Max Verstappen belegte im Qualifying in Imola "nur" Platz drei und erreichte erstmals seit Montreal 2019 einen schlechteren Startplatz als der Stallgefährte. Der Abstand der beiden Red-Bull-Fahrer: nur 0,052 Sekunden. Und auf die Pole Position von Mercedes-Mann Lewis Hamilton fehlten ebenfalls bloß wenige Hundertstel.
Die hätte Verstappen noch finden können, meinte Marko. Bei "Sky" erklärte er, schon der erste Versuch in Q3 habe bei Verstappen nicht ganz gepasst. "Da hatte Max den [Lance] Stroll im Weg in Sektor eins. Da hat er eineinhalb Zehntel verloren."
Verstappen aber hätte im zweiten Versuch erfolgreich zurückschlagen können. Doch auch das ging schief. Marko: "Da hatte er noch zwei Fehler." Und zwar zusätzlich zu einem weiteren Patzer in Kurve 3, wie der Red-Bull-Sportchef hinzufügt.
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"Insgesamt", sagte Marko, "hat Max knapp zwei Zehntel verloren." Verstappen hätte laut dieser Rechnung also um 0,1 Sekunden vorne sein und die Pole Position erzielen können.

Marko von Pérez begeistert: Steigerung "unglaublich"

Das soll aber die Leistung von Pérez nicht schmälern, meint Marko weiter. Dessen Steigerung sei "unglaublich" ausgefallen. "Dass er jetzt schon im zweiten Qualifying so stark ist, das freut uns natürlich sehr."
Pérez selbst glaubte indes, er habe durch einen Fahrfehler in der Rivazza-Passage vielleicht sogar die Pole Position verschenkt. Doch Marko kann sich mit der tatsächlichen Ausgangslage mit P2 und P3 hinter Hamilton gut arrangieren. Red Bull habe so genug taktischen Spielraum, um Mercedes im Rennen zu attackieren.
"Wir haben zwei Autos [weit vorne]. Zwischen uns und [Valtteri] Bottas liegen doch einige Autos. Ich hoffe, er kommt nicht so schnell nach vorne. Damit sollte das ein Vorteil für uns sein", sagte Marko. Er erwartet ein "sehr, sehr enges" Rennen zwischen Red Bull und Mercedes.

Markos Hoffnung: Hamilton schon am Start abfangen

Vielleicht aber drehe sich die Situation schon zu Beginn: "Pérez startet mit den weichen Reifen, Max und Hamilton auf Medium. Das kann bei dieser relativ langen Geraden schon ausschlaggebend sein", meinte Marko bei "Sky".
"Wenn der Start halbwegs gut verläuft, sollten wir vorne zwei Autos haben gegen eines von Mercedes. Dann werden wir diese Position aggressiv nutzen."
Und wenn Perez seine Chance auf eine Attacke gegen Hamilton eben nicht nutzen könne, sieht Marko noch "ein paar Möglichkeiten" für Red Bull: "Oder er kann Max einen guten Windschatten geben."

Red Bull mit ganz neuer Ausgangslage im Duell mit Mercedes

All diese Szenarien hatten Red Bull zuletzt nur selten zur Verfügung gestanden, weil der zweite Fahrer neben Verstappen selten ganz vorne mit dabei gewesen war. So war es auch in Bahrain: Beim Auftaktrennen hatte Mercedes Verstappen gleich mit zwei Autos unter Druck gesetzt und mit Hamilton einen erfolgreichen "Undercut" durchgeführt, einen vorgezogenen Boxenstopp.
"Dadurch, dass Pérez [in Bahrain] nicht in der Nähe war, waren wir dem ausgeliefert. Wir konnten nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren", sagte Marko. Nun aber wittert der Red-Bull-Sportchef die Chance auf einen direkten Konter, zumal Pérez auf die Distanz eine feste Größe sei: "Seinen Rennspeed kennen wir. Den hat er schon in Bahrain bewiesen."
Dass der neue Red-Bull-Fahrer jetzt auch im Qualifying stark aufgetreten sei, das sei "etwas unerwartet gekommen", meinte Marko, "aber umso erfreulicher".

Red Bull half Pérez mit dem roten Reifen in Q2

Man habe Perez in Q2 aber auch bewusst Druck von den Schultern genommen, indem man ihm - anders als in Bahrain - nicht die Medium-Mischung für die entscheidende Runde mitgegeben habe, sondern Soft.
Marko begründete: "Es war klar, dass wir ihn in Q3 brauchen. Damit das sicher geht und damit er so viele Versuche wie möglich mit den [weichen] Reifen hat, haben wir in Q2 gesagt, okay, wir machen das hier. Es ist auch ganz gut für die Strategie für morgen, wenn wir zwei unterschiedliche Reifen dabei haben da vorne."

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