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Sergio Pérez nach Debakel in Silverstone angezählt - Jenson Button und Co. rechnen mit Aus bei Red Bull
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Publiziert 11/07/2024 um 15:17 GMT+2 Uhr
Sergio Pérez hat den vorläufigen Tiefpunkt seiner Zeit bei Red Bull erreicht. Beim Grand Prix von Großbritannien reichte es für den Mexikaner zu einem maximal enttäuschenden 17. Platz, acht Rennen wartet er nun auf einen Podestplatz. Pérez' Vertragsverlängerung scheint immer mehr zu einer fatalen Entscheidung zu mutieren - denn ohne Max Verstappen wäre die Konstrukteurs-WM längst in Gefahr.
Sergio Pérez steht bei Red Bull in der Kritik
Fotocredit: Getty Images
"Sie können das nicht ewig so weiterlaufen lassen." So lautete das harte Urteil von Ex-Weltmeister Jenson Button in Bezug auf die jüngste Formkrise von Sergio Pérez - und die Engelsgeduld, die Red Bull trotzdem noch mit dem Mexikaner zu haben scheint.
Klar ist laut Button, dass Pérez für Red Bull längst "ein großes Problem" geworden ist, nicht erst seit dem katastrophalen Auftritt mit Platz 17 beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. "Das war ein schreckliches Wochenende", fand der ehemalige Brawn- und McLaren-Fahrer.
Zwar räumte Button mit Blick auf Pérez ein: "Er hatte auch in mancher Hinsicht Pech, das wird nicht jedes Wochenende passieren." Doch allgemein sei der Mexikaner einfach heillos "im Hintertreffen", erklärt der Brite bei "Sky", und forderte: "Pérez muss wenigstens ein paar Punkte holen, auch wenn er nicht direkt hinter Max [Verstappen] ins Ziel kommt."
"Wenn er beim nächsten Rennen nicht wieder in die Punkte fährt, müssen sie ihn bald aus dem Auto nehmen und einen anderen Fahrer reinsetzen", so das knallharte Urteil des Weltmeisters von 2009. Mit Pérez hat Button Mitleid: "Das ist kein schönes Gefühl für einen Fahrer, es ist hart. Für einen Fahrer ist es furchtbar."
Klausel könnte für schnelles Pérez-Aus sorgen
Zu wichtig sei für das Weltmeisterteam aber die Konstrukteurs-WM - und dort macht sich das Fehlen von Pérez' Performance deutlich sichtbar: Von 373 WM-Punkten holte der Mexikaner nur 118 - das Problem für ihn daran: Wie "Motorsport.com" in Erfahrung brachte, greifen dadurch gewisse Klauseln, mit denen Red Bull Pérez loswerden kann.
Bis zur Sommerpause hat Pérez in Ungarn und Belgien noch zwei Rennen Zeit, um Performance zu zeigen, vor allem aber seinen Punkterückstand auf Teamkollege Verstappen (aktuell 137) zu reduzieren: Liegt der bei über 100 WM-Zählern, hat Red Bull freie Hand, Pérez' Cockpit anderweitig zu vergeben - trotz der jüngst geschlossenen Vertragsverlängerung um zwei Jahre.
"Meiner Meinung nach sollte man als Teamführung jetzt sagen: Wir aktivieren die Klauseln, die wir in seinem Vertrag haben. Denn warum sonst sollte man sie dort eingebaut haben? Sie aus einem Grund darin, und was wir aktuell sehen, ist wirklich dramatisch schlecht", hielt mit Robert Doornbos ein anderer Ex-Formel-1-Pilot nichts vom Festhalten an Pérez.
Der Niederländer blies ins gleiche Horn wie Button. "Natürlich wäre es traurig für Pérez, aber Sport auf höchstem Level kann hart sein, und in der Formel 1 gibt es eben nur 20 Plätze. Es ist fressen oder gefressen werden", erklärte der ehemalige Minardi- und Red-Bull-Pilot, und stellte klar: "Ich denke, sie haben ihm genug Zeit gegeben, und sollten nun wirklich handeln."
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Sergio Pérez
Fotocredit: Getty Images
Doornbos: "Die ganze Welt wundert sich doch..."
Pérez gebe aktuell ein trauriges Bild ab, so Doornbos: "Ich war betroffen, als ich ihn im Kiesbett habe stehen sehen, und wie er dann gefragt hat, ob man ihn rausziehen könne", sagte er zum Q1-Aus des Mexikaners in Silverstone. "Das war herzzerreißend. Wir sehen einen Top-Athleten, der komplett aus der Bahn geworfen ist. Es muss ihm klar sein, dass er vielleicht den letzten verbliebenen guten Willen für ihn im Team verloren hat."
Dabei konnte sich Doornbos auch die erst kürzlich erfolgte Vertragsverlängerung nicht erklären. "Die ganze Welt wundert sich doch, warum sie ihm einen neuen Vertrag gegeben haben - und warum er nicht ersetzt wird", sagte der Niederländer. "Was Pérez aktuell zeigt, ist Red Bull nicht würdig. Und in der Vergangenheit hat auch niemand so viel Zeit bekommen wie er jetzt."
Doornbos zeigte sich überrascht: "Es gab Junioren, die ins A-Team befördert worden sind, und dann mitten in der Saison abgesägt wurden, um jemand anderem eine Chance zu geben. Aber bei Pérez ist die Situation etwas anders." Der Mexikaner bringt bekanntlich durch seine Sponsoren eine stattliche Geldsumme mit ins Team.
Das könne für Red Bull aber nur eine untergeordnete Rolle spielen, glaubte der Niederländer: "Wenn sie nichts unternehmen, wird es sehr schwer, die Konstrukteurs-WM zu gewinnen, wenn man sich anschaut, wie McLaren jedes Mal mit beiden Fahrern punktet. Und wenn sie den Titel verpassen, werden sie sich sehr über sich selbst ärgern, denn Red Bull könnte einen tollen Lauf hinlegen, wenn sie das dritte Mal in Folge die Konstrukteurs-WM gewinnen."
Doornbos stellte klar: "Dabei geht es auch um viel Geld, und man kann sich schwer vorstellen, dass Perez' Sponsorengelder da mithalten können, falls das der einzige Grund ist, warum er noch im Cockpit sitzt." Der Druck, den Red Bull aktuell durch die anderen Teams erfahre, sei für Pérez und seine Zukunft im Team jedenfalls nicht gerade förderlich.
Pérez vor dem Aus: Ricciardo, Tsunoda - oder doch Lawson?
Doch wie sieht es überhaupt aus mit Red Bulls übrigen Optionen? Red Bull habe mit ihrem Fahrerkader aktuell das Problem, glaubt Doornbos, "dass sie natürlich ein ganz anderes Szenario erwartet haben: Daniel Ricciardo hätte Yuki Tsunoda das Leben bei den Racing Bulls schwer machen sollen. Aber das haben wir immer noch nicht gesehen."
Schlussfolgerung Doornbos: "Deshalb wäre es unfair ihn zu befördern, selbst wenn er sich besser schlagen würde als Pérez." Also doch lieber Tsunoda die Chance bei Red Bull geben? "Das wäre auch für Honda eine tolle Sache", sagte der Niederländer, dem das offenbar mangelnde Interesse des A-Teams für den Japaner aber auch nicht verborgen geblieben ist.
"Das ist definitiv seltsam, aber Yuki hat manchmal auch furchtbare Wochenenden. Insgesamt mag er ein sehr positives Jahr haben, aber zuletzt gab es auch einige verrückte Wochenenden, die Red Bull an ihm zweifeln lassen könnten", sagte der Ex-F1-Pilot, der zudem warnte: "Auf der anderen Hand: Für Red Bull fahren bedeutet einen ganz anderen Druck als für die Racing Bulls."
Das wiederrum spreche dann doch für Ricciardo, der zumindest diesen Druck kenne. "Also ja, es ist eine schwere Entscheidung, ich würde deshalb nicht gerne in ihren Schuhen stecken", sagte Doornbos. Müsse er aber über das Pérez-Cockpit entscheiden und sich festlegen, "ich würde Liam Lawson nehmen", so der Niederländer: "Wenn er am Donnerstag mit dem RB20 in Silverstone einen guten Test zeigt, dann sollte man ihn reinsetzen!"
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Quelle: Perform
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