GP von Monaco: Red Bull hadert mit Problemen im Training - Ferrari für Verstappen und Co. "nicht erreichbar"

Nach starken Auftritten im Training beim Großen Preis von Monaco verschob sich die Favoritenrolle im Fürstentum von Red Bull und Max Verstappen in Richtung Charles Leclerc und Ferrari. Teamkollege Sergio Pérez hielt die Scuderia nach dem Training am Freitag im Moment sogar für "nicht erreichbar". Die Abstimmung beim Red Bull führte dagegen zu Bouncen, worüber sich der Weltmeister schwer ärgerte.

Grand Prix Monaco is a highlight of Formula 1 season

Fotocredit: Getty Images

Muss Red Bull in Monaco anderen den Vortritt lassen oder kann man das Blatt wie in Imola in Richtung Qualifying noch einmal wenden? Geht es nach den Eindrücken am Freitag, dann haben andere Teams in Monte Carlo die Nase vorne. Max Verstappen belegte im Training hingegen nur den vierten Platz mit einer halben Sekunde Rückstand auf Charles Leclerc.
"Es ist nicht so, dass ich nicht damit gerechnet hätte. Aber es der schlimmstmögliche Grad, auf den ich mich eingestellt hatte", schimpfte der dreimalige Weltmeister nach der Session.
Teamkollege Sergio Pérez wurde mit acht Zehntelsekunden Rückstand sogar nur Achter und haderte: "Es wird schwierig", sagte er. Denn der RB20 passt laut ihm nicht so gut zu den Bedingungen auf der welligen Strecke und kommt auch nur schwer von seinen Limitierungen weg.
Allerdings sei es nicht nur ein Bereich, wo es Red Bull an diesem Wochenende fehlt. "Es sind ein paar Dinge, die wir verbessern müssen", meinte der Mexikaner, ohne auf die genauen Details einzugehen. "Wir werden sehen, was wir heute Abend für eine Lösung haben. Hoffentlich bringt uns das zurück in den Kampf, sodass wir näher an der Spitze sind. Im Moment sieht es schwierig aus."
Motorsportkonsulent Helmut Marko wurde schon etwas genauer, als er über die Probleme von Red Bull am gestrigen Freitag sprach: "Wir sind in der Abstimmung noch nicht dort, wo wir sein wollen. Wir sind anscheinend zu hart", sagte er gegenüber "Sky". Das heißt, die Fahrer konnten die Randsteine noch nicht optimal mitnehmen und hatten mit Bouncen zu kämpfen.
"Jedes Mal, wenn ich über einen Kerb fahre, verlieren wir Rundenzeit", ärgerte sich Verstappen, der sich am Funk beschwerte, dass er "wie ein Känguru" hüpft. "Pérez hatte das gleiche Problem", bestätigte Marko und sagte: "Wir müssen das Auto so abstimmen, dass wir besser über die Kerbs fahren können." Ob das bis zum Qualifying gelingen kann, war für ihn aber fraglich.

Verstappen: Sehe keine Richtung, das Problem zu lösen

Verstappen selbst war skeptisch, dass Red Bull diesmal der Turnaround gelingt: "Ich sehe da im Moment keine klare Richtung, das in den Griff zu kriegen", so der Niederländer. "Imola war ganz anders. Das konnte man über das Set-up lösen. Was wir hier haben, ist mit Set-up nicht zu lösen." Fazit: "Ich erwarte keine Wunder."
Doch es gibt auch Argumente, die für Red Bull sprechen. Laut Marko sei der Longrunspeed "sehr gut" gewesen und man wisse daher, in welche Richtung man arbeiten müsse. "Aber das nützt dir nichts, wenn du nicht vorne startest", so der Österreicher.
Und: Beide Fahrer hatten am Freitag noch nicht die volle Motorenleistung genutzt. Den Telemetriedaten zufolge verlor Verstappen allein auf den Geraden mehr als drei Zehntelsekunden auf Leclerc. Allerdings war Red Bull bislang in dieser Saison beim Topspeed schneller als Ferrari und sollte daher noch etwas im Köcher haben.

Ferrari für Red Bull "nicht erreichbar"?

Die besten Karten auf den Sieg haben für Red Bull in Monaco trotzdem andere: "Ferrari und Charles Leclerc sind für mich die Favoriten für das Qualifying", sagte Marko. "Und wenn du Erster im Qualifying bist, dann ist das schon mehr als die halbe Miete für das Rennen."
Denn Ferrari schien auf den Straßen von Monte Carlo gut zurechtzukommen. "Ferrari ist auf den Randsteinen und Bodenwellen sehr gut unterwegs", hatte Verstappen beobachtet. "Ihr Auto ist über den Wellen sehr ausbalanciert. Man kann es sehen: Das Auto bewegt sich sehr schön, ohne dass das Heck ausbricht oder es Grip verliert."
Während dieser Aspekt bei Red Bull in den vergangenen Jahren zu den Schwächen gehörte, sei Ferrari in dieser Hinsicht stark gewesen. "Hier ist das ein klarer Vorteil", meinte der Niederländer.
Für Sergio Pérez war Ferrari im Moment sogar "nicht erreichbar", wie er sagte. "Sie sind sehr stark, und wann immer sie die Runde brauchen, fahren sie sie einfach. Es ist hier immer ein Vorteil, wenn man die Runde schnell fahren kann, wenn man es braucht."

Leclerc auch ein Faktor

Und für Marko spielte natürlich auch der Faktor Leclerc mit rein, der bei seinem Heimspiel zumindest im Qualifying meist sehr stark ist. "Er ist schon letztes Jahr nur Zweiter geworden, weil Max einen unglaublichen dritten Sektor hatte, der den Unterschied gemacht hat", sagte der Österreicher.
"Das Jahr davor war er Schnellster, aber Ferrari hatte den Schaden nicht repariert, weil sie Angst hatten, die Pole zu verlieren", spielte er auf Leclercs Unfall an, der ihm die Pole gebracht hatte, allerdings auch das Getriebe beschädigt hatte. Und weil man keine Strafversetzung wollte, ging Ferrari das Risiko, das Getriebe nicht zu tauschen - und Leclerc konnte nicht am Rennen teilnehmen.
"Er ist daher ein Faktor hier, und Ferrari war auch in Imola schnell", sagte Marko. "Ich denke, Ferrari war in Imola sogar schneller als die Ergebnisse zeigen."
Und was ist mit McLaren? "Ich glaube, Ferrari ist der größere Gegner", winkte Marko ab. Und auch Verstappen fand eine Einschätzung bei diesen schwierig. "Sie sehen auch gut über die Bodenwellen aus, aber ich glaube, sie haben generell einfach ein starkes Auto", hatte er Lando Norris und Oscar Piastri natürlich auch auf der Rechnung.

Nicht mehr so viel Risiko wie früher

Der Sieger in den vergangenen drei Jahren hieß aber Red Bull. Vorbei sind die Zeiten, in denen Verstappen im Qualifying alles riskieren musste, weil Monaco eine der wenigen Gelegenheiten war, Mercedes zu besiegen.
Denn der ein oder andere Monaco-Unfall war damals auch schon einmal dabei. "Wenn man versucht, mehr an das Limit zu gehen, dann macht man natürlich vielleicht einen Fehler", sagte Verstappen rückblickend. "Wir hatten nicht viele Chancen zu gewinnen, von daher musste man die raren Chancen nutzen."
"Mittlerweile hat sich unser Auto aber ein wenig verändert. Jetzt geht es eher darum, Punkte für mich mitzunehmen."
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Verstappen geschlagen: Norris feiert ersten Sieg

Quelle: Eurosport


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