F1-GP Barcelona - Lewis Hamilton rechnet nach erstem Ferrari-Sieg mit Kritikern ab: "Besonders enttäuschend finde ich..."

Lewis Hamilton hat es endlich geschafft! Nach fast zwei Jahren ohne Formel-1-Sieg beendet der siebenmalige Weltmeister seine lange Durststrecke in der Königsklasse und feiert beim Großen Preis von Barcelona-Katalonien seinen ersten Triumph als Fahrer von Ferrari. Der Brite, der zuletzt in Spa 2024 gewinnen konnte, holte damit bereits seinen 106. Grand-Prix-Sieg der Karriere.

Lewis Hamilton rechnet nach seinem Sieg in Barcelona mit seinen Kritikern ab

Fotocredit: Getty Images

"Sie sind alle auf ihre Weise etwas Besonderes, aber dieser hier ist noch einmal etwas ganz anderes", jubelte der Ferrari-Pilot, für den mit dem ersten Sieg für die Scuderia ein lang gehegter Traum in Erfüllung geht.
"Diesen Traum hatte ich jeden einzelnen Tag vor Augen. Als Kind habe ich 1996 gesehen, wie Michael Schumacher hier für Ferrari gewonnen hat. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich das rote Auto beobachtet und mich gefragt habe, wie es wohl wäre, selbst in diesem Wagen zu siegen", erklärte Hamilton weiter.
"Wie es wäre, auf diesem Podium zu stehen und dem Team den Moment zu schenken, in dem die Nationalhymne erklingt", sagte er.
Ein Erlebnis, das für Hamilton an diesem Sonntag nun endlich Realität geworden ist: "Es gibt nichts Vergleichbares. Es ist einfach unglaublich. Ich bin unendlich dankbar, und hoffentlich ist dies der erste Sieg von vielen", fügte der Brite an.
picture

Lewis Hamilton feiert seinen ersten Sieg in Rot beim Großen Preis von Barcelona

Fotocredit: Getty Images

Hamilton kämpft sich zurück an die Spitze

Zur Erinnerung: In seinem Ferrari-Debütjahr 2025 stand Hamilton kein einziges Mal auf dem Podium und musste sich deshalb bereits mit heftiger Kritik auseinandersetzen. Doch der Brite kämpfte sich in dieser Saison eindrucksvoll zurück. "Ich musste aus einer wirklich schwierigen Phase zurückkommen, um wieder hier oben zu stehen."
"Wenn diese Geschichte etwas zeigt, dann dies: Gib niemals auf. Zweifle nicht ständig an dir selbst. Verliere nie den Glauben an dich und arbeite weiter, Schritt für Schritt", sagte ein sichtlich emotionaler Hamilton, der sich zugleich bei der Scuderia bedankte: "Ohne dieses großartige Team hätte ich das niemals geschafft."
"Die Unterstützung, die ich in den vergangenen zwölf Monaten bekommen habe, und ganz besonders vor dieser Saison, war unglaublich. Nach einem so schwierigen Jahr war das alles andere als selbstverständlich." Schon in China, Kanada und Monaco stand der Ferrari-Pilot auf dem Podium.

Kritik als zusätzlicher Antrieb für Lewis Hamilton

Die negativen Kommentare der vergangenen Wochen und Monate habe Hamilton als "zusätzlichen Antrieb" genutzt. "Es ist leicht, über andere Menschen negativ zu reden", weiß der 41-Jährige. "Besonders enttäuschend finde ich es, wenn solche Aussagen von Fahrern kommen, die genau wissen, wie schwierig dieser Sport ist."
"Manche von ihnen haben selbst nie die Erfolge erreicht, die ich erleben durfte, und äußern sich trotzdem abfällig", ergänzte Hamilton, ohne zu verraten, an wen sich diese Worte konkret richten. "Aber wie gesagt: Es waren die Fans, die mich gerettet haben."
"Im vergangenen Jahr haben mir einige immer wieder zugerufen: 'Vergiss nicht, wer du bist.' Das hat mich tief berührt. Ich musste mich fragen: Wie finde ich wieder zu mir selbst? Wie finde ich mein inneres Gleichgewicht? Woher nehme ich den Mut und die Kraft, weiterzumachen, weiter aufzubauen und weiterzukämpfen?"
Über den Winter habe sich auch die Arbeit mit dem Team verbessert. "Es gibt vieles, was wir verändert haben und noch verändern wollen - in der Arbeitsweise, in der Zusammenarbeit mit den Ingenieuren, bei der Entwicklung des Autos und bei der Ausrichtung des gesamten Projekts", sagte der Ferrari-Pilot. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns."

Viel Lob von Vasseur, Rosberg und Schumacher

"Das ist ein gewaltiger Schub", ergänzte Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. "Die vergangenen anderthalb Jahre waren nicht einfach, mit Höhen und Tiefen. Heute zu gewinnen, ist für uns alle ein enormer Antrieb. Schon in der ersten Runde war klar, dass das Reifenmanagement entscheidend sein würde. Und ehrlich gesagt: Er ist ein fantastisches Rennen gefahren."
Auch "Sky"-Experte Nico Rosberg fand lobende Worte für seinen ehemaligen Teamkollegen. "Das ist insgesamt ein großartiger Tag für den Sport. Das ist historisch", meinte der Weltmeister von 2016. "Lewis ist einer der Größten aller Zeiten, und jetzt hat er mit Ferrari wirklich die Kurve bekommen. Denn zwischenzeitlich sah es ziemlich düster aus."
picture

WM - Fred Vasseur herzt Lewis Hamilton nach seinem ersten Ferrari-Sieg

Fotocredit: Getty Images

"Letztes Jahr hatte man fast das Gefühl, er sei schon auf dem Heimweg", erinnerte Rosberg an die zahlreichen Spekulationen über einen möglichen Rücktritt. "Da hätte er jederzeit sagen können: 'Okay, ich höre auf, ich bin raus.' Aber er hat sich durchgebissen, fühlt sich jetzt wohl im Auto, und man sieht überall eine positive Dynamik entstehen."
Das sei "stark, was er im Moment macht", ergänzte Ralf Schumacher. "Er kommt von Anfang an sehr gut mit dem Auto zurecht und beginnt jetzt wieder, die Rolle des Teamleaders einzunehmen. Charles Leclerc muss natürlich ein bisschen aufpassen und man merkt, dass das etwas mit ihm macht. Das ist ganz normal."
"Aber jetzt kann Lewis das erst einmal genießen. Ich kann mir gut vorstellen, wie sich das anfühlt", meinte Schumacher. "Ich kenne das noch von meinem Bruder bei Ferrari: Ein Sieg dort ist einfach etwas Besonderes. Da herrscht immer eine mega Stimmung, und auch die Feiern danach sind besonders."

Hamilton blickt bereits Richtung Titelkampf

Und Hamilton? Der Brite denkt gar nicht erst ans Feiern, sondern richtet den Blick bereits auf den Beginn einer möglichen Titeljagd. "Absolut. Ich glaube, das ist erst der Anfang", sagte der Ferrari-Pilot hoffnungsvoll. "Mercedes hat ein hervorragendes Paket, und beide Fahrer leisten dort einen außergewöhnlichen Job."
"Wenn wir den Rückstand aufholen und dauerhaft vor ihnen liegen wollen, wird das von uns allen im Team maximale Leistung verlangen", weiß Hamilton, der nach seinem Debütsieg mit Ferrari womöglich sogar schon vom achten WM-Titel träumt. "Nichts ist unmöglich. Wir gehen Schritt für Schritt vor."
picture

Antonelli schreibt F1-Geschichte mit Sieg und WM-Führung

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung