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Formel 1 GP in Italien: Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur nach Monza-Debakel in der Kritik - wackelt sein Posten nun?
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Publiziert 08/09/2026 um 15:05 GMT+2 Uhr
Ausgerechnet beim Heimspiel in Monza hat Ferrari ein Wochenende zum Vergessen erlebt: Wird die Luft für Teamchef Frédéric Vasseur nach dem desaströsen Heimauftritt von in Monza dünner? Die Scuderia war mit einer brandneuen Motorenstufe und hohen Erwartungen zum Heimspiel in den Königlichen Park gereist, am Ende stand aber nur ein ernüchternder sechster Platz von Lewis Hamilton auf der Habenseite.
Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur
Fotocredit: Getty Images
"Wir haben alle das Gefühl, etwas verbockt zu haben", musste Vasseur nach dem Rennen einräumen. "Wir hatten gehofft, den ganzen Tifosi an diesem Wochenende etwas anderes als Dankeschön für ihre Unterstützung und ihre Begeisterung bieten zu können."
Geboten hat Ferrari nur einen spektakulären Unfall von Charles Leclerc, der bereits in der zweiten Runde in der Parabolica abgeflogen und heftig in die Reifenstapel gekracht war. Ansonsten schwamm Ferrari einfach nur mit.
Die Plätze vier und fünf im Qualifying waren schmeichelhaft, da Max Verstappen und Lando Norris im entscheidenden Q3-Versuch ohne Windschatten auskommen mussten und Kimi Antonelli aufgrund seiner feststehenden Motorenstrafe auch nur einen halbherzigen Versuch allein auf weiter Flur hinlegte.
Im Rennen fiel Lewis Hamilton dann hinter diese zurück und musste sich als Schlechtester der vier Topteams - abgesehen von Red-Bull-Ersatz Liam Lawson - mit Rang sechs begnügen.
Schumacher: Hoffentlich passiert jetzt nichts Gröberes
Die Position von Teamchef Vasseur dürfte dieses Wochenende nicht gerade verbessert haben. Wackelt jetzt womöglich sogar sein Posten? "Ich bin mir nicht so ganz sicher, was das jetzt für ihn bedeutet", sieht "Sky"-Experte Ralf Schumacher Vasseurs Platz in Gefahr. "Gerade hier in Italien war das eine Art Blamage, die man nicht gerne sieht."
Die Liste der Missgeschicke ist lang: Schlechtes Qualifying, keine Pace auf den Geraden, motzende Fahrer, ein unnötiger Zweikampf am Start, ein nach dem Unfall bereits kaputter Motor und Fragezeichen über der Fitness von Charles Leclerc. "Ich hoffe, dass da nichts Gröberes jetzt passiert nach diesem Wochenende, weil klar, die Enttäuschung wird groß sein", so Schumacher.
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Die beiden Ferrari-Piloten behinderten sich in Monza gegenseitig
Fotocredit: Getty Images
Vasseur selbst findet es schwierig, nach dem Rennen positive Seiten zu finden, auch wenn er für Madrid eine bessere Leistung verspricht. "Wenn ich das Positive suchen müsste, würde ich mich viel mehr auf gestern konzentrieren. Ich glaube, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht", beteuerte er mit Blick auf den Samstag.
Auch die Rennpace selbst sei "wahrscheinlich so weit in Ordnung" gewesen, so der Franzose. "Das Hauptproblem waren die Höchstgeschwindigkeit und das Überholen. Es war für uns schlichtweg unmöglich, anzugreifen oder zu verteidigen", sagte er. "Wenn wir jemanden angriffen, leerten wir die Batterie, und auf der nächsten Geraden verloren wir die Position wieder."
"Unser Problem war, dass wir fast überall zehn km/h zu langsam waren", meinte Vasseur. "Wenn wir in einer Kurve etwas mehr Energie eingesetzt haben, war der Rückstand auf der nächsten Geraden nur noch größer. Das war quasi unmöglich zu managen."
