Die Rede ist zum einen von Fernando Alonso (Alpine), der in Istanbul unter Verdacht stand, auf seiner ersten Qualifying-Runde doppelt geschwenkte gelbe Flaggen missachtet zu haben. Er wurde nach genauer Prüfung durch die Stewards aber freigesprochen.
Zum anderen geht es um einen Vorfall in Sotschi, wo Lando Norris (McLaren) bei Einfahren der Boxengasse die weiße Linie berührte. Der Brite erhielt damals eine Verwarnung.
"Bei den letzten beiden Ereignissen verstehe ich das Reglement nicht wirklich, denn für mich gibt es entweder schwarz oder weiß, und diese beiden Situationen waren für mich sehr eindeutig", sprach AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly die Vorfälle an. Dass es keine Strafe gab, sei für "alle im Team überraschend" gewesen.
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Deshalb sieht Gasly Gesprächsbedarf: "Ich denke, es muss diskutiert werden, was wir tun dürfen. Denn es gibt einen Vorfall, der die weiße Linie betrifft und nichts mit der Sicherheit zu tun hat, und einen anderen Vorfall mit doppelter gelber Flagge, der mit der Sicherheit zu tun hat. Das werden wir mit Michael sicherlich besprechen."

Stroll: Alonso hätte Strafe verdient gehabt

Auch Lance Stroll (Aston Martin) stellte die Entscheidung, Alonso nicht zu bestrafen, in Frage. Er war im Qualifying ebenfalls von der Doppelgelb-Phase betroffen, nahm aber deutlich mehr Tempo heraus als Alonso. Tatsächlich war er 15 Sekunden langsamer.
"Ich denke, die Regeln müssen einheitlich sein, besonders bei einer doppelten Gelbphase", fand Stroll. "Man kann nicht weiter pushen. Man kann keine Rundenzeit setzen. Es ist für mich klar, dass man die Runde abbrechen muss, und das war nicht der Fall."
"Ich denke also, dass unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden, was seltsam ist", wunderte sich Stroll, der an seiner eigenen Herangehensweise aber nicht ändern will.
"Ich werde weiterhin das tun, was ich immer tue. Wenn es eine doppelte gelbe Flagge ist, breche ich die Runde ab, wenn es eine einfache gelbe Flagge ist, gehe ich vom Gas und gebe wieder Gas, wenn die Strecke freigegeben ist." Wie Gasly erwartet auch er, dass das Thema gegenüber Masi noch einmal zur Sprache kommen wird.

Rennleiter Masi begründet Alonso-Urteil

Der Rennleiter räumt derweil ein, dass das Urteil im Fall Alonso auch anders hätte ausfallen können. Nämlich "wenn es direkt danach geregnet hätte und es eine aussagekräftige Rundenzeit gewesen wäre", erklärte Masi. "Aber die Fakten sind, dass es unter den gegebenen Umständen keine bedeutsame Rundenzeit war."
Trotzdem könnten die Regeln für gelbe Flaggen künftig härter ausfallen: "Wir werden eine Diskussion darüber führen und vielleicht eine angepasste Formulierung für die Zukunft finden, um jeglichen Anreiz in diesem Szenario zu beseitigen."
"Aber es ist eine dieser einzigartigen Situationen, in denen man argumentieren könnte, dass jeder, der in seiner ersten Runde, die unter Doppelgelb stattfand, eine Rundenzeit gesetzt hat, eine aussagekräftige Rundenzeit war. Denn es war zu diesem Zeitpunkt ja die einzige Runde, die er gesetzt hatte - wie bei Fernando."

Norris entgeht Strafe

Angesprochen auf die Entscheidung, Norris für die missglückte Boxeneinfahrt in Sotschi nur zu verwarnen, erklärte Masi noch: "Die Stewards haben die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt auf der Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen getroffen."
Für den McLaren-Piloten galten mildernde Umstände, da er auf nasser Strecke mit Slicks zu kämpfen hatte und über die weiße Linie rutschte, obwohl er zum Zeitpunkt des Vergehens deutlich unter der sonst üblichen Geschwindigkeit unterwegs war.
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