Lewis Hamilton holt Pole Position in Spanien vor Nico Rosberg

Lewis Hamilton hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Spanien zurückgemeldet und die Pole Position geholt. Der Weltmeister geht am Sonntag vor seinem Teamkollegen und WM-Spitzenreiter Nico Rosberg ins Rennen (14:00 Uhr im Liveticker). Hinter den beiden Mercedes-Piloten stehen Daniel Ricciardo und Max Vestappen (beide Red Bull) in Reihe zwei. Sebastian Vettel im Ferrari wurde Sechster.

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Es gibt nur wenige Strecken im Formel-1-Kalender, auf denen das Qualifying noch wichtiger ist als auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Der 4,655 Kilometer lange Kurs besteht aus vielen lang gezogenen Kurven - hier fällt das Hinterherfahren in der verwirbelten Luft schwer. Insofern ist die Pole-Position beim Großen Preis von Spanien Gold wert, statistisch besitzt der Fahrer aus der ersten Startbox beinahe das Sieg-Monopol.
Nachdem es im Freien Training noch danach ausgesehen hatte, als wäre Ferrari der silbernen Konkurrenz etwas nähergekommen, mussten die Roten am Samstagnachmittag eine Enttäuschung verkraften. Denn möglicherweise aufgrund der höheren Temperaturen von um die 21 Grad Celsius bei Sonnenschein konnte kann nicht mehr an die Rundenzeiten aus dem dritten Freien Training anknüpfen.
Die Pole-Position sicherte sich in 1:22.000 Minuten Hamilton mit 0,280 Sekunden Vorsprung auf Rosberg. Ricciardo im Red Bull landete mit 0,680 Sekunden Abstand vor seinem neuen Teamkollegen Verstappen, der 1,087 Sekunden Rückstand zu verzeichnen hatte.
"Das kann morgen mein Tag werden. Ich muss mich beim Team bedanken, sie haben zuletzt sehr hart gearbeitet, um die hartnäckigen Probleme an meinem Auto endlich zu beheben", sagte der Brite:
Rosberg kämpft damit von Startplatz zwei um seinen fünften Sieg im fünften Rennen des Jahres. Er würde damit den Rekord einstellen, seit 1950 war ein solcher Saisonstart nur Michael Schumacher (2004) und Nigel Mansell (1992) gelungen. "Ich wollte hier den ersten Platz, aber Lewis war schneller, so ist es einfach", sagte Rosberg, "aber morgen steht uns noch ein schwieriges Rennen bevor."
Das Ferrari-Team landete mit Kimi Räikkönen und Vettel mit satten 1,113 respektive 1,334 Sekunden Rückstand auf den enttäuschenden Positionen fünf und sechs. Die Top 10 komplettierten Valtteri Bottas (Williams; +1,522), Carlos Sainz (Toro Rosso; +1,643), Sergio Perez (Force India; +1,782) und Fernando Alonso (McLaren; +1,981).
"Wir kamen nicht so richtig in den Tritt. Unter den Bedingungen waren wir nicht gut genug. Aber morgen sollten wir besser da stehen", sagte Vettel bei "RTL": "Wenn wir schneller sind als die anderen, kommt man auch nach vorne."

Für Ferrari wächst der Druck

Für Ferrari wächst der Druck indes schon vor dem fünften Saisonrennen immer mehr an. Die großen Hoffnungen des Herausforderers sind längst verpufft, es brodelt bei den Roten. Konzernboss Sergio Marchionne fordert beinahe wöchentlich "endlich den ersten Sieg" und wird in Barcelona auch an der Rennstrecke erwartet. Italienische Medien spekulieren bereits über eine baldige Ablösung des Teamchefs Maurizio Arrivabene, nicht nur Vettel bezeichnete diese Gerüchte allerdings als "Bullshit".
Barcelona sollte den Roten eigentlich deutlich besser liegen als die Strecken der vergangenen drei Rennen in Bahrain, China und Russland. Mehr als eine Sekunde Rückstand auf die Pole Position waren am Samstag aber indiskutabel. Im Klassement liegt der viermalige Champion Vettel mit 33 Punkten weit zurück, Rosberg führt mit der Maximalausbeute von 100 Zählern vor Titelverteidiger Hamilton (57).
Am Ende des zweiten Durchgangs mussten die Fahrer auf den Positionen elf bis 16 aussteigen: Nico Hülkenberg (Force India), Jenson Button (McLaren), Daniil Kwjat (Toro Rosso), Romain Grosjean (Haas), Kevin Magnussen (Renault) und Esteban Gutierrez (Haas).
Nach dem ersten Qualifying-Durchgang schieden die folgenden sechs langsamsten Fahrer aus: Jolyon Palmer (Renault), Felipe Massa (Williams), Marcus Ericsson und Felipe Nasr (beide Sauber), Pascal Wehrlein und Rio Haryanto (beide Manor).
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