Eurosport
Hamilton verpasst Rekordsieg bei Bottas-Erfolg in Russland
Von
Publiziert 27/09/2020 um 14:47 GMT+2 Uhr
Lewis Hamilton hat beim GP Russland in Sotschi den Sieg und damit die Einstellung des Rekords von Michael Schumacher verpasst. In Sotschi musste sich der Brite mit Rang drei begnügen, der Triumph ging an seinen finnischen Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas vor dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull. Pole-Setter Hamilton wurden bei seiner Rekordjagd zwei Zeitstrafen zum Verhängnis.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Lewis Hamilton war sichtlich genervt nach der verhinderten Rekordfahrt, doch der von seinem eigenen Mercedes-Team ausgebremste Formel-1-Weltmeister wahrte wie immer die Fassung. "Das war nicht der tollste Tag für mich, aber was solls", sagte Hamilton schmallippig und gratulierte dem Teamkollegen fair zum Sieg: "Glückwunsch an Valtteri."
Immerhin rettete der sechsmalige Weltmeister in Sotschi Platz drei, an Michael Schumacher kam er am Sonntag aber nicht heran. Der folgenschwere Patzer seiner Boxen-Crew stoppte ihn auf der Jagd nach den 91 Siegen des Rekordweltmeisters.
Über die Situation, die ihm die Strafe eingebracht hatte, wollte der WM-Spitzenreiter danach nicht reden: "Es ist nicht mehr wichtig. Ich nehme jetzt diese Punkte mit."
Bottas setzte mit seinem zweiten Saisonsieg vor Max Verstappen (Niederlande) im Red Bull die eindrucksvolle Serie der Sternfahrer in Sotschi fort: In den bisher sieben Rennen am Schwarzen Meer gewann stets ein Mercedes.
"Es ist super, endlich wieder vorne zu stehen", sagte Bottas, bei dem sich offenbar einiges aufgestaut hatte. "An alle, die sich angesprochen fühlen: F**** euch", rief er nach der Zieldurchfahrt via Boxenfunk in Richtung seiner Kritiker.
Der Rückstand auf Hamilton im Klassement beträgt allerdings noch satte 44 WM-Punkte, trotzdem glaubt Bottas an seine Titelchance: "Die Saison ist noch nicht zu Ende."
Hamilton stinksauer: Sieg verschenkt
Pole-Mann Hamilton hatte vom Start weg mit immer neuen Bestzeiten die Führung behauptet, bis ihn die Rennleitung mit einer Zehn-Sekunden-Strafe einbremste. Auf der Einführungsrunde vor dem Rennen hatte der sechsmalige Weltmeister wie üblich Probestarts absolviert, allerdings an nicht dafür vorgesehenen Stellen - das Okay dafür hatte er sich von seiner Boxencrew geholt.
Die beiden zunächst gegen Hamilton verhängten Strafpunkte nahm der Weltverband FIA am Sonntagabend zurück mit der Begründung, Hamilton habe auf Anweisung seines Teams gehandelt.
Der Rennstall bekam dafür eine Geldstrafe von 50.000 Euro aufgebrummt. Die zehn Sekunden Zeitstrafe gegenHamilton bleibe bestehen. "Ich werde jetzt nicht die Nerven verlieren", sagte Hamilton bei "Sky": "Wir werden die Situation mit dem Team diskutieren und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder passiert."
Hamilton kann nun erst im Oktober Schumachers 91 Siege egalisieren - ausgerechnet am Nürburgring. "Mann, das ist so lächerlich", schimpfte der Brite in den Boxenfunk: "Die tun alles, um mich einzubremsen."
Er saß die kompletten zehn Sekunden beim Reifenwechsel ab, schimpfte auch hier ("Ihr habt mich viel zu früh reingeholt") und startete auf den harten Gummis seine Aufholjagd durch das Feld.
Vettel beim Jubiläum ohne Punkte
Für Ferrari war die Spitze erneut weit entfernt, Sebastian Vettel (Heppenheim) und Charles Leclerc (Monaco) hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Im Vorfeld seines 250. Grand Prix hatte Vettel vom Team eine üppige Torte bekommen, sportlich gab es für den viermaligen Weltmeister nichts zu feiern.
Am Ende landete er als 13. weit außerhalb der Punkte, Leclerc machte es mit Platz sechs zumindest etwas besser.
Die kommende Station am "Nürburgring wird mit Sicherheit eines der schöneren Rennen", sagte Vettel bei "Sky", "aber das Auto wird dasselbe sein wie hier. Also wird es kein leichtes Wochenende."
Zumindest einen Rekordmann gab es am Sonntag: Altmeister Kimi Räikkönen (Finnland/Alfa Romeo) fuhr in Sotschi sein 322. Rennen und schloss damit zu dem Brasilianer Rubens Barrichello auf.
Der ließ es sich nicht nehmen, via Twitter Glückwünsche zu schicken: "Willkommen bei der 322 - aber pass auf Alonso auf." Der Spanier feiert nach zwei Sabbatjahren 2021 sein Comeback bei Renault, er hat bislang 312 Grand-Prix-Starts absolviert.
(SID)
Das könnte Dich auch interessieren: Schumacher überzeugt in Sotschi: "So gewinnt man Meisterschaften"
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung