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Hamilton enthüllt nach Ungarn-Sieg: "Habe mir echt Sorgen gemacht"

Hamilton enthüllt nach Ungarn-Sieg: "Habe mir echt Sorgen gemacht"

06/08/2019 um 16:04Aktualisiert 06/08/2019 um 16:30

Lewis Hamilton hatte während des Rennens in Ungarn mit Bremsproblemen zu kämpfen. Das ging am Sonntag bereits aus den Funksprüchen des späteren Siegers hervor. Doch wie groß waren die Probleme wirklich? "Ehrlich gesagt hatten wir am gesamten Wochenende Bremsprobleme", verrät Hamilton nach dem GP. Besonders schlimm wurde es in der Phase, als Hamilton mit Max Verstappen um die Führung kämpfte.

Das Problem sei durch einen Temperaturunterschied an der Vorderradbremse entstanden. An einer Bremse sei es zu "Verglasung" (Glazing) gekommen. "Ich habe mir leichte Sorgen gemacht", gesteht Hamilton und verrät:

    "Wir haben einige Änderungen vorgenommen, aber es hat keinen Unterschied gemacht. Also sind wir mit dem Problem ins Rennen gegangen."

    "Ich musste eine Menge Lift & Coast machen und ging für die halbe Runde gar nicht auf die Bremse", verrät der Mercedes-Pilot. Dadurch schonte er das Material. "Das verändert auch die Balance des Autos", erklärt Hamilton und ergänzt:

    "Ich bin sehr froh, wie ich das zusammen mit dem Team umfahren konnte. Sie haben wirklich einen außerordentlichen Job gemacht."

    Hamilton: "Musste meinen Fahrstil ändern"

    Doch was ist der Hintergrund? Handelt es sich dabei wieder um ein spezifisches Mercedes-Thema, wie es in Österreich der Fall war, als die Silberpfeile Kühlprobleme hatten? Toto Wolff erklärt, dass solche Zwischenfälle ganz normal seien. "Es gibt manchmal Rennen, [...] in denen man 70 Runden im Getriebe eines anderen Autos hängt. Dabei können Bremsen und gewisse Motorenteile überhitzen", erklärt er.

    Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) während des Ungarn-GP

    Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) während des Ungarn-GPGetty Images

    Tatsächlich fuhr Hamilton im Zweikampf mit Verstappen lange sehr dicht hinter dem Red Bull, um im DRS-Fenster zu bleiben. Als die Probleme zu groß wurden, ließ er sich dann zurückfallen. "Zum Glück konnte ich vorne bleiben, und dann musste er seine Bremsen und den Motor etwas managen. Aber nachdem das behoben war, hat er die Lücke wieder geschlossen", so Verstappen.

    Der Niederländer fragte während des Rennens sogar per Funk nach, ob Hamilton ein Problem habe, weil dieser plötzlich zurückfiel. Doch das war angesichts der Umstände ein bewusster Schachzug. "Es ist nicht leicht, zu folgen, und dazu hatte ich auch noch das Bremsproblem. Daher musste ich meinen Fahrstil etwas ändern, damit die Temperatur der Bremse etwas sinkt", erklärt Hamilton.

    Entscheidung an der Boxenmauer

    "Ich konnte innerhalb von zwei Sekunden an ihm dranbleiben. Ich wollte einfach schauen, ob ich meine Reifen länger am Leben halten kann", so der Weltmeister. Verstappen ergänzt:

    "Wenn er auf einem Stopp geblieben wäre, dann denke ich, ich hätte ihn hinter mir halten können. Aber nachdem er auf dem Medium war, war es klar, dass es hart werden würde [vorne zu bleiben]."

    Letztendlich entschied man sich bei Mercedes dazu, das Duell von der Strecke an die Boxenmauer zu verlagern. Man holte Hamilton ein zweites Mal auf die Box, und auf frischeren Reifen zog er am Ende noch an Verstappen vorbei. Der konnte sich auf seinen alten Pneus nicht mehr verteidigen, weshalb für Hamilton auch keine Gefahr bestand, seinen Boliden im Heck des Red Bull erneut zu überhitzen.

    Video - Kult-Rennwagen: Lewis Hamilton im Silberpfeil von 1955

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