Eurosport
Miami - Sebastian Vettel und Mick Schumacher crashen in den Punkterängen: Deutsche F1-Stars hadern nach Unfall
Von
Publiziert 09/05/2022 um 17:31 GMT+2 Uhr
Mick Schumacher und Sebastian Vettel befanden sich beim Grand Prix jeweils auf dem Weg in die Punkte, als sie wenige Runden vor Schluss miteinander kollidierten. Das Ergebnis: Sowohl der viermalige Weltmeister als auch das Haas-Talent fielen aus den Punkterängen. Im Anschluss an das Rennen haderten die Fahrer mit ihrem Vorgehen, eine Teilschuld wurde beiden zugesprochen.
Sebastian Vettel und Mick Schumacher kollidierten beim Grand Prix von Miami
Fotocredit: Imago
Das sei "natürlich doof für beide von uns", sagte Vettel in einer ersten Reaktion bei "Sky". Und Schumacher bezeichnet den Unfall ebenfalls als "sehr, sehr schade für uns beide".
Doch was ist genau passiert? Vettel hatte Schumacher am Ende der 53. Runde überholt und kam an neunter Stelle liegend über Start und Ziel, bog dann in die erste Kurve ein.
Schumacher aber hatte Überschuss und setzte sich innen neben Vettel, kam dort aber nicht auf gleiche Höhe und traf mit seinem linken Vorderrad den rechten Seitenkasten von Vettel.
Die Konsequenz: Vettel stellte sein lädiertes Runde am Ende der 54. Runde an der Box ab und stieg aus. Schumacher ließ sich bei einem Notstopp eine neue Frontpartie geben und beschloss das Rennen anschließend als letztes Auto in der Führungsrunde auf P15.
Vettel und Schumacher hadern mit sich selbst
Strafen gab es nicht: Die Sportkommissare entschieden auf "keine Untersuchung" und werteten die Szene zwischen Schumacher und Vettel als einen Rennunfall. Die beiden Beteiligten indes hadern jeweils mit ihrem eigenen Vorgehen auf der Strecke.
Vettel meinte: "Ich dachte, ich hätte die Kurve und war vorne, hatte nicht mit ihm gerechnet. Als ich ihn dann gesehen habe, war es zu spät. Es tut mir leid, dass wir dann beide raus sind [aus den Punkten]. Wir hätten das besser regeln müssen."
Schumacher meinte: "Wenn man es so sieht, hätte ich einfach dahinter bleiben können oder stärker versuchen können, vorbeizufahren. Aber es ist nachher natürlich immer einfach, darüber zu sprechen. Im Endeffekt schade, sehr schade für uns beide."
Klärendes Gespräch steht aus - Teilschuld bei beiden Fahrern
Als diese Aussagen getätigt wurden, hatten sich Schumacher und Vettel noch nicht miteinander unterhalten und außer der eigenen Cockpitperspektive nur flüchtig einen Blick auf die TV-Wiederholungen erhalten. Ein klärendes Gespräch aber werde noch folgen, sagte Schumacher. Auch Vettel gab an, "schon die ganze Zeit Ausschau zu halten" nach Schumacher.
Dessen Onkel Ralf Schumacher erkannte eine gewisse Teilschuld bei beiden Formel-1-Fahrern. "Also ich muss sagen: Mick muss es da versuchen. Aber man sieht: Er zögert ein bisschen. Hätte er vielleicht nicht machen müssen, weil die Kurve hätte er haben können."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/05/09/3369697.jpg)
Sebastian Vettel hätte laut Experten mehr Platz lassen sollen
Fotocredit: Imago
"Aber Sebastian", sagte Ralf Schumacher, "muss auch mal Platz lassen. Mick kann sich da nicht in Luft auflösen. Da muss Sebastian in den Spiegel gucken, das ist so."
Es sei insgesamt eine "ungünstige Situation" gewesen, meinte Ralf Schumacher. "Man kann sagen: Klar ein bisschen Rennunfall, aber trotzdem muss Sebastian Platz lassen. Aber: Wenn er ihn gesehen hätte, hätte er ihm sicherlich den Platz gelassen."
Gute Chance auf wichtige WM-Punkte verspielt
Tatsächlich standen die Chancen gut für Schumacher und Vettel, den Grand Prix in Miami auf den Positionen neun und zehn zu beenden. Deshalb spricht Schumacher auch von einem "starken Rennen" und davon, dass die Rennleistung "auf jeden Fall [in Erinnerung] bleibt".
Er gibt sich aber auch selbstkritisch, wenn er weiter sagte: "Wir haben ein gutes Auto. Jetzt müssen wir es einfach schaffen, vielleicht nicht immer in eine so schwierige Situation zu kommen, speziell zum Ende hin."
Denn auch im fünften Rennen der Formel-1-Saison 2022 ist Schumacher nicht in die Top 10 gekommen, wohingegen sein Haas-Teamkollege Kevin Magnussen bereits dreimal gepunktet hat. In Miami aber verpasste auch Magnussen den Sprung unter die besten Zehn im Grand Prix und wurde 16.
Das könnte Dich auch interessieren: "Drei Kilo verloren": Verstappen leidet beim Sieg im Glutofen von Miami
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung