Red Bull tauscht angeblich Liam Lawson nach nur zwei Rennen gegen Yuki Tsunoda aus - Fahrerwechsel vor dem GP in Japan

Red Bull Racing wird in der Formel 1 anscheinend nach nur zwei Rennen erneut den Teampartner von Weltmeister Max Verstappen auswechseln. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll bereits beim Grand Prix in Suzuka am 6. April Yuki Tsunoda vom Schwesterteam Racing Bulls den erfolglosen Liam Lawson ersetzen. Auf "AFP"-Anfrage gab es am Dienstagabend keine Reaktion mehr.

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Quelle: Perform

Lawson (23) hatte an Verstappens Seite zur neuen Saison Sergio Pérez ersetzt. Der Neuseeländer erlebte allerdings einen miserablen Start: Während Verstappen in einem schwächelnden Auto konstant vorne mitfährt, ist Lawson noch ohne WM-Punkt.
Tsunoda (24) steigt laut "Canal+" aus Frankreich und der niederländischen Zeitung "De Telegraaf" pünktlich zu seinem Heimspiel ins stärkere Team auf.
Ob dies allerdings seiner Karriere hilft, bleibt abzuwarten: Immer wieder scheiterten in den vergangenen Jahren ambitionierte Piloten, wenn sie in den Teamvergleich mit Verstappen gingen. Zuletzt passierte das Pérez, Pierre Gasly und Alex Albon.
Tsunoda wurde in Australien Zwölfter und blieb in China punktlos. Red-Bull-Offizielle hatten einen Fahrertausch mit Lawson bereits angedeutet.

Lawson: "Ich bin nicht naiv"

Dem Neuseeländer dämmerte nach dem Rennen in Shanghai schon, dass seine Performance wenig dazu beigetragen hatte, sein angekratztes Standing im Team zu festigen, und sagte Dinge wie: "Ich bin nicht naiv. Mir ist völlig klar, dass ich hier bin, um Leistung zu bringen. Wenn ich das nicht tue, bin ich bald weg."
Offenbar macht Red Bull nun gleich Nägel mit Köpfen und lässt Tsunoda bei seinem Heimspiel im japanischen Suzuka am 6. April den RB21 fahren.
Die Story war schon im Paddock in Shanghai Gesprächsthema Nummer 1. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte eigentlich für 18 Uhr Ortszeit zu seiner üblichen Medienrunde geladen, um mit den vor Ort anwesenden Journalisten das Rennen zu analysieren und aktuelle Themen zu besprechen. Dann wurde das Pressebriefing kurzfristig auf 18:30 Uhr nach hinten verlegt.

Horner hielt sich noch bedeckt

Eine der ersten Fragen, die ihm gestellt wurde, lautete: "Wie lange könnt ihr euch solche Leistungen noch leisten?" Er hätte es ganz einfach abwürgen können, mit der einfachen Klarstellung, dass die Story Unsinn sei und Lawson selbstverständlich in Suzuka noch im Auto sitzen werde.
Doch stattdessen ließ Horner die Gerüchte laufen, sagte: "Im Fahrerlager wird es immer Spekulationen geben." Oder, auf die Frage, ob Tsunoda im Falle eines Fahrerwechsels der erste Kandidat wäre: "Dazu sage ich nichts. Sonst habt ihr gleich eure Schlagzeile."
Lawson hatte nach dem enttäuschenden Saisonauftakt in Melbourne in Shanghai ein weiteres schlechtes Wochenende abgeliefert: 20. und Letzter im Sprint-Qualifying, 14. im F1-Sprint, 20. und Letzter im Qualifying, Zwölfter im Rennen.

Horner hat "Mitgefühl mit Liam"

Nach dem (erneuten) Fiasko im Qualifying entschied man bei Red Bull, Lawsons RB21 für den Rennsonntag komplett umzubauen und aus der Boxengasse zu starten. Gebracht hat das wenig: "Die Richtung, in die wir gegangen sind, sollte das Auto fahrbarer machen und das Handling verbessern", verrät Lawson: "Leider ging es in die komplett falsche Richtung. Das Auto wurde dadurch deutlich schwerer zu fahren und insgesamt auch langsamer." So herrscht bei Red Bull nun Alarmstimmung - und Lawson zum Abschuss freigegeben.
"Der Junge weiß ja nicht mehr, wo vorne und wo hinten ist", sagt Sky-Experte Ralf Schumacher in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von "Formel1.de": "Der versteht das ja gar nicht, weil das erste Mal in seinem Leben fährt er los und gibt alles - und guckt auf die Uhr, und ihm fehlt so viel."
Selbst Horner stellt fest: "Ich habe großes Mitgefühl mit Liam. Man sieht ihm an, wie hart das alles gerade ist."

Red Bull: Krisenmeeting in Milton Keynes?

Schumacher war übrigens derjenige, der den Fahrertausch bei Red Bull bei "Sky" als praktisch fix vermeldet hat. Eine Position, die er weiterhin vertritt: "Nach meinen Informationen ist der Drops gelutscht und Tsunoda sitzt drin", sagt er in dem am Montag aufgezeichneten Video-Interview.
Dazu kommt: Helmut Marko, der Motorsportkonsulent von Red Bull, kündigte in einem "Sky"-Interview am Sonntag ein Meeting in Milton Keynes an, "wo besprochen wird, wann und wie wir diesen Rückstand, den wir zurzeit haben, beheben können. Und bis dahin geht es halt darum, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Wir sind besorgt, aber es ist nicht so, dass wir die Flinte schon ins Korn werfen würden."
Aus dieser Aussage, die Marko nicht in Bezug auf Lawson getätigt hatte, wurde in der immer wilder spekulierenden Formel-1-Twitteria ein Krisenmeeting am Donnerstag, bei dem der Rauswurf von Lawson nur noch formell besiegelt werden muss.

Kann Tsunoda gleich performen?

Die Frage ist, ob der Japaner auf Anhieb besser performen kann. Da sind die Experten skeptisch. "Tsunoda kann nur verlieren, wenn er sich bei seinem Heimrennen in den Red Bull setzt", warnt etwa Formel-1-Experte Marc Surer.
Eine Einschätzung, die Ralf Schumacher teilt: "Wenn ich Tsunoda wäre, würde ich es nicht annehmen. Ich würde mich nicht neben Max Verstappen setzen, ohne Test, ohne alles. Ich glaube, da verbrennt man zwei Fahrer. Da hilft man keinem."
Schumacher weiter: "Wenn das dann alles so kommt, dann kommt mir das kopflos vor und ein bisschen panisch. Weil unter normalen Umständen, wenn man so viel Geld in die Hand nimmt und so strukturiert ist wie die ganze Organisation Red Bull das ist, darf man so nicht denken und nicht handeln."

Ricciardo der letzte Highperformer

Seit Daniel Ricciardo (2014-2018) sucht Red Bull nach einer Nummer zwei, die Verstappen auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Gasly (2019) und Albon (2019-2020) sind daran kläglich gescheitert. Pérez (2021-24) konnte zumindest phasenweise gut mithalten, wurde aber ebenfalls rausgeschmissen. Trotz eines bestehenden Vertrags für 2025.
Lawson galt damals als frech und unbekümmert - und als einer, der den nötigen Speed haben könnte, um mit dem Red Bull zumindest akzeptable Ergebnisse einfahren zu können. Marko, so wird das zumindest hinter vorgehaltener Hand geflüstert, wollte für 2025 von Anfang an Tsunoda im Red Bull sehen. Dagegen soll aber Horner Stimmung gemacht haben.
Der sagte am Sonntagabend in Shanghai noch über Lawson: "Er ist ein junger Kerl. Wir haben die Verantwortung, ihn zu unterstützen. Und das werden wir auch bestmöglich tun."

Red Bull hat große Ziele - und keine Zeit zu verlieren

Priorität hat für Horner, Marko & Co. aber ohnehin das Ziel, mit Verstappen den fünften WM-Titel hintereinander zu gewinnen. Das hat Red Bull nicht einmal in der goldenen Vettel-Ära geschafft. Die Konstrukteurs-WM würde man als "nice to have" gern mitnehmen.
"Das ist natürlich ein harter Brocken", sagt Horner: "Aber in der Fahrer-WM liegen wir nur acht Punkte zurück."
Er weiß: "Wir müssen deutliche Fortschritte beim Auto machen, um überhaupt eine Chance zu haben. Und man braucht zwei Autos, die punkten. Das hat uns schon letztes Jahr geschadet. Selbst für die Fahrerwertung braucht man ein zweites Auto, das vorne mitfährt. Deshalb ist es entscheidend, beide Fahrer so weit vorne wie möglich zu haben." Andererseits habe McLaren 2024 gezeigt, "dass man auch nach einem schwachen Saisonstart noch konkurrenzfähig sein kann".
(SID/Motorsport-total.com)
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Quelle: Perform


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