die robustere Reifenkonstruktion von Pirelli, die für den England-GP in Silverstone eingeführt wurde, Aston Martin und Red Bull besonders geschadet hat, wird von den Teamverantwortlichen zurückgewiesen. "Wenn man sich den Abstand zur ersten Startreihe [in Ungarn] ansieht, dann hat sich dieser Abstand nicht vergrößert", so Krack. "Er ist sogar kleiner als vorher."
"Mit dem Abstand, den wir hatten, konnte man sich vor ein paar Rennen auf P4 oder P3 qualifizieren", erinnerte der Teamchef. "Jetzt reicht es nur noch für Platz acht, was zeigt, wie dicht die Leistung im Moment ist." Aston Martin habe sich also nicht verschlechtert: Die Konkurrenz hat sich - vor allem dank zahlreicher Upgrades und Optimierungen - deutlich verbessert.
"So dicht, wie das Feld aktuell zusammen liegt, kostet dich jeder Fehler ein paar Positionen", mahnte Krack. "Es hängt wirklich davon ab, dass man alles zu 100 Prozent hinbekommt."
Tatsächlich: Rechnet man die drei schnellsten Sektoren aus dem Ungarn-Qualifying von Fernando Alonso zusammen, hätte sich der Spanier auf dem fünften Platz qualifiziert - und nicht auf der achten Position.

Alonso verliert Verstappen nicht aus den Augen

Auch der Vergleich der Qualifying-Zeiten aus Bahrain und Ungarn offenbart, dass sich Aston Martin nicht verschlechtert hat. Beim Saisonauftakt blieb Polesitter Max Verstappen in Q3 um 0,014 Sekunden hinter seiner idealen Rundenzeit zurück. Alonso war 0,064 Sekunden langsamer als seine theoretische Bestzeit, sodass sich ein Rückstand von 0,578 Sekunden ergibt.
Wiegt man die theoretischen Bestzeiten aus dem Ungarn-Qualifying gegeneinander ab, ergibt sich ein Rückstand von nur 0,56 Sekunden auf Verstappen. Kurzum: Alonso war auf dem Hungaroring sogar dichter am Weltmeister dran als noch in Bahrain.
Allerdings drängten sich die beiden McLaren sowie Alfa Romeo noch vor den Aston-Martin-Piloten, der somit nur vom achten Startplatz ins Rennen ging.
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Lance Stroll und Fernando Alonso

Fotocredit: Imago

Wie geht es für Aston Martin weiter?

Damit Aston Martin hinter Red Bull wieder zur zweitstärksten Kraft wird, sind Upgrades unverzichtbar. "Wir haben für die meisten Rennen Updates in der Pipeline - wie andere auch, da bin ich mir sicher", bestätigte McCullough, der Hoffnung hat, dass sich der Rückstand auf Red Bull verringern könnte. Zudem winken weitere Podestplätze, wenn Alonso und Stroll ein fehlerfreies Wochenende absolvieren.
"Das Entwicklungsrennen läuft auf Hochtouren. Da muss man mithalten", weiß auch Teamchef Krack. "Wir müssen uns bewusst sein, dass einige Teams in der Zwischenzeit auch gute Arbeit geleistet haben. McLaren hat mit seinen Updates einen extrem guten Job gemacht."
"Auch wir müssen versuchen, sie wieder einzuholen", mahnte Krack. "Das ist typisch für die Formel 1. Man muss bescheiden sein und realistisch einschätzen, wo man steht. Man darf nicht enttäuscht oder überdreht sein."
Bleibt abzuwarten, ob Aston Martin nach der Sommerpause einen Fortschritt machen kann oder noch immer hinter der Konkurrenz zurückliegt.
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Britische Ekstase in Silverstone: Norris belohnt sich in der Heimat

Quelle: Perform

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