Was also ist schiefgelaufen bei Vettel, dass er nicht auch nur ansatzweise in die Nähe von Leclerc kam? Er selbst hat keine Antwort auf diese Frage: "Ich weiß es nicht. Wir müssen uns das erst noch ganz genau anschauen", sagte Vettel.

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Sein Ferrari SF1000 sei über das komplette Rennwochenende "sehr schwierig" zu fahren gewesen - sofern das Auto überhaupt fuhr. Sowohl im Freitagstraining als auch am Samstag stellten sich technische Probleme ein, die Vettel viel Streckenzeit kosteten. Er beklagte bereits am Freitag, aufgrund dieser Unterbrechungen "keinen Rhythmus" zu finden.

Die erste Quittung gab's im Qualifying: nur Platz zehn in Q3, mehr als neun Zehntel hinter Leclerc, satte 2,036 Sekunden hinter Pole-Mann Lewis Hamilton.

Silverstone: Auch Marko wundert Vettels Speedprobleme

Im Rennen selbst lief es nicht besser: Vettel fuhr lange auf Platz zehn, wurde dann gleich mehrfach überholt - erst von Esteban Ocon im Renault, dann von Pierre Gasly im AlphaTauri und schließlich von Alexander Albon im Red Bull.

Zum Schluss profitierte Vettel von den Reifenschäden bei Carlos Sainz und Valtteri Bottas, sonst wäre er nicht auf Position zehn eingelaufen, sondern komplett leer ausgegangen. Und Leclerc wurde Dritter.

Red-Bull-Sportchef Helmut Marko sagte dazu bei "Autobild": "Es ist uns ein Rätsel, wo Leclerc die Geschwindigkeit hergeholt hat. Allerdings scheint das nur bei ihm der Fall gewesen zu sein, nicht bei Vettel."

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Ferrari: Vettel hat Mühe das Auto auf der Strecke zu halten

Vettel selbst hat keine Erklärung für die unterschiedliche Leistung der Ferrari-Fahrzeuge: "Auf dem Papier schauen beide Autos ziemlich ähnlich aus. Es liegt also nicht am Set-up."

Er schließe auch aus, dass es nur an ihm selbst liege und meinte bei "Sky" und "ORF": "Es gibt nicht die eine Stelle auf der Runde, an der ich schlecht fahren würde. Es scheint ein Problem vorzuliegen, denn ich verliere Zeit über die komplette Runde hinweg."

Das habe er im Rennen aber nicht einfach hingenommen, erklärte Vettel weiter. "Ich habe alles probiert, was ich kann, aber am Wochenende fanden das Auto und ich einfach nicht zusammen."

"Ich habe versucht, den Fahrstil fast alle zwei, drei Runden zu ändern. Jedes Mal, wenn ich probiert habe, etwas mehr Speed in die Kurve mitzunehmen oder einen Tick später zu bremsen, dann hatte ich Mühe, das Auto auf der Strecke zu halten."

Sebastian Vettel (Ferrari) in Silverstone

Fotocredit: Getty Images

Vettel mit Trainingsrückstand in Silverstone

Allein auf den Trainingsrückstand will er dieses Manko ebenfalls nicht reduzieren. "Ich bin schon lange genug dabei", sagte Vettel. "Wenn mir ein paar Runden fehlen, ist das vielleicht nicht ideal, aber trotzdem sollte ich genug Runden auf dem Buckel habe, dass ich wieder in einen Rhythmus komme." Doch eben dieser Rhythmus wollte sich nicht einstellen.

"Im Rennen hatte ich über viele Runden hinweg Schwierigkeiten, praktisch vom Anfang bis zum Ende. Das bedeutet, irgendwas passt wohl nicht zusammen", meinte Vettel.

Es sei für ihn "nicht besonders stressig" gewesen. "Ich hatte nur einfach keine Chance. Die Leute um mich herum waren schneller und ich wurde überholt. Ich hingegen konnte nie attackieren. Es war schwierig genug, das Auto auf der Strecke zu halten. Das Auto hat mir nicht erlaubt, das zu tun, was ich tun wollte."

Positiv an diesem Umstand sei nur, bereits am Wochenende den gleichen Kurs zu befahren und somit die Gelegenheit zu bekommen, eine direkte Fehleranalyse durchführen zu können. Davor werde er versuchen, den Kopf freizukriegen, sagte Vettel. "Wahrscheinlich gehe ich wandern oder so." Und dann direkt zurück nach Silverstone.

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