Antonio Giovinazzi fehlte im Ziel weniger als eine Sekunde auf den Franzosen.
Einige Runden zuvor hatte er sich der Anweisung seines Renningenieurs Jorn Becker widersetzt, seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen vorbeizulassen, der womöglich bessere Chancen gehabt hätte, Ocon bis zur Ziellinie doch noch einzuholen.
Denn Räikkönen war drei Runden vor Giovinazzi auf einen frischen Satz Inters umgestiegen und im zweiten Stint deutlich schneller unterwegs.
Formel 1
Rechte von Homosexuellen: Vettel wünscht sich Taten von der Formel 1
12/10/2021 AM 13:47
Deshalb entschied sich Alfa Romeo für einen Tausch der Positionen, was Giovinazzi zweimal mitgeteilt wurde.

Chefingenieur: "Hätten als Team schneller sein können"

Doch der Italiener überging die Anweisungen, was Räikkönen dazu zwang, hinter seinem Teamkollegen zu warten. Noch in der letzten Runde war er ihm dicht auf den Fersen, bis der Finne in Kurve 12 von der Linie abkam und schließlich auch noch Max Verstappen (Red Bull), der auf P2 fuhr, Platz machen musste.
Alfa Romeos Chefingenieur Xevi Pujolar bestätigte: "Wir baten darum, die Positionen zu tauschen, aber zu diesem Zeitpunkt begann auch Antonio, das Tempo zu erhöhen, und er selbst entschied, dass er vorne bleiben wollte. In dieser Situation, in diesen paar Runden, hätten wir als Team vielleicht schneller sein können."
So fehlte am Ende eine Runde, um Ocon noch einzuholen. "Für das Team war das sicher nicht ideal", urteilte Pujolar und ergänzte: "Ich habe nicht ganz verstanden, warum wir zu diesem Zeitpunkt nicht tauschen konnten." Denn man hätte die Autos je nach Situation problemlos wieder zurücktauschen können, so der Ingenieur.

Teamorder ignoriert, dabei will Giovinazzi doch bleiben

"Zu Beginn des Rennens haben wir uns nicht so sehr darauf konzentriert, wer stärker ist", erklärte er weiter. "Wir wussten nicht, wie lange die Bedingungen so bleiben würden, also wollten wir nichts überstürzen oder die Positionen tauschen und Kimi hart pushen lassen, damit ihm die Reifen nicht zu schnell ausgehen."
Zum Ende des Rennens sei es aber "eine andere Geschichte" gewesen. "Zu diesem Zeitpunkt wollten wir natürlich die Positionen tauschen." Dass sich Giovinazzi widersetzte, ist insbesondere deshalb verwunderlich, weil er noch keinen Vertrag für 2022 hat.
Und selten genug hat Alfa Romeo die Chance auf Punkte. In Istanbul verließ das Team die Strecke bereits zum 12. Mal in dieser Saison mit leeren Händen. In der Konstrukteurswertung liegt es auf Platz neun sieben Zähler vor Haas und 16 hinter Williams. "Für uns ist es wichtig, in die Punkte zu fahren", betonte Pujolar.
Das könnte Dich auch interessieren: Gasly verwundert über Rennleitung: "Verstehe das Reglement nicht"
Direkt zu motorsport-total.com

Unfassbare Marke: Hamilton erzielt seinen 100. F1-Rennsieg

Formel 1
Ross Brawn: Darum braucht es trotz der engen Saison die neuen Regeln 2022
12/10/2021 AM 13:40
Formel 1
Mutlose Taktik: Hamiltons macht Mercedes nicht ganz so stillen Vorwurf
11/10/2021 AM 10:55