Der Auftrag für Mick Schumacher bei seinem Formel-1-Debüt in Monaco klingt einfach. "Wegbleiben von den Mauern und Barrieren", mehr verlangt Haas-Teamchef Günther Steiner nicht. Doch das ist beim glamourösesten Rennen des Jahres gar nicht so einfach: 78 Runden à 18 Kurven, Leitplanken statt Auslaufzonen, da bleibt kein Raum für Fehler. Für Schumacher wird sein fünfter Grand Prix am Sonntag (15.00 Uhr) zur Reifeprüfung.
"Mental ist es superhart, aber es ist eine Herausforderung. Deshalb macht es auch so viel Spaß, auf so eine Strecke zu gehen", sagte Schumacher, dessen Vater Michael in dem Kurvengewirr fünfmal triumphieren konnte. Doch selbst der Rekordweltmeister aus Kerpen machte Bekanntschaft mit den Leitplanken. Alles oder nichts - in der Casinostadt an der Côte d’Azur gilt das eben noch mehr als anderswo in der Formel 1.
Mick Schumachers Onkel Ralf, dessen bestes Monaco-Resultat 2002 ein dritter Platz war, prophezeite seinem 22 Jahre alten Neffen einen "Ritt auf der Kanonenkugel". Weil der Haas ein besonders nervöses Heck hat, wird es laut "Sky"-Experte Schumacher entscheidend, dass "Mick behutsam ins Wochenende geht und keinen Unfall baut. Wenn er seinen Stil behält und sich stetig steigert, traue ich ihm sogar eine Überraschung zu."
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Monaco GP: Senna, Panis und Co. sorgten für Überraschungen

Überraschungen, selbst Sensationen hat es immer wieder gegeben auf der selektivsten Strecke des Rennkalenders. 1996 etwa gewann der Franzose Olivier Panis im Ligier seinen ersten und einzigen Grand Prix - auch, weil nur vier Autos ins Ziel kamen.
Der legendäre Ayrton Senna, mit sechs Erfolgen der Rekordsieger im Fürstentum, schnupperte 1984 als Rookie im unterlegenen Toleman am Triumph. Senna war es aber auch, der 1988 im McLaren sprichwörtlich Kreise um die Konkurrenz fuhr, trotz eines Vorsprungs von 50 Sekunden immer weiter Gas gab und schließlich in der Streckenbegrenzung landete.
Für Schumacher muss wohl viel zusammenkommen, damit es im schlechtesten Auto des Feldes ein Stück nach vorne geht. Überholen im Rennen ist eigentlich unmöglich, eine mutige Strategie während der durchaus möglichen Safety-Car-Phasen könnte eine Chance sein.

Monaco GP: Vettel wartet noch auf erste Saisonpunkte

Steiner attestierte seinem Musterschüler "riesige Fortschritte", nahm aber zugleich den Druck von Schumacher, der den Kurs bislang nur aus der Formel 2 kennt. "Wir wissen um unser Leistungsvermögen", sagte der Südtiroler: "Unsere Fahrer sollten das Rennen als Erfahrung betrachten, damit sie, wenn sie mit einem besseren Auto zurückkommen, gelernt haben, wie sie mit Monaco umgehen müssen."
Bereits zum 13. Mal geht Sebastian Vettel in den Straßenschluchten an den Start. Zweimal gewann der Heppenheimer den Klassiker, doch sein Punktekonto für den neuen Arbeitgeber Aston Martin ist nach vier Rennen noch leer. Saisonübergreifend hat der viermalige Weltmeister sogar seit sieben Rennen nicht gepunktet, eine einmalige Negativserie der großen Karriere des 33-Jährigen.
"Was Vettel in Monaco angeht: Du kannst eben gerade auf diesem Kurs als Fahrer einen Unterschied ausmachen", sagte Ralf Schumacher: "Allerdings ist das ein schmaler Grat, denn in einem weniger optimalen Auto musst du auch mehr riskieren."
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(SID)

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