GP von Mexiko: Ferrari wird zum lachenden Dritten - Scuderia nutzt Konflikt zwischen Verstappen und Norris aus

Carlos Sainz hat beim Grand Prix von Mexiko einen ungefährdeten Sieg eingefahren und die Hoffnungen auf den ersten WM-Titel für Ferrari seit 2008 weiter geschürt. Die Scuderia profitierte dabei am Sonntag vom Privatduell zwischen Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) und dessen Konkurrenten Lando Norris (McLaren), das sich im Saison-Finale noch weiter zuspitzen könnte. Die Lehren aus Mexiko.

Carlos Sainz im Ferrari beim GP Mexiko 2024

Fotocredit: Getty Images

16 Jahre ist der letzte WM-Triumph von Ferrari bereits her - dank der Leistung von Carlos Sainz und Charles Leclerc rückte der rote Traum von Konstrukteurstitel Nummer 16 nun ein gutes Stück näher.
Mexiko-Sieger Sainz und der Drittplatzierte Leclerc unterstrichen im Autódromo Hermanos Rodríguez den jüngsten Aufstieg der Scuderia und nutzten die private Fehde zwischen Max Verstappen und Lando Norris gnadenlos aus. Ferrari schob sich in der Gesamtwertung an Red Bull vorbei und liegt nur noch 29 Punkte hinter McLaren.
Der Kampf um die Fahrer-WM scheint auch vier Rennen vor Schluss eine klare Angelegenheit zu sein, doch zwischen den beiden Streithähnen liegt spätestens seit Sonntag ein Crash in der Luft - ob sich an der Spitze das Blatt noch einmal wenden könnte?
Sergio Pérez und Fernando Alonso erlebten indes einen gebrauchten Tag in Mexiko-Stadt.
Die Lehren aus Mexiko.

Verstappen übertreibt's gegen Norris

Die Kontroverse von Austin zwischen Verstappen und Norris hatte in Mexiko ein indirektes Nachspiel. Wieder behakten sich die WM-Rivalen, dieses Mal übertrieb es Verstappen und kassierte eine Hammerstrafe von 20 Sekunden. Die Sanktion wirkte im Vergleich mit Norris' Fünf-Sekunden-Strafe in den USA überzogen, am Ausgang des Rennens in Mexiko änderte sie aber nur wenig.
Red Bull, das ist festzuhalten, ist nur noch drittstärkste Kraft hinter Ferrari und McLaren und muss seine technischen Defizite dringend beseitigen. Die Sorge wächst. Verstappen kann durch seine Klasse Defizite wie im Qualifying kaschieren. Frei von Fehlern ist der Weltmeister nicht.
Norris kann trotz eines Rückstands von 47 Punkten zuversichtlich auf die verbleibenden vier Rennen blicken.

Sainz macht Ferrari den Abschied schwer

Sainz erfüllte sich in Mexiko einen Traum: Mindestens einmal noch wollte er einen Sieg mit Ferrari feiern, einmal noch für die Roten ganz oben auf dem Podium stehen. Zweifel, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen würde, kamen nach der hektischen Anfangsphase nie auf.
An der Spitze kontrollierte Sainz das Geschehen und hatte einen großen Anteil daran, dass die Scuderia im Kampf um die Konstrukteurs-WM an Red Bull vorbeizog und nun erster Verfolger von McLaren ist. Vier weitere Chancen hat Sainz auf seiner Abschiedstour noch, bevor sich das Erfolgsgespann auflöst. 2025 muss Sainz sein Cockpit für Rekordweltmeister Lewis Hamilton räumen.
Der Brite kommt von Mercedes und kann sich freuen. 2025 dürfte es nur wenige Änderungen an den Fahrzeugen geben, weil erst ein Jahr später ein neues Reglement greift. Die Kräfteverhältnisse in der neuen Saison dürften also ähnlich wie derzeit ausfallen. Das bedeutet für Sainz den bitteren Rückschritt ins untere Mittelfeld: Der Mexiko-Sieger fährt künftig für Williams.

Pérez bleibt im Negativstrudel

Wer zum Autódromo Hermanos Rodríguez reist, hat keine Zweifel mehr, wem die Herzen der Mexikaner gehören. Pérez grüßt wahlweise auf Graffiti, Plakaten oder Werbetafeln - nur im Rennen war der Lokalmatador dann fast unsichtbar. Startplatz 18 im Qualifying war ein indiskutables Ergebnis für Verstappens Teamkollegen.
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Für Sergio Pérez wird es bei Red Bull langsam eng

Fotocredit: Getty Images

Pérez selbst sprach im Vorfeld des Grand Prix von einer "schrecklichen" Saison. In Mexiko-Stadt fügte er ihr ein dunkles Kapitel hinzu: Eine Fünf-Sekunden-Strafe für einen verpatzten Start und ein Schaden nach einem Kontakt mit Liam Lawson vom Schwesterteam Racing Bulls resultierten im 17. Rang.
Red Bull will nach dem Ablauf der Saison die Sitzvergabe für 2025 evaluieren. Pérez gehen die Argumente für eine Weiterbeschäftigung aus - trotz Vertrag bis 2026.

Alonso mit Debakel beim Jubiläum

Alonso durchbrach eine Schallmauer. Mexiko war das 400. Grand-Prix-Wochenende des zweimaligen Weltmeisters. Seinen Helm zierten in schwarz-weiß gehaltene Schnappschüsse seiner bewegten Laufbahn, im Fahrerlager prangte die Ziffer auffällig an der Hospitality von Aston Martin. Weitaus unauffälliger verlief das Jubiläumsrennen.
Startplatz 13 war eine Hypothek, das Aus im Rennen folgte mit einem technischen Defekt in der 16. Runde. Mindestens zwei Jahre will Alonso noch in der Formel 1 fahren, spätestens 2026 soll sich dann auch die Arbeit von Star-Designer Adrian Newey auszahlen, der 2025 zum Team stößt. Vielleicht ist dann der erste Sieg seit Barcelona 2013 keine Illusion mehr.

Spruch des Wochenendes

"Ich respektiere Max sehr als Fahrer, trotzdem habe ich mit so etwas gerechnet." (McLaren-Pilot Lando Norris über das Duell mit Max Verstappen)
(SID)
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Leclerc enthüllt Beteiligung an Hamilton-Wechsel: "Sehr transparent"

Quelle: Perform


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