GP von Singapur - Ferrari schlägt im 2. Freien Training zurück: Carlos Sainz vor Charles Leclerc

Ferrari hat im 2. Freien Training in Singapur zurückgeschlagen. Der Spanier Carlos Sainz war auf dem Marina Bay Street Circuit mehr als zwei Zehntel schneller als sein Teamkollege Charles Leclerc. Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) wurde Vierter vor Lewis Hamilton (Mercedes), der das 1. Training überraschend gewonnen hatte. Mick Schumacher (Haas) hatte auch am Abend Probleme und wurde nur 19.

Carlos Sainz

Fotocredit: Getty Images

An seinem Geburtstag stürzte sich Max Verstappen erst ganz spät in die Nacht - und sah dabei noch nicht aus wie ein bald zweimaliger Weltmeister. Im freien Training zum Großen Preis von Singapur stand der Red-Bull-Star endlos lange in der Garage, kurz vor dem Ende der zweiten Session ging er dann doch noch einmal für schnelle Runden auf die Strecke.
Letztlich reichte es für Verstappen, der am Freitag 25 Jahre alt wurde, lediglich zur viertbesten Zeit des Tages. Den vorzeitigen Titelgewinn würde das am Sonntag noch nicht bringen.
"Im ersten Training fühlte sich das Auto gut an", sagte Verstappen, "im zweiten wollten wir dann ein paar Dinge ausprobieren, aber die Änderungen haben alle ziemlich lange gedauert."
Die Konkurrenz kam deutlich schneller im Wochenende an. Das Ferrari-Duo Carlos Sainz und Charles Leclerc drehte die schnellsten Runden, auf Sainz fehlten Verstappen mehr als drei Zehntel. Auch George Russell im Mercedes war noch schneller unterwegs.

Mercedes mit Selbstvertrauen

Leclerc ist derjenige, der eine Titelparty in Singapur am einfachsten verhindern kann: Wird er mindestens Siebter, genügt Verstappen auch ein Sieg nicht, um die letzten Zweifel zu beseitigen. Allerdings würde er dann wohl nach dem kommenden Rennen in Japan (9. Oktober) als Weltmeister feststehen.
In Singapur hofft die Konkurrenz nach zuletzt fünf Siegen von Verstappen aber erstmal auf bessere Chancen, der Freitag machte ein wenig Mut. "Red Bull hatte ein bisschen Probleme, und wir könnten ganz gut im Rennen liegen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.
Mick Schumacher indes hatte einen schwierigen Start ins Wochenende - noch immer liegt ein besonderer Fokus auf ihm, weil er vom Haas-Team noch keinen Vertrag für das neue Jahr erhalten hat. Für Schumacher ist es der erste Auftritt auf dem Stadtkurs, er landete lediglich auf Rang 19. Sein Teamkollege Kevin Magnussen kam als 13. schneller auf Tempo.

Vettel in einer Nebenrolle

Sebastian Vettel tritt in Südostasien zwar als Rekordsieger an, spielte aber wie erwartet erstmal eine Nebenrolle. Der Aston-Martin-Pilot, der das Nachtrennen schon fünfmal gewonnen hat, wurde am Freitag Zwölfter. "Es war ganz okay, das Auto ist extrem hart, das macht es schwierig", sagte er bei "Sky": "Wir haben noch nicht richtig den Weg gefunden."
Ein ganz anderes Thema brodelt offenbar schon länger in der Formel 1, in Singapur wurde erstmals öffentlich darüber gesprochen - es könnte gewaltige Auswirkungen haben: Red Bull soll 2021 den neu eingeführten Budgetdeckel überschritten haben. Das Team wittert nun eine Kampagne der Konkurrenz. Es sei "erstaunlich", dass "in einem laufenden Verfahren solche Dinge an die Öffentlichkeit gelangen", sagte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko: "Das ist rufschädigend." Aus Red Bulls Sicht liege kein Regelbruch vor.
Je nachdem, wie groß die Überschreitung des Budgets wäre, könnten sich die Strafen aber sogar auf den WM-Stand des vergangenen Jahres auswirken. Damals war Verstappen erst im letzten Rennen Weltmeister geworden - mit nur acht Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton.
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(SID)
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