Nach 36 Runden auf Intermediates kam Vettel für einen ersten Boxenstopp an die Box und ließ Medium-Reifen montieren, obwohl die Strecke noch feucht war. Zurück auf der Strecke wurde schnell klar, dass sich der Deutsche verkalkuliert hatte. Er rutsche in Kurve 4 und 7 von der Strecke und entschied sich schließlich nach nur einer Runde auf Slicks, wieder an die Box zu fahren, um sich frische Intermediates zu holen. Dabei wäre Vettel in der Boxeneinfahrt fast noch einmal gecrasht.
Auf die Frage, wer die Entscheidung zum Wechsel auf Slicks getroffen hat, sagte der 34-Jährige: "Wir zusammen. Aber letzten Endes habe ich die Entscheidung getroffen. Ich wollte es probieren. Von den Intermediates war nichts mehr übrig." Weil sie an den Schlüsselstellen kein Profil mehr hatten, dachte Vettel, Slicks würden genauso gut oder womöglich besser funktionieren - ein Trugschluss.
Er bekam die Reifen nicht auf Temperatur und wurde zum Passagier: "Ich konnte nicht bremsen und hatte keinerlei Grip, sodass ich viel Zeit verlor. Ich konnte sie einfach nicht zum Arbeiten bringen. Es war schlimmer, als ich es erwartet hatte, auch wenn die Strecke hier und da noch feucht war", gestand der Deutsche.
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Und so rutschte Vettel von Platz zehn auf 18 ab, nur die beiden Haas-Piloten lagen noch hinter ihm. "Es war etwas seltsam heute, mit den Intermediates so lange draußen zu bleiben, ähnlich wie im vergangenen Jahr", erinnert er sich an das Rennen 2020.

Vettels Risiko zahlt sich nicht aus

"Damals dachte ich 15 Runden vor Schluss, dass ich die Slicks ausprobieren wollte, als die Strecke etwas schlechter war. Also dachte ich, dass es einen Versuch wert wäre, aber es erwies sich als falsch." Vor einem Jahr ging Vettel das Risiko nicht ein und fuhr mit Ferrari als Drittplatzierter aufs Podest.
Diesmal wären zumindest Punkte drin gewesen, "aber mit dem Boxenstopp für Slicks natürlich nicht", weiß Vettel. "Im letzten Stint waren wir recht stark, aber lagen so weit zurück, dass das schon keine Rolle mehr gespielt hat. Der erste Stint war das Problem. Ich konnte das Tempo einfach nicht halten und hatte anfangs große Probleme mit den Reifen, während es im letzten Stint viel besser lief."
Klar, dass er es im Nachhinein bereut, das Risiko mit Slicks eingegangen zu sein. "Jetzt ist es eine klare Sache, aber zu diesem Zeitpunkt... Ich war einige Runden zuvor schon in Versuchung, denn die Intermediates wurden nicht besser. Wenn man sie sich anschaut, ist nichts mehr drauf, sie sehen aus wie ein Slick."
"Also denke ich, ich hatte Gründe, aber offensichtlich war es die falsche Entscheidung", bekräftigte der Aston-Martin-Pilot. Ein Fahrer fuhr das Rennen übrigens mit nur einem Satz Intermediates durch: Esteban Ocon (Alpine) wurde damit Zehnter.
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