Formel 1 - Silverstone: Sensationeller Podiums-Debütant Nico Hülkenberg gibt Audis Hoffnungen einen "Riesenboost"

Nico Hülkenbergs Podium in Silverstone sorgt für mächtig Aufsehen in der Formel 1. "Hulk" steuerte den eigentlich gerade erst im Mittelfeld angekommenen Sauber sensationell auf Platz 3. Der Deutsche, der im Fahrerlager ein hohes Ansehen genießt, wird nächstes Jahr für Audi fahren, die Sauber übernehmen. Jetzt bekommen sie mit Hülkenberg nicht nur einen starken Fahrer, sondern auch Podiumsträume.

Nach 239 Rennen auf dem Podium: die Zahlen zu "Hulks" Coup

Quelle: Perform

Da stand er nun also, Nico Hülkenbergs erster Pokal in der Formel 1. 15 lange Jahre, 239 Rennen hatte der Deutsche darauf gewartet - und dann bestand das gute Stück aus Lego-Steinen.
Ein Sponsorendeal mit dem Spielwarenhersteller war schuld, aber Hülkenberg nahm es mit Humor. "Ein bisschen Silber oder Gold wären auch schön gewesen", sagte er grinsend, "aber ich mag Lego. Und meine Tochter kann damit spielen!"
Dieser wirklich sensationelle dritte Platz im Sauber-Boliden beim Grand Prix in England war eine Erlösung für Hülkenberg, gleichzeitig war es eine Verheißung für das künftige Audi-Werksteam - und die Trophäe tatsächlich relativ egal.
In all dem Trubel nach dem Rennen sagte der 37-Jährige noch einen Satz, der seine persönliche Geschichte ganz gut zusammenfasst. "Ich wusste noch, wie das mit dem Champagner auf dem Podium geht, ich habe das in den Nachwuchsserien ja sehr oft gemacht."

Hülkenberg glänzte bei den Junioren

Denn Hülkenberg war damals, bei den Junioren, ein Ausnahmefahrer, er pflügte geradezu durch die Klassen, galt als künftiger Weltmeister. Der Deutsche gehe "von 'Formel dies' nach 'Formel das', und überall gewinnt er", das sagte der große Frank Williams einmal über ihn. Und genau so war es ja auch: Hülkenberg hat in jeder Kategorie, in der er antrat, den Titel gewonnen - bis er in die Formel 1 kam.
Dort durfte er nie eines der schnellsten Autos steuern, auch der Sauber galt bis vor Kurzem als Hinterherfahrer. Doch seit diesem Sonntag in Silverstone ist alles ein bisschen anders. Zum einen steht fest, dass Hülkenberg seine Karriere nicht ohne Trophäe beenden wird, das Ende dieser gefühlten Ungerechtigkeit ist auch international ein Thema. Von "Hulks Heldentaten" schrieb die britische "Sun", der "Guardian" berichtete von einem Tag, "auf den sicher jeder in der Formel 1 lange gewartet hat".

Audi kann sich doppelt freuen

Und zum anderen ist der Blick auf Sauber, das sich im kommenden Jahr in das Audi-Team verwandelt, spätestens jetzt ein anderer. Das Projekt wurde seit Jahren zweifelnd beäugt, weil ein Hinterbänkler-Rennstall komplett aufgemöbelt werden muss.
Auch Audi sah die Notwendigkeit für eine steilere Entwicklungskurve, beschleunigte im vergangenen Jahr die Komplettübernahme des Schweizer Teams, baute zudem die Führungsetage um und holte den einstigen Ferrari-Teamchef Mattia Binotto an Bord.

Sauber plötzlich Konkurrenzfähig?

Hülkenbergs dritter Platz sei nun "für das Team ein Riesenboost nach all dem Ärger", sagte "Sky"-Experte Ralf Schumacher, "es geht in die richtige Richtung."
Niemand erwartet schon im Debütjahr 2026 Siege, die Entwicklung in dieser Saison ist aber unübersehbar. Das Ergebnis vom Sonntag war für Hülkenberg das vierte Rennen in Folge in den Punkten, er holte in dieser Phase mehr Zähler als Weltmeister Max Verstappen im Red Bull.
Der dritte Platz war zwar eine Ausnahme, begünstigt durch das Wetterchaos, "im Trockenen wäre es ganz anders gelaufen", sagte Hülkenberg: "Aber wir sind im Mittelfeld angekommen, da können wir jetzt ernsthaft mitkämpfen."
Sauber ist plötzlich Sechster in der Wertung der zehn Rennställe, Tendenz steigend. Mit einer solch guten Ausgangssituation war noch vor wenigen Monaten nicht zu rechnen für Audi. Vielleicht steht Hülkenberg also in nicht ferner Zukunft schon wieder auf einem Podest. Dann mit einem etwas schwereren Pokal in der Hand.
(SID)
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Quelle: Perform


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