"Aber ehrlich gesagt sind das keine Neuigkeiten. Wir wussten vor unserer Anreise nach Monza, dass es so laufen würde. Die Rennumstände haben dann natürlich auch nicht gerade geholfen", meinte er.
Vasseur: "Zumindest hatte ich mit einer Sache recht"
Dabei ruhten die Hoffnungen vor dem Heimspiel ausgerechnet auf der neuen Verbrenner-Ausbaustufe. Doch die Ernüchterung im Lager der Scuderia folgte auf dem Fuße. Auf die Anmerkung, dass diese Spezifikation wohl nicht der erhoffte Gamechanger war, reagierte Vasseur gewohnt trocken: "Zumindest hatte ich mit einer Sache recht."
Dass es Ferrari im Vergleich zu Mercedes sowohl an reiner Verbrennungsleistung als auch an der Effizienz bei der Energieabgabe fehle - wie Charles Leclerc nach dem Qualifying beklagt hatte -, weist der Teamchef jedoch teilweise zurück. "Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber wenn dir reine Leistung fehlt, fängst du an, mit der Energieabgabe zu spielen, um das auf einer Geraden zu kompensieren", erklärte Vasseur das fundamentale Dilemma der Roten.
Wer an einer Stelle mehr abrufe, habe woanders naturgemäß weniger zur Verfügung. "Und schon gerätst du in eine Abwärtsspirale, wenn du versuchst, im Zweikampf damit zu hantieren. Ehrlich gesagt liegt es nicht an der Energieabgabe. Die war meiner Meinung nach so weit in Ordnung; selbst McLaren hat am Freitag und Samstagmorgen ein wenig damit herumprobiert. Am Ende fehlt es uns einfach an reiner Leistung."
"Die Realität sieht so aus: Wenn dir in Zandvoort ein Wert X fehlt, macht das zwei oder drei Zehntel aus. Wenn dir in Monza ein Wert von 'X minus' fehlt, ist der Abstand zu Mercedes doppelt so groß", rechnete der Franzose vor.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Eine schnelle Besserung ist vorerst nicht in Sicht, denn Anpassungen an der Power-Unit sind im Zeitalter des Budget Caps ein langwieriges Unterfangen. "Dieser Prozess beim Motor dauert extrem lange. Das ist nicht wie beim Chassis. Beim Chassis kann man von einem Tag auf den anderen ein Upgrade bringen, da geht es sehr schnell, wieder auf Pace zu kommen", gab Vasseur zu bedenken.
Die Vorlaufzeiten für die Teile seien lang und die Budgetobergrenze mache es nicht einfacher, da die Aggregate für die gesamte Saison im Voraus produziert werden müssen. Wer eine Neuentwicklung anstoßen wolle, müsse eine komplett neue Charge produzieren - ein kniffliges und teures Unterfangen.
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Kimi Antonelli triumphierte 30 Jahre nach Michael Schumachers erstem Sieg in Monza an gleicher Stelle
Fotocredit: Getty Images
"Wir haben nicht erwartet, das Defizit mit ADUO 1 oder ADUO 2 aufzuholen. Wir machen kleine Schritte", so Vasseur. Dennoch kämpfe man um jede einzelne Pferdestärke: "Wenn man beim Motor einen kleinen Schritt macht - gestern lagen hinter uns Bereiche von 0,010 Sekunden, dann 0,030 und 0,050 -, bedeutet das in Bezug auf die Platzierung: Selbst wenn man nur ein paar PS findet, ist das ein guter Sprung in der Startaufstellung."
Die echte Wende verspricht die Führungsetage erst für die kommenden Jahre. "Nächstes Jahr werden wir einen neuen Motor haben. Das Ziel ist natürlich, aufzuholen - und zwar so schnell wie möglich." Für die aktuelle Saison nimmt er seinen Ingenieuren jedoch den Druck von den Schultern: "Ich habe nicht erwartet, dass wir den Rückstand auf Mercedes innerhalb von zwei Monaten wettmachen."
Die Frage ist, ob jemand auch Vasseur den Druck von den Schultern nimmt ...
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Quelle: Perform
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