Silverstone: Lewis Hamilton, Red Bull und Co. rätseln über Reifen-Chaos

Zahlreiche Reifenschäden überschatteten den Großen Preis von Großbritannien und hätten Lewis Hamilton (Mercedes) um ein Haar seinen dritten Saisonsieg in Folge gekostet. Der Weltmeister rettete jedoch seinen bis dato komfortablen Vorsprung auf Max Verstappen (Red Bull) auf drei Reifen ins Ziel. Im Anschluss rätselten sowohl Reifenhersteller Pirelli als auch das Fahrerlager über das Reifen-Chaos.

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"Wer werden natürlich untersuchen, was in den letzten Runden passiert ist", kündigte Pirelli-Sportchef Mario Isola an. Es sei daher aktuell noch "zu früh", eine Erklärung abzugeben. "Es könnte der hohe Verschleiß sein, [...] aber ich sage nicht, dass das der Grund für das Problem war", sagt er und verweist auf die hohe Rundenzahl, die die Reifen zum Zeitpunkt der Defekte bereits drauf hatten. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass es auch Trümmerteile gewesen sein könnten. "Wir wollen nichts ausschließen", so Isola.
In der Schlussphase des Großen Preises von Großbritannien hatten sowohl die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas als auch McLaren-Fahrer Carlos Sainz mit Reifenschäden zu kämpfen.

Mercedes: Kein Vorwurf an Pirelli

Mercedes-Teamchef Toto Wolff wollte im Anschluss an das Rennen jedoch nicht Pirelli die Schuld geben, sondern machte die Trümmerteile auf der Strecke für das Chaos verantwortlich.
"Ich möchte Pirelli keinen Vorwurf machen", stellte er klar. Denn es könne auch sein, dass Teile von Kimi Räikkönens Frontflügel die Reifenschäden versucht hätten. Deswegen glaubt er auch nicht, dass man die Reifenwahl für die kommende Woche noch einmal anpassen wird.
In die gleiche Kerbe schlug auch Weltmeister Hamilton. "Ich war mir sicher, dass diese Reifen noch eine ziemlich lange Lebensdauer haben", berichtete der Sieger. "Ich bin überzeugt, dass es wahrscheinlich Trümmerteile waren", erklärte Hamilton weiter und verriet: "Ab dem Safety-Car waren überall in Maggots und Becketts Trümmerteile. Ich denke nicht, dass dort aufgeräumt wurde." Der Reifen sei komplett in Ordnung gewesen.

Heidfeld widerspricht Wolff und Horner

Red-Bull-Teamchef Christian Horner antwortete auf die Frage, ob der zweite Boxenstopp von Max Verstappen, der ihm letztlich den Sieg kostete, wirklich notwendig gewesen sei, dass der alte Reifen zu jenem Zeitpunkt "ungefähr 50 kleine Schnitte" aufgewiesen habe. Diese seien, wie auch von Mercedes-Seite vermutet, durch kleine Trümmerteile entstanden.
"Wenn wir draußen geblieben wären, hätten wir den zweiten Platz mit dem gleichen Defekt wie Lewis Hamilton, Carlos Sainz und Valtteri Bottas verlieren können. Es war gerade am Limit", so Horner.
"Sky"-Experte Nick Heidfeld widersprach dagegen den beiden Teamchefs und hatte seine eigene Theorie. "Ich bin mal gespannt, was bei der Analyse rauskommt, ob es wirklich an den Teilen lag, die auf der Strecke lagen, was mich verwundern würde, weil es bei allen dreien der vordere linke Reifen war - von dem wir schon vor dem Rennen gesagt haben, dass das der ist, der am meisten beansprucht wird. Und bei Valtteri [Bottas; Anm. d. Red.] sah man auch, während er gefahren ist, dass es aussah wie Blasen links rum", konstatierte der 43-Jährige.
(mit Motorsport-Total.com)
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