Eurosport
Max Verstappen gewinnt GP von Malaysia, Sebastian Vettel mit Aufholjagd
Von
Publiziert 01/10/2017 um 10:37 GMT+2 Uhr
Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat den Großen Preis von Malaysia in Sepang gewonnen. Am Tag nach seinem 20. Geburtstag verwies der Niederländer bei seinem zweiten Grand-Prix-Sieg den englischen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes und seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien) auf die Plätze. Sebastian Vettel kämpfte sich im Ferrari vom letzten Startplatz bis auf Rang vier nach vorne.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Allerdings vergrößerte sich der Rückstand des Hessen auf Hamilton nach dem 15. von 20 WM-Läufen auf 34 Punkte.
Renault-Pilot Nico Hülkenberg und Pascal Wehrlein im Sauber verpassten die Punkteränge deutlich.
Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) konnte offenbar wegen Elektronikproblemen gar nicht erst starten. Vettel selbst hatte am Samstag aufgrund von Motorproblemen im Qualifying keine gezeitete Runde fahren können.
"Am Ende ging uns ein bisschen die Luft aus. Es war Schadensbegrenzung", sagte Vettel am RTL-Mikrofon: "Ich habe gepusht, um Daniel einzuholen. Am Schluss wurden die Bremsen ein bisschen heiß, da habe ich Abstand genommen. Der Speed war da, um das Rennen zu gewinnen. Insgesamt müssen wir mit dem vierten Platz zufrieden sein."
"Das Auto hat sich gut angefühlt. Ich habe gesehen, dass Lewis Probleme mit der Traktion hat. Ein unglaublicher Sieg", sagte Verstappen. Hamilton war keineswegs unzufrieden: "Wir haben so ein Ergebnis hier gebraucht. Ich habe weiter ein gutes Gefühl. Das Rennen war sehr hart."
Vettel: Erst Jagd, dann Crash
Ein wie entfesselt fahrender Sebastian Vettel hat die vielleicht größte Aufholjagd seiner Karriere hingelegt und damit seiner Pechsträhne getrotzt - am Ende aber dennoch Boden auf seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton verloren. Der Ferrari-Pilot raste beim Großen Preis von Malaysia vom 20. auf den vierten Rang.
Vettel, im Qualifying durch Motorenprobleme zurückgeworfen, war vor allem in der zweiten Rennhälfte lange Zeit mit Abstand schnellster Mann im Feld. Die Silberpfeile kämpften auf der vermeintlichen Mercedes-Strecke in Sepang dagegen über das gesamte Wochenende mit ihren Reifen - diese wiederkehrende Schwäche lässt Ferrari und Vettel für die restliche Saison hoffen.
Der Rückstand des Heppenheimers auf Hamilton beträgt fünf Rennen vor Schluss allerdings 34 Zähler, erst vor zwei Wochen hatte ihn ja sein Startunfall in Singapur zurückgeworfen. Vettel muss weiterhin auf einen großen Ausrutscher des Briten hoffen. Die Leistung von Malaysia gibt aber Anlass dazu: Nur in Abu Dhabi 2012 (Startplatz 24 auf 3) und in Singapur 2016 (22 auf 5) legte Vettel ähnliche Aufholjagden hin - anders als nun am Sonntag halfen dabei aber auch äußere Einflüsse wie Safety-Car-Phasen.
Kurios wurde es in der Ehrenrunde: Williams-Pilot Lance Stroll (Kanada) und Vettels Ferrari kollidierten, der Ferrari wurde durch den Crash zu einem Dreirad umfunktioniert und musste abgeschleppt werden. Vettel fluchte im Boxenfunk: "Das ist nicht möglich. Stroll schaut gar nicht, wo es hingeht."
Räikkönen im Pech
Minuten vor dem Start hatte der Ferrari-Alptraum von Sepang zunächst seine Fortsetzung gefunden. Räikkönens Ferrari stand schon auf Startplatz zwei, doch bei den Mechanikern in Rot brach Hektik aus.
Der Finne hatte, wie Vettel am Samstag, ebenfalls ein Problem mit seinem Antrieb und musste letztlich auf den Start verzichten - Vettel war vom Ende des Feldes aus auf sich allein gestellt.
Die Aussichten wurden eigentlich immer besser für Mercedes, es schien mit Blick auf den WM-Kampf kaum etwas schiefgehen zu können für Silber - solange Hamilton ins Ziel kommen würde. Die "Ansage an Lewis" sei daher klar, sagte Teamaufsichtsrat Niki Lauda vor dem Rennen: "Kein Risiko eingehen."
Am Start hatte Hamilton dann zunächst auch kaum Sorgen, schließlich war der zweite Rang hinter ihm frei geblieben. Doch nur wenig später zeigte sich, was Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff befürchtet hatte: "Wenn es heiß ist, überhitzen unsere Reifen, das könnte auch im Rennen ein Problem sein."
Mercedes warnt Hamilton vor Vettel
Zunächst ging Verstappen an Hamilton vorbei, dahinter kassierte Ricciardo wenig später auch Bottas - Hamilton fuhr damit nun zwischen den beiden Red Bulls, beide waren schneller als er. Und das galt auch für Vettel.
Der Hesse hatte sich schon in einer aggressiv geführten ersten Runde um sieben Ränge verbessert. Für das Überholen seines alten Rivalen Fernando Alonso im McLaren benötigte er etwas länger, doch schon nach etwa einem Viertel des Rennens lag Vettel auf Rang sechs - und fuhr auf den eigentlich langsameren, härteren Reifen schneller als Hamilton auf den weicheren.
In dieser Phase erinnerte die Mercedes-Box den Engländer daran, dass "Vettel gegen Ende des Rennens gefährlich werden" könne. Zunächst musste allerdings der zweite Silberpfeil-Pilot in den Rückspiegel schauen: Zur Rennhalbzeit hatte Vettel den fünften Platz erobert und griff Valtteri Bottas an. Doch der Finne war vor allem auf den Geraden eine andere Kategorie und nicht zu bewältigen.
Es folgten die Stopps der Spitzenfahrer: Verstappen blieb vor Hamilton und Ricciardo, doch Vettel ging endlich an Bottas vorbei - und begann mit frischen weichen Reifen den eindrucksvollen Endspurt. In der Schlussphase war er an Ricciardo dran, kam immer näher, doch dann ließen die Reifen am Ferrari nach. Vettel wurde immer langsamer, in den letzten fünf Runden war kein Angriff mehr möglich.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung