Ein Sieg zum Jubiläum: Sebastian Vettel in Singapur unter Druck

Vielleicht steht dieser wichtige Grand Prix in der Nacht von Singapur ja unter einem guten Stern für Sebastian Vettel. Vor genau zehn Jahren feierte er seinen ersten Sieg überhaupt in der Formel 1, seine außergewöhnliche Karriere nahm Fahrt auf - am Sonntag (14.10 Uhr/RTL) braucht Vettel nun unbedingt einen Erfolg, um endlich den Endspurt zum ersten WM-Titel mit Ferrari zu starten.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

"Ich bin selbst mein größter Gegner", sagt er, "ich muss mich auf meine Leistung konzentrieren. Wenn die stimmt, dann können mir die anderen nichts anhaben." Das hat bislang zu selten geklappt. 30 Punkte schon beträgt sein Rückstand auf Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes, und in den vergangenen Monaten setzte es ziemlich viele Enttäuschungen für Vettel.
Vielleicht lohnt gerade deshalb ein Blick zurück für den Jubilar. Am 14. September 2008 stieg er in Monza in einem schwierigen Regenrennen zum damals jüngsten Grand-Prix-Sieger der Geschichte auf, gewann seitdem 51 weitere WM-Läufe und holte vier Titel.

"Ferrari-Strecke"

Und trotzdem gibt es immer noch Zweifler, die seine WM-Triumphe vor allem mit dem damals so starken Red-Bull-Boliden begründen, die Vettel wahre Ausnahmeklasse absprechen. Zu viele Fehler, unter Druck zu anfällig - und leider liefert die aktuelle Saison einigen Stoff für diese Theorie.
Unter anderem in Baku, Le Castellet, Hockenheim und Monza ließ Vettel wichtige Punkte durch Unfälle oder Ausritte liegen, mal waren es offensichtliche Fehler, mal war viel Pech dabei. Unter dem Strich bleibt, dass Ferrari die WM ziemlich deutlich anführen könnte.
Trotz allem ist aber nichts verloren. Das Auto ist schnell genug, um noch aus eigener Kraft den Titel zu gewinnen. Er muss nun den Anfang in Singapur machen. Auf den ersten Blick spricht alles für Ferrari. Viermal hat er in Singapur schon gewonnen, das ist Rekord, und der kantige Stadtkurs war schon zu Zeiten, als Mercedes noch das beste Auto im Feld hatte, eine "Ferrari-Strecke".

Hamilton wirkt entspannt

Die Silberpfeile sind deshalb nicht mit den besten Gefühlen angereist. "Singapur weist Eigenschaften auf, mit denen wir in der Vergangenheit zu kämpfen hatten", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Durch die "kurzen Geraden, die langsamen, engen Kurven und die wellige Streckenoberfläche" sei es eine der "kniffligsten Strecken des Jahres".
Hamilton wirkt dennoch entspannt, der WM-Spitzenreiter ruht in sich. Ganz nebenbei hat er vor wenigen Tagen in Shanghai seine erste eigene Modekollektion vorgestellt, das sei eine Ablenkung vom Rennalltag, aber keine störende. "Ich habe trotzdem jeden Moment über den Rennsport nachgedacht", sagt er, "und darüber, wie ich diesen Titel gewinnen kann."
Als Favorit geht aber Vettel in dieses Wochenende, und doch wirkt das Unterfangen wacklig. Dazu trägt vielleicht auch die Erinnerung an das vergangene Jahr bei, als Vettel und sein Teamkollege Kimi Räikkönen schon am Start kollidierten - für den Deutschen war es der Anfang vom Ende im Kampf um die WM.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung