Formel 1 - Ärger zwischen Mick Schumacher und Teamchef Günther Steiner? Haas-Pilot klärt auf

Nachdem die Stimmung rund um Haas und Mick Schumacher zuletzt angespannt war, zeigten sich alle Beteiligten vor dem Grand Prix von Kanada um Harmonie bemüht. Mick Schumacher bekräftigte bei seinem Medienauftritt am Donnerstag vor dem Rennen in Montreal, dass es keine atmosphärische Verstimmung im Team gebe: "Ich denke, dass ich die volle Unterstützung des Teams habe."

Mick Schumacher steht bei Haas in der Kritik

Fotocredit: Getty Images

Besonders in deutschsprachigen Medien wurde zuletzt über eine schlechte Stimmung im Team Haas berichtet. Diese Meldungen dementierte Mick Schumacher nun vor dem GP in Montreal:
"Ich denke, dass ich die volle Unterstützung des Teams habe. Und das Team weiß, dass sie meine Unterstützung haben", unterstrich Schumacher und entschärfte damit die aufgeheizte Stimmung der vergangenen Wochen, die zuletzt in einem emotionalen Interview seines Teamchefs Günther Steiner bei "Sky" eskaliert war. Hierbei forderte der 57-Jährige von Schumacher "bessere Leistungen".
Dem hatte zuvor ausgerechnet Mercedes-Teamchef Toto Wolff, bekanntermaßen keiner von Steiners allerengsten Paddock-Freunden, in einem Interview mit "RTL" nahegelegt, genau das Gegenteil von dem zu tun, was Steiner bisher getan hat, nämlich Schumacher zu sagen: "Jetzt lass es mal fliegen! Fahr so, wie du fahren kannst."
Anschließend wurde im Paddock gemunkelt, dass es zuletzt praktisch keine direkte Kommunikation zwischen Steiner und Schumacher gegeben haben soll. Etwas, was Steiner dementierte: "Das wurde hochgespielt, dass wir nicht miteinander reden. Da lachen wir drüber. Niemand außer uns beiden weiß, wie unsere Beziehung wirklich ist. Aber jeder hat dazu eine Meinung."

Schumacher ohne Zweifel an den eigenen Fähigkeiten

Hochgespielt wurden auch Gerüchte, wonach Schumacher möglicherweise noch während der Saison gefeuert werden soll. Zumindest wollte der 23-Jährige selbst davon nichts wissen: "Es gibt so viele Gerüchte. Aber niemand wurde gefeuert. Ich schätze, es ist so, dass man am besten gar nichts auf diese ganzen Gerüchte gibt."
"Es geht nur drum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und ein bisschen Glück zu haben. Ich denke, wir hatten dieses Jahr schon ein paar Mal Pech. Aber wenn der Ball einmal ins Rollen kommt, dann sieht die Sache gleich ganz anders aus. Ich bin mir sicher, dass niemand hier an meinen Fähigkeiten zweifelt. Die habe ich ja früher auch schon unter Beweis gestellt."
In Baku wurde Schumacher insofern unter Wert geschlagen, als er im Rennen mit einer von außen nicht nachvollziehbaren Reifenstrategie ausgestattet wurde und sich selbst gezügelt hatte, nicht zu viel Gas zu geben: "Wir wollten unbedingt ein sauberes Rennen fahren und alle Teile heil hierherbringen. Das ist uns gelungen."
Der Deutsche rechnete vor: "Wir hatten vor dem Rennen acht schnelle Runden. Das ist nicht wahnsinnig viel. Insofern finde ich, dass das Rennen ganz in Ordnung war. Es gab ja auch im Rennen ein paar Probleme."

Steiner zeigt Verständnis für Schumacher

Von Steiner kamen inzwischen auch wieder verständnisvollere Töne in seine Richtung: "Er hat es im Moment nicht leicht", sagte der Südtiroler über seinen jungen Fahrer. "Und dann kommen all diese Rennen so dicht hintereinander, erst Baku, jetzt hier - und das nach den Crashes in Monte Carlo und Dschidda."
"Das Beste ist meiner Meinung nach, wenn er sich drauf konzentriert, keinen Unfall zu bauen. Das würde sein Selbstvertrauen noch mehr beschädigen. Aber das weiß er auch selbst. Wenn wir dann auf Strecken kommen, wo die Leitplanken wieder ein bisschen weiter weg sind, kann er hoffentlich zurückschlagen. Aber im Moment ist das Wichtigste, sauber zu fahren und Ruhe reinzubringen."
Konkrete Ziele, die Schumacher erreichen muss, um 2023 einen neuen Vertrag zu erhalten, setzte Steiner nicht: "Ich lasse ihn in den Rennen ziemlich allein, denn er weiß selbst, was er zu tun hat. Es bringt nichts, ihm Ziele vorzugeben." Außerdem ist ein Haas-Cockpit vertraglich für einen Ferrari-Junior reserviert. Ob das weiterhin Schumacher sein wird, entscheidet eher Ferrari als Steiner.
Wer 2023 in den beiden Haas-Autos sitzen wird, das entscheide sich "sicher nicht vor der Sommerpause", stellte Steiner klar. Und Schumacher ergänzte: "Es ist noch viel zu früh, darüber auch nur nachzudenken. Wir wollen gute Resultate holen. Das ist mein hauptsächliches Ziel. Und dafür brauche ich ein sauberes Wochenende."
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Quelle: Perform

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