GP von Mexiko: Red-Bull-Urteil in Budget-Affäre stößt auf Kritik - McLaren und Co. bemängeln Konsequenz

Das Urteil in der Budget-Affäre um Red Bull stößt in der Formel 1 durchaus auf Kritik. Zu harmlos sei die Strafe für den österreichischen Rennstall ausgefallen, lautet der Tenor. Bei McLaren-Teamchef Andreas Seidl hinterlasse die Entscheidung "gemischte Gefühle", erklärte er beim Grand Prix von Mexiko. Die geringen Sanktionen würden die Teams sogar zu künftigen Verstößen anstacheln.

Zak Brown und Andreas Seidl

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Einerseits begrüßt Seidl die Strafe für den Verstoß gegen die Budgetobergrenze in der Formel 1, andererseits aber gehen ihm die verhängten Sanktionen nicht weit genug.
Eine Strafzahlung in Millionenhöhe sowie ein prozentualer Abzug bei der Aerodynamik-Testzeit seien "natürlich nicht angemessen" für das Vergehen von Red Bull, meinte der 46-Jährige im Gespräch mit "Motorsport.com".
"Die Strafe ist nicht hart genug", so Seidl. "Wir hoffen, bei künftigen Vergehen ähnlicher Art auf deutlich härtere Sanktionen."
So sieht es auch McLaren-Boss Zak Brown: "Wenn der Weltverband effektiv vorgehen und mit seinen Strafen auch eine Lektion für künftige, ähnliche Regelverstöße erteilen will, dann müssen die Strafen in der Zukunft viel strenger ausfallen. Wir hoffen, die FIA reagiert zukünftig mit härterer Hand, wenn jemand absichtlich die Regeln bricht."

Alfa Romeo und Haas pflichten McLaren bei

Und mit dieser Sichtweise steht McLaren nicht allein da. Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur zum Beispiel empfand die Strafe ebenfalls als "ziemlich klein" und warnte vor möglichen Folgen, die das Strafmaß nach sich ziehen könnte.
O-Ton: "Wir müssen sicherstellen, dass das nicht andere Teams dazu anregt, in Zukunft einen Verstoß zu wagen. Denn jetzt wird jeder rechnen, ob es sinnvoll wäre, ein paar Millionen mehr auszugeben und dafür einen Abzug von zehn Prozent für die Windkanal-Nutzung hinnehmen zu müssen."
Auch Haas-Teamchef Günther Steiner meldete Bedenken an. Zum einen, weil die Geldstrafe "keine Bedeutung" für die anderen Formel-1-Teams habe und zehn Prozent weniger Zeit im Windkanal "kein allzu großes Thema" sei. Steiner sagte: "Das ist keine echte Strafe. Dann geht man eben weniger häufig in den Windkanal, aber man kann etwas anderes machen. So einfach ist das."
Stattdessen hätte es Steiner für "viel sinnvoller" empfunden, Red Bull die Strafsumme von der Budgetobergrenze abzuziehen. "Das müsste man machen", meinte er.
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Günther Steiner

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Seidl kritisiert Red Bull: "Märchen mochte ich nie"

Für McLaren-Teamchef Seidl wiederum steht im Vordergrund, dass überhaupt kontrolliert wird, und das "gründlich und sorgfältig", so sein Eindruck. "Hoffentlich ist das unterm Strich gut für die Formel 1, weil es hoffentlich Teams in der Zukunft davon abhält, in den roten Bereich zu gehen, egal ob im Finanziellen, im Sportlichen oder im Technischen Reglement."
Von den Äußerungen von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der auf Interpretationsspielraum in den Finanziellen Regeln der Formel 1 verweist, hält er dagegen nicht viel. Die Pressekonferenz mit Horner habe er sich gleich komplett geschenkt. Begründung: "Schon als Kind mochte ich keine Märchen. Deshalb habe ich darauf verzichtet, mir das anzuhören."
Auch Vasseur tut sich schwer, Verständnis für Horner aufzubauen. Der Budgetobergrenze gerecht zu werden, das sei zwar "schwierig" und "nicht zu unterschätzen" gewesen, meint er. Aber: Es sei den Teams während des Prozesses erlaubt gewesen, Fragen zu stellen. "Und jeder hat ungefähr eintausend Nachfragen gestellt", so Vasseur.
Seidl ergänzt: "Unterm Strich wissen wir jetzt, dass die Budgetobergrenze funktioniert. Neun Teams ist es gelungen, unterhalb der Grenze zu bleiben, wenngleich sie nahe dran waren. Genau das war die Idee bei der Sache. Deshalb halte ich es für völlig falsch, den Verstoß auf Spielraum bei der Interpretation zu schieben."
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Norris: WM-Titel für McLaren "in den nächsten Jahren" möglich

Quelle: Perform

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