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GP von Katar: Charles Leclerc bei Ferrari am Scheideweg - bleibt der Monegasse nur das "ewige Talent"
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Publiziert 04/10/2023 um 13:59 GMT+2 Uhr
Vor fünf Jahren hat Charles Leclerc sein Debüt in der Formel 1 gefeiert. Bereits damals galt der Monegasse als Ausnahmetalent - und schaffte ein Jahr später den Sprung zu Ferrari. Dort setzte sich Leclerc gegen den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel durch und wurde dort kurzerhand als der Verheißene empfangen. Seitdem läuft der 25-Jährige aber Gefahr, nur das ewige Talent zu bleiben.
Charles Leclerc
Fotocredit: Getty Images
2022 feierte er drei weitere Grand-Prix-Siege, doch mit insgesamt fünf Siegen ist er von den aktuellen Fahrern nur die Nummer 7 in der ewigen Bestenliste der Formel 1. Selbst Fahrer wie Valtteri Bottas (10), Daniel Ricciardo (8) oder Sergio Pérez (6) haben öfter gewonnen als Leclerc.
"Leclerc ist jetzt so ein bisschen am Scheideweg, finde ich. Er muss jetzt schon gucken, denn es nützt nichts, das ewige Talent zu sein, das superschnell ist, es aber am Ende nicht hinkriegt", sagte Ralf Schumacher in einem Interview bei "Formel1.de".
2023 scheint sogar der Status des Monegassen als heimliche Nummer 1 bei Ferrari zu wackeln.
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Nach wie vor halten ihn die meisten Experten für etwas talentierter als Carlos Sainz. Doch sowohl in Monza als auch in Singapur war Sainz der schnellere der beiden Ferrari-Fahrer. Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.
Enges Duell zwischen Sainz und Leclerc
Nach Punkten steht es derzeit 150:135 für Sainz, das Rennduell ist mit 8:8 ausgeglichen, nach gewonnenen Qualifyings führt Leclerc hauchdünn mit 9:7. Und bei Sprint-Shootouts und F1-Sprints hat jeweils Sainz mit 2:1 die Nase vorn. Das sind nicht gerade klare Verhältnisse zugunsten von Leclerc.
Sainz sei zwischenzeitlich 2023 sogar die "klare Nummer 1" bei Ferrari gewesen, so Schumacher, während Leclerc phasenweise "mit der Brechstange dran will und fightet. Charles will mit aller Gewalt den Unterschied machen und überfährt dann sein Auto und macht eben auch Fehler. Sainz ist da besonnener."
In Suzuka war die Welt für Leclerc nach zwei schwierigeren Rennwochenenden wieder in Ordnung. Im Qualifying wurde er Vierter und Sainz Sechster, im Rennen ebenso. Der Unterschied war nicht eklatant, aber vorhanden - so, wie das in der Vergangenheit ganz oft war zwischen den beiden Ferrari-Fahrern.
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Carlos Sainz und Charles Leclerc
Fotocredit: Imago
Singapur: Leclerc stellt sich in Sainz' Dienst
Doch es muss Leclerc schmerzen, dass nicht er es war, der in Singapur den ersten Nicht-Red-Bull-Sieg der Saison erobert hat, sondern Sainz. Auch wenn er sich während des Rennens brav in den Dienst des Teamkollegen gestellt hat. Sehr zum Erstaunen vieler Beobachter.
"Wir haben doch schon immer gut zusammengearbeitet", winkte Leclerc ab. "Wir haben schon am Samstag vor dem Qualifying abgemacht, dass das zweite Auto dem vorn liegenden Auto helfen wird. Das war klar, und das haben wir gut hinbekommen. Ich freue mich, dass das Team gewonnen hat. Und es motiviert mich, vor Saisonende selbst auch zu gewinnen."
"Seit Zandvoort verstehen wir zumindest, was am Auto verbessert werden muss. In Zandvoort haben wir viel ausprobiert, und das war für das ganze Team in den Wochen danach extrem nützlich. Wir verstehen das Paket viel besser, und das hilft dabei, dass zukünftige Entwicklungen in die richtige Richtung gehen", sagte er.
Und weiter: "Kurzfristig wird uns das nicht groß helfen. Es ist unrealistisch, dass wir jetzt die ganze Zeit um Siege kämpfen. Aber zumindest sollten wir dazu in der Lage sein, unser Paket besser auszuschöpfen, das ja per se nicht schlecht ist. Es liegen nur ein paar Hundertstel zwischen Mercedes, McLaren und uns. Da müssen wir jedes Wochenende optimal abliefern."
Warum Leclerc "am Scheideweg" ist
Leclerc ist also am Scheideweg, denn sein Ferrari-Vertrag läuft Ende 2024 aus. Genau wie der von Sainz auch. Die große Liebe seitens Ferrari, die 2020 ausgestrahlt wurde, als ihm der längste Ferrari-Vertrag aller Zeiten gegeben wurde, die ist abgekühlt. Denn Leclerc sollte in der perfekten Welt nicht fünf Siege, sondern zwei oder drei WM-Titel auf dem Konto haben.
Klar ist aber auch: Wenn Ferrari eines Tages wieder ein ernsthafter WM-Anwärter sein sollte, dann steht für viele Beobachter Leclerc vor Sainz auf Poleposition, die Früchte der Arbeit zu ernten und den Titel zu erobern.
Das sieht auch Ralf Schumacher so: "Sainz ist nicht so mit Talent gesegnet wie Leclerc. Da bin ich mir ziemlich sicher." Zuletzt sei der Spanier aber "das rundere Paket" gewesen, "weil er sich einfach wohlfühlt". Doch dauerhaft, davon ist er überzeugt, werde sich Leclerc teamintern gegen Sainz durchsetzen.
Übrigens: Schumacher hat in seiner Karriere in der Formel 1 sechs Grands Prix gewonnen. Damit steht er in der ewigen Siegerliste bis heute vor Leclerc ...
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Quelle: Perform
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