Max Verstappen auf Titeljagd im Porsche? Mick Schumacher als Rivale im Audi? Was nach einem Scherz klingt, könnte in der Formel 1 auf lange Sicht Realität werden. Die Königsklasse strukturiert im Hintergrund längst die Zukunft, will kostengünstiger, einfacher, nachhaltiger werden und so neue Hersteller anlocken.
Ein deutsches Schwergewicht bekundet Interesse: Volkswagen. Ein Einstieg zur Saison 2026, wenn ein neues Motorenreglement greift, gilt inzwischen als wahrscheinlich. "Der Wert der Formel 1 in puncto Marketing, Fanbase und PR ist unbestritten, da ist die Formel 1 verglichen mit anderen Serien extrem gut", sagte Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach zuletzt: "Wir schauen uns das Thema im Konzern ernsthaft an."
In welcher Form sich der zweitgrößte Autobauer der Welt engagieren würde, ist völlig offen. Kommen Porsche und Audi als eigene Teams? Werden sie Partner einer bestehenden Mannschaft oder bringen sie sich als Motorenlieferant ein? Letztere Varianten gelten als realistischer. Es gibt Gerüchte über eine mögliche Kooperation mit Red Bull. Auch Williams - derzeit von Mercedes beliefert - gilt als potenzieller Partner.
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Vieles hängt dabei wohl auch vom grundsätzlichen Konzept der künftigen Formel 1 ab. Die Gespräche darüber laufen seit Monaten. Als beschlossen gilt das Aus für die komplizierte MGU-H-Einheit des aktuellen Motors, die für jeden Neueinsteiger eine große Hürde darstellen würde. Eine größere Elektrifizierung der Serie steht ebenfalls im Raum, auch über die Kostenfrage und das Thema Chancengleichheit wird debattiert.

Wolff will Entwicklungs-Vorsprung nicht hergeben: "Haben eine Menge investiert"

Vor allem bei letzterem herrscht Konfliktpotenzial. "Ein Einstieg macht nur Sinn, wenn es eine Reglement-Änderung gibt, die bedeutet, dass alle Mitbewerber auf gleicher Basis beginnen können", sagte Laudenbach. Interessenten wie VW wollen auf Anhieb um Siege fahren, bestehende Hersteller wie Mercedes den Vorteil der hart und teuer erarbeiteten Erfahrung nicht verlieren.
"Die Formel 1 ist die Champions League. Und keiner kann erwarten, in die Champions League zu kommen und direkt im ersten Jahr das Finale zu erreichen und den Pokal mit nach Hause zu nehmen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zuletzt. Mercedes sei lange dabei, "und wir haben eine Menge Geld, Blut und Schweiß investiert. Und auch wir hatten am Anfang Probleme. Das gilt auch für Renault und Honda."
Ein WM-Duell zwischen Mercedes und VW ist noch Zukunftsmusik. Der Zeitpunkt der Verkündung des VW-Einstiegs könnte aber bereits nahe sein. "Eine Sache ist klar. Wenn eine solche Entscheidung getroffen wird, dann kannst du nicht zu lang warten", sagte Laudenbach. Wer vorne mitfahren will, muss frühzeitig mit der Entwicklung beginnen.
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