Von der 100. Pole zum späten Triumph über Max Verstappen: Rekordweltmeister Lewis Hamilton hat seinem WM-Herausforderer beim spannenden Großen Preis von Spanien dank der besseren Strategie im Reifenpoker die Grenzen aufgezeigt und zieht in der Fahrerwertung der Formel 1 davon. Mit dem 98. Triumph seiner Karriere und dem dritten Saisonerfolg baute Brite im Mercedes seinen Vorsprung in der Fahrerwertung auf 14 Punkte aus.
Sebastian Vettel verpasste im Aston Martin als 13. trotz Verbesserungen am Unterboden auch im vierten Saisonlauf die Punkte. Mick Schumacher holte als 18. das Maximum aus dem unterlegenen Haas heraus.
"Ich fühle mich großartig", sagte Hamilton, "es war am Ende ein echtes Pokerspiel. Die Strategie hat sich ausgezahlt, das war eine tolle Leistung des ganzen Teams."
GP von Spanien
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07/05/2021 AM 07:28
Hamilton, der zum 100. Mal von Startplatz eins begonnen hatte, zog in Barcelona durch seinen sechsten Triumph mit Rekordsieger Michael Schumacher gleich. Verstappen lag im 100. Rennen für Red Bull nach einem perfekten Start lange in Führung, hatte dem Weltmeister auf schlechter werdenden Reifen letztlich aber nichts entgegenzusetzen und wurde Zweiter. "Wir haben das kommen sehen", sagte Verstappen, "Lewis hatte am Ende mit den neuen Reifen deutlich mehr Geschwindigkeit. Ich konnte die Position nicht mehr halten." Das Podium komplettierte Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.
Vettel fuhr wie zuletzt in Portugal ein unauffälliges Rennen im Mittelfeld. Der viermalige Weltmeister gewann nach dem Start eine Position, fiel nach einem äußerst mäßigen ersten Boxenstopp aber zurück.

Schumacher verweist Teamkollege Mazepin

Formel-1-Neuling Mick Schumacher machte erneut das Beste aus seinen Möglichkeiten. Der 22-Jährige gewann nach dem Start zwei Plätze, konnte diese aber nicht erfolgreich verteidigen. Das Duell mit seinem russischen Teamkollegen Nikita Mazepin gewann der Deutsche aber erneut.
An der Spitze blickte von Beginn an alles auf das Duell zwischen Hamilton und Verstappen. "Es ist so knapp, dass alles möglich ist", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Qualifying gesagt: "Wer die Nase nach dem Start vorne hat, hat eine gute Chance."
Überholen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ist eine komplizierte Angelegenheit - die erste Kurve nach der Start-und-Zielgeraden ist da eine Ausnahme und wurde deshalb zur Schlüsselstelle. "Das ist eine der längsten Anfahrten zur ersten Kurve", sagte Hamilton mit Blick auf den Start.

Verstappen gewinnt Start gegen Hamilton

Für den 36-Jährigen sollte das zum Problem werden. Hamilton startete solide, noch besser aber kam Verstappen abseits der Ideallinie von der Stelle. Der Niederländer bog neben Hamilton in die erste Kurve und fuhr die Ellbogen aus - mit einem harten, aber fairen Manöver übernahm Verstappen die Führung.
Entscheidend absetzen konnte sich Verstappen zunächst aber nicht. Hamilton kam dem DRS-Fenster näher und profitierte in der achten von 66 Runden von einer Safety-Car-Phase. Den Neustart drei Umläufe später kontrollierte Verstappen mit dem Weltmeister am Heck aber gut. An der Reihenfolge änderte sich nichts.
Das bedeutete auch, das Hamiltons zuletzt schwächelnder Teamkollege Bottas zunächst nur Vierter war. Wolff sprach dem Finnen vor dem Rennen noch das Vertrauen aussprach ("Wir tauschen die Fahrer nicht unter dem Jahr"), zurückzahlen konnte er dieses aber kaum.

Max Verstappen (links; Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) - Barcelona-GP

Fotocredit: Getty Images

Hamilton nutzt Vorteil der frischeren Reifen

Hamilton war im Duell mit Verstappen auf sich alleine gestellt. Dabei schien er zwischenzeitlich im Nachteil. Verstappen wechselte nach 24 Runden bei einem langsamen Stopp auf Medium-Reifen. Der erwartete, sofortige Konter Hamiltons blieb aber aus. Der Brite tauschte erst vier Runden später die Reifen, drückte dann aber massiv aufs Gas.
Der auf rund sechs Sekunden gewachsene Rückstand schrumpfte im Eiltempo, Hamilton war zurück in der DRS-Zone und kämpfte im Windschatten Verstappens um die Führung. Er biss sich jedoch die Zähne aus, wechselte deshalb in Runde 43 erneut die Reifen und begann die finale Aufholjagd.
Während Hamilton Tempo machte, wuchsen bei Verstappen, der nun zur Ein-Stopp-Strategie gezwungen war, die Zweifel. Nachdem Bottas seinem Teamkollegen Platz zwei kampflos überließ, tauchte der Engländer wenig später wieder in Verstappens Rückspiegel auf - und nutzte den Vorteil der frischeren Reifen zum lockeren Überholmanöver sechs Runden vor Schluss.
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(SID)

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