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Mercedes-Boss Toto Wolff findet Max Verstappens Rekord irrelevant: "Etwas für Wikipedia"
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Publiziert 04/09/2023 um 16:55 GMT+2 Uhr
Mit seinem zehnten Sieg in Folge hat Weltmeister Max Verstappen in Monza Formel-1-Geschichte geschrieben und einen neuen Rekord für die meisten Grand-Prix-Siege in Folge aufgestellt. Doch während Red Bull den Rekord des Niederländers gebührend feiert, ist man im Lager von Mercedes nicht sonderlich beeindruckt. "Für mich wäre das nicht wichtig", winkt Motorsportchef Toto Wolff ab.
Toto Wolff äußert sich zum Rekord von Max Verstappen.
Fotocredit: Getty Images
"Diese Zahlen sind etwas für Wikipedia, und das liest sowieso niemand." Für den Österreicher sind solche Rekorde wie der von Red Bull und Verstappen "völlig irrelevant", wie er betonte - auch als Mercedes selbst noch von Sieg zu Sieg gefahren ist.
"Ich weiß nicht, wie viele Rennen wir in Folge gewonnen haben, ich wusste nicht einmal, dass es eine Zählung gibt, wie viele Rennen man gewinnt, deshalb ist es schwierig, mich um einen Kommentar zu irgendeiner Leistung zu bitten, weil das in meinem ganzen Leben nie eine Rolle gespielt hat", sagte er.
"Aber das Ergebnis an sich zeigt, dass ein großartiger Fahrer in einem großartigen Auto auf einem extrem hohen Niveau unterwegs ist", lobt er Verstappen. Lewis Hamilton hat für den Rekord seines früheren Rivalen nur ein Wort übrig: "Glückwunsch", sagte er kurz angebunden und meinte auch, dass er sich für eine solche Statistik nicht interessiert. "Aber schön für ihn", fügte er an.
Hamilton selbst hatte trotz seiner ganzen Erfolge nicht einmal annähernd eine so lange Siegesserie. Der Brite konnte maximal fünf Mal in Folge gewinnen: 2014 als Teamkollege von Nico Rosberg zwischen Monza und Austin und 2020 als Teamkollege von Valtteri Bottas zwischen dem Nürburgring und Sachir.
Hamilton: Alle meine Teamkollegen waren besser
Auch das ist für Wolff ein Grund, warum Hamilton nicht an die Siegesserie von Verstappen herangekommen ist: "Unsere Situation war ein bisschen anders, weil wir zwei Jungs hatten, die im Team gegeneinander gekämpft haben", sagt er. Das bedeutet zwischen den Zeilen: Sergio Perez ist für Max Verstappen keine echte Konkurrenz.
Das hatte auch Hamilton vor dem Formel-1-Rennen in Monza schon durchblicken lassen, als er in einem Interview mit "Sky" sagte, dass er von Verstappens Erfolgsserie "nicht mehr beeindruckt" sei als von anderen Erfolgen wie bei Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen oder Fernando Alonso.
Der siebenmalige Weltmeister meint, dass er für die gleiche Dominanz gegen Teamkollege Valtteri Bottas nicht die gleiche Anerkennung bekommen hätte. Stattdessen würde Verstappens Abstand auf Perez "deutlich mehr aufgeblasen".
"Und meiner Meinung nach waren Valtteri und eigentlich alle meine Teamkollegen stärker als das, was Max hatte", behauptet er. "Jenson [Button], Fernando [Alonso], George [Russell], Valtteri, Nico [Rosberg] - ich hatte so viele, und alle waren sehr konstant. Und Max ist gegen niemanden in der Art gefahren."
Verstappen hatte in der Formel 1 bei Toro Rosso zunächst den heutigen Ferrari-Piloten Carlos Sainz als Teamkollege, später bei Red Bull dann Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Alexander Albon und nun Sergio Perez.
Horner: Sollten Max nichts absprechen
Red-Bull-Teamchef Christian Horner wird gefragt, warum Mercedes jetzt wieder einen solchen Krieg der Worte mit Red Bull anfängt, doch dieser versucht das abzuwehren: "Ich möchte mich dazu nicht weiter äußern", sagte er.
"Ich denke, dass Max mit dem, was er tut, Rekorde bricht. Er fährt auf einem unglaublichen Niveau. Und ich glaube nicht, dass es im Moment irgendjemand auf der Welt gibt, der Max Verstappen in diesem Auto schlagen könnte, das ist sicher", so Horner.
"Ich denke, man muss anerkennen und applaudieren, was Max im Moment macht. Es ist etwas ganz Besonderes, das zu erreichen, was er erreicht hat. Ich denke, wir sollten das nicht in irgendeiner Weise schmälern. Im Sport passieren solche Dinge sehr selten, und ich denke, es ist ein goldener Moment für ihn und sicherlich auch ein goldener Moment für das Team."
Wolff: Alle Rennen gewinnen, wäre ein guter Rekord
Auch Red Bull selbst jagt aktuell Rekorde und hat die vergangenen 24 von 25 Rennen gewonnen. Aktuell steht man bei 15 Siegen in Folge und schaut auf einen ganz besonderen Rekord, nämlich alle Rennen in einer Saison zu gewinnen. Das ist noch keinem anderen Rennstall gelungen.
Acht Siege fehlen Red Bull 2023 dazu noch, und Toto Wolff glaubt, dass die Bullen "es selbst vermasseln" müssten, um nicht jedes Rennen zu gewinnen. Aus eigener Kraft wird die Konkurrenz Red Bull nicht mehr schlagen können.
Das ist übrigens ein Rekord, den der Österreicher anerkennen würde und selbst gerne in seiner Vita stehen hätte. "Den Rekord würde ich für gut halten", gab er zu, "denn das ist Perfektion."
"Wir haben es nicht geschafft, weil sich unsere beiden in Barcelona 2016 gegenseitig abgedrängt haben und wir dann in Malaysia einen Motorschaden hatten." Abgesehen der beiden Rennen in Spanien und Sepang hatte Mercedes 2016 alle 19 anderen Rennen gewonnen.
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Quelle: SNTV
